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Auf dieser Seite informieren wir über einige Veranstaltungen und Meldungen in der Presse.
07.02.2009 MDR-Fernsehen “Unterwegs in Sachsen-Anhalt”
Victoria Herrmann und Andreas Neugeboren auf einer winterlichen Harzreise ins 18. Jahrhundert.
Erste Station: Molmerswende, das Geburtshaus Gottfried August Bürgers. Wichtige Aspekte:
- A. Neugeboren weist darauf hin, daß Bürger zur Stammbesatzung der Walhalla gehört und
die deutsche Sprache Bürger mehr als 1000 Wörter verdankt, z.B. Haremswächter, querfeldein. - V. Herrmann rezitiert den Beginn von Bürgers “Lenore”
- nach ausführlicher Würdigung des Münchhausen-Themas erklingen die ersten drei Strophen von “Lust am Liebchen” in der Vertonung von Carl Christian Agthe, gesungen von Leonore Becker
(ein Ausschnitt aus unserer CD mit Vertonungen Bürgerscher Gedichte durch Friedrich Wilhelm Weis und Carl Christian Agthe).
25.01.2009 Mitteldeutsche Zeitung
Online-Bibliothek hat weltweit Leser Klaus Damert in Molmerswende arbeitet an digitalem Bürger-Archiv
von VON JÖRG MÜLLER, 25.01.09, 19:15h, aktualisiert 25.01.09, 19:53h
MOLMERSWENDE/MZ. "Das ist ein enormer Aufwand", sagt Klaus Damert. Seit etwa
einem Jahr arbeitet der Vorsitzende des Fördervereins Gottfried August Bürger Molmerswende täglich mehrere Stunden an einem "einmaligen Projekt": Er digitalisiert
Werke von und über den Dichter und baut auf der Internet-Seite des Vereins eine frei zugängliche Online-Bibliothek auf. "Wir wollen damit nichts verdienen", so der 67-Jährige.
"Wir" - das sind Damert und Helmut Scherer, Berliner Verleger und Verfasser einer Bürger-Biographie. Scherer beschäftige sich seit Jahren mit dem Dichter und habe ein
riesiges Privatarchiv zu Bürger zusammengesammelt, erzählt Damert. "Das sind bestimmt 2 000 bis 3 000 alte Bücher von und über Bürger, außerdem noch Aufsätze
und Veröffentlichungen in Zeitschriften." Gemeinsam mit dem Göttinger Privatgelehrten und Bürger-Experten Heinrich Tuitje sei die Idee entstanden, Scherers Archiv per Internet
zu veröffentlichen. Damert, promovierter Physiker und Ingenieur, übernahm die technische Seite des Projekts.
Mit Hilfe entsprechender Software hatte er bereits die Homepage des Fördervereins
programmiert. Nun kommt die Online-Bibliothek hinzu. "Scherer schickt mir die Originale. Das ist nicht ganz billig, weil die Pakete versichert werden müssen",
erklärt Damert. "Ich scanne dann die Bücher Seite für Seite und stelle die Dateien ins Internet." Die Titel werden mit ihrem Erscheinungsjahr, dem Autoren und dem
Titel aufgeführt; meistens gibt es noch eine kurze Information über das Werk, wie zum Beispiel ein Inhaltsverzeichnis, einen Text-Auszug oder ein typisches Zitat.
Welch gewaltige Arbeit noch vor ihm liegt, lässt sich an dem bisherigen Ergebnis erkennen. "In dem einen Jahr haben wir vielleicht zehn Prozent geschafft", schätzt
Damert. Und das bislang ohne jede finanzielle Förderung: Damert arbeitet nicht nur ehrenamtlich, auch alle anfallenden Kosten tragen die Initiatoren privat. "Wir
müssen mit dem Projekt erst einmal auf einen Stand kommen, dass wir etwas vorzeigen können", sagt Damert. "Dann können wir uns auch um eine Förderung
kümmern." Möglicherweise könne irgendwann eine professionelle Literatur-Institution das Archiv weiter betreiben.
Dass das Angebot große Resonanz findet, kann Damert an den Nutzerzahlen ablesen. "Seit dem Herbst haben wir monatlich 5 000 bis 6 000 Besucher auf unserer
Homepage. Ich staune selbst immer wieder, dass sich so viele dafür interessieren. Und wir werden weltweit gelesen." Leider gebe es bisher keinerlei
Rückmeldungen von Nutzern. "Die Leute verwenden das einfach in ihren Publikationen, ohne die Quelle anzugeben. Wissenschaftlich ist das nicht in Ordnung", so Damert.
Zu der Beschäftigung mit Bürger ist er übrigens rein zufällig gekommen. Damert, der als Automatisierungs-Ingenieur bei Dow Chemical in Schkopau arbeitete, und
seine Frau kauften 1997 ein Grundstück in Molmerswende - direkt neben dem Geburtshaus des Dichters. "Ich hatte damals mit Bürger noch nichts am Hut." 2003
gründete sich dann der Förderverein - und Damert übernahm den Vorsitz, "weil kein anderer wollte". Mittlerweile ist er natürlich auch zum Bürger-Fan geworden.
Wobei er den "Münchhausen" keineswegs für das bedeutendste Werk des Dichters halte. "Für mich ist er vor allem einer der größten deutschen Liebeslyriker."
Direkter Link zum Artikel: 'http://www.mz-web.de/artikel?id=1229852976775'
09.10.2008 Besuch aus Zürich
Mitteldeutsche Zeitung, Lokales, Ausgabe Hettstedt, 10.Oktober 2008

Der Traum jedes Museums: ein Besucher bringt zwei wertvolle Geschenke mit! Herzlichen Dank an Bernhard Wiebel.
25.06.2008 Besuch aus Padua und Berlin
Mitteldeutsche Zeitung, Lokales, ELN Donnerstag, 26.Juni 2008 - Seite 13
23. + 26.11.2007 Aufnahme von Kompositionen von F.W. Weis und C.Chr. Agthe nach Texten von Gottfried August Bürger in der Latina der Franckeschen Stiftungen in Halle/Saale
Die beiden Künstler
Leonore Becker und
Dirk Fischbeck
bei der letzten Absprache vor der Einspielung.
Näheres unter home.
10.11.2007 “Die Weltseele durchlebt alles - die vergessene Geschichte der mitteldeutschen Romantik”
Zu einer Autorenlesung hatten eingeladen: Frau Eva Scherf und Frau Dr. Heidi Ritter, letztere auch Mitglied in unserem Förderverein.
Vor zahlreichem Publikum, vor allem aus dem immer kleiner werdenden Molmerswende, trugen beide aus ihrem Buch über die
vergessene Geschichte der mitteldeutschen Romantik vor. Die Straße der Romanik ist ja geläufig, aber die Gegend um Halle bis zum
Brocken war auch ein Schwerpunkt der Romantik. Besonders zu nennen: Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis, dem auch ein
Museum in Oberwiederstedt bei Hettstedt gewidmet ist und Adolph Müller, der durch Franz Schuberts Vertonung seiner Gedichte ewigen
Ruhm erlangte. Novalis ist zwar vor allem durch seine “blaue Blume der Romantik” bekannt, stand aber als Wissenschaftler und Techniker,
besonders den Bergbau betreffend, mit beiden Beinen im Leben. Einer der bekanntesten Romantiker, Joseph von Eichendorf, kam
natürlich auch nicht am Brocken vorbei, genau wie der Spötter Heinrich Heine. Über diese und weitere Romantiker kann man im vorgestellten Buch viel erfahren.
 Frau Scherf (links) und Frau Dr. Ritter bei der Lesung Foto: Frank Wolff
8.09.2007 Feier zum 260. Geburtstag des Dichters
Gottfried August Bürger ist am 31.12.1747 geboren worden, also waren es noch einige Tage bis zum Geburtstag. Wir haben es jedoch
wie die englische Königin gehalten: Geburtstag wird dann gefeiert, wenn die Witterung günstig ist. So war geplant, die Feier im
Bürgergarten direkt neben dem Museum zu veranstalten - doch Wind und Kälte verhinderten das. Also zogen wir um in die Gaststätte
“Tenne”. Am gleich Ort sang die Hallenser Sängerin Leonore Becker 1997 Vertonungen von Bürgers Gedichten. Die Tische waren festlich
gedeckt - wie bei einem richtigen runden Geburtstag. Die Damen des Fördervereins hatten keine Mühe gescheut und versorgten die etwa 60 Gäste mit leckerem selbst gebackenen Kuchen.
Katja Preuß und Manuel Kressin von der Landesbühne der Lutherstadt Eisleben boten ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm.
Natürlich durften einige Münchhausen-Geschichten nicht fehlen: der Ritt auf den Kanonenkugeln und wie sich Münchhausen selbst am
eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht. Schwerpunkt war jedoch die Liebeslyrik, hier hat Bürger Unsterbliches geschaffen - seine nicht
sehr glückliche Liebesbeziehung zu den beiden Schwestern hat damit reiche Früchte getragen. Viel Beifall fand z.B. der “Liebeszauber”.
Auch “Frau Schnips” fand freundliche Aufnahme, ein Gedicht, das zu Bürgers Zeiten sehr umstritten war. Den Abschluss bildete “Das
Dörfchen”, es ist damit zwar nicht Molmerswende gemeint (es handelt sich um eine freie Bearbeitung eines fränzösischen Themas) - es könnte es jedoch einmal gewesen sein.
Reichlich Beifall spendeten die Gäste den Vortragenden und keiner der Anwesenden bereute die z.T. weite Anreise.

Katja Preuß und Manuel Kressin von der Landesbühne Interessierte Zuhörer an der festlich gedeckten Tafel in
Eisleben bei Bürgers “Liebeszauber” der Molmerswender “Tenne” Fotos Frank Wolff
14.07.2007 Urururenkelin des Dichters zu Besuch
Am 14.07. war ein großer Tag für das Gottfried August Bürger Museum in Molmerswende: die Ururur-Enkelin des großen deutschen
Balladendichters und Autors der Münchhausen-geschichten besuchte mit ihrem Sohn das Museum. Die hochbetagte aber sehr wache und
agile Dame aus Wuppertal ist Ehrenmitglied des Fördervereins und brachte ihren selbst schon im Ruhestand lebenden Sohn mit.
 Das linke Bild zeigt Frau Dr.Gerda Tunkel neben dem geistigen Vater des
Museums, Herrn Prof. Thomas Höhle aus Halle. Prof. Höhle hielt schon seit Jahren engen Kontakt zu den Bürger-Nachfahren. So konnte man sich im
Gespräch auf neueste Entwicklungen konzentrieren. Bei einem gemeinsamen Rundgang durch das Museum wurden vor allem die neueren Exponate
begutachtet. Sowohl die Bürger-Ehrung in der Walhalla bei Regensburg als auch der Hinweis auf die vielen Wortschöpfungen, die die deutsche Sprache
Gottfried August Bürger verdankt (es sind wissenschaftlich erwiesen exakt 1018 Worte) sowie die umfangreiche Sammlung von Münchhausenausgaben wurden erfreut gewürdigt. Einen eigenen Beitrag zu leisten
versprach Frau Dr. Tunkel, im rechten Bild vor dem Stammbaum, den der Dichter begründet hat : sie wird Angaben liefern, um diesen
Stammbaum auf den neuesten Stand zu bringen, es gab dort Nachwuchs. Anschließend informierte der Vereinsvorsitzende am Computer
über die Erweiterung der Homepage, die zu einer zentralen Informationsstelle für alle Bürger-Interessenten entwickelt wird. Beide
Besucher zeigten sich beeindruckt und wünschten dem Werk ihres berühmten Vorfahren mehr Beachtung in der Öffentlichkeit. Fotos: Frank Wolff, Molmerswende
12.04.2007 Neue Aufgaben für den Förderverein
Zu einem Arbeitsbesuch weilten die zwei bedeutendsten Bürger-Forscher unserer Zeit am 4. und 5. April in Molmerswende: der Berliner
Verleger und Bürger-Biograph Helmut Scherer und der Göttinger Gelehrte Heinrich Tuitje. Sie besuchten das Gottfried August Bürger
-Museum im Geburtshaus des großen deutschen Dichters und führten ausführliche Gespräche mit dem Vorsitzenden des zugehörigen
Fördervereins Dr. Klaus Damert. Thema war der aktuelle Stand der Bürger-Forschung. Der Förderverein verfügt weder über die
personellen noch die finanziellen Möglichkeiten für eigene Forschungsaktivitäten. Er kann aber auf eine Homepage verweisen, die bisher
vorwiegend der Information auswärtiger Museumsbesucher dient. Demgegenüber sind die Herren Scherer und Tuitje sehr intensiv mit
Quellenstudium in öffentlichen Archiven und bei Privatpersonen beschäftigt. Ziel ihrer Arbeit ist es, ein realistisches Bild über Werk und
Leben des Dichters zu bekommen. Bisher wurden immer wieder Vermutungen als Tatsachen ausgegeben und von Autor zu Autor
ungeprüft weitergegeben, z.B. die Behauptung, dass Gottfried August Bürger aus ärmlichen Verhältnissen stammte und verarmt starb. Es
wurde vereinbart, solche und andere Forschungsergebnisse der letzten Jahre auf der Homepage des Vereins zu veröffentlichen und sie
zu der Plattform für alle Bürger-Forscher und –Interessenten zu machen. Interessenten soll dort auch der Zugang zu schwierig erreichbaren
Dokumenten ermöglicht werden. Da sich die Einnahmen des Vereins auf die Mitgliedsbeiträge beschränken und für den Internetauftritt
nicht unerhebliche Kosten entstehen, würde sich der Förderverein über Unterstützung aus der Region sehr freuen.
1.04.2007 "Die Nachtigall flötet im grünen Gebüsch"
Frühlingskonzert des Gemischten Chores Ballenstedt in Memorial des 210. Todestages von Carl Christian Agthe
In einem der ältesten Theater Deutschlands, dem Ballenstedter Schlosstheater fand am 1.
April das Frühlingskonzert des Gemischten Chores Ballenstedt aus Anlass des 210. Todestages von Carl Christian Agthe statt. Agthe wurde 1762 in Hettstedt geboren, arbeitete
längere Zeit in Ballenstedt und starb dort 1797. Siegfried Huenermund, der auch den Chor leitete, hat sich um das Werk des fast vergessenen Carl Christian Agthe große Verdienste
erworben. Dank seiner Transkription konnten auch einige Sätze von Agthe-Sinfonien durch ein Streichquartett dargeboten werden – das war vielversprechend, man möchte unbedingt
die Originalfassung mit Orchester hören. Für die Bürger-Freunde war jedoch unbestritten der Höhepunkt, als Thomas Nürnberg aus Harzgerode unter Begleitung von Jürgen Kruschwitz
sechs Vertonungen von Bürger-Gedichten aus dem Liederbuch von 1782 vortrug.
  Ein Notenbeispiel aus diesem Liederbuch: die "Gegenliebe", ein Gedicht, das von vielen Komponisten vertont wurde, u.a. auch von Beethoven: Allerdings war auch hier S. Huenermund gefragt, die Lieder konnten erst nach seiner Transkription für Bariton vorgetragen werden. Es
wäre sehr wünschenswert, diese Vertonungen von Bürger-Gedichten in Originalstimme aufzunehmen. Es war insgesamt ein sehr anregendes Konzert, alle Mitwirkenden haben sich Dank verdient.
10.12.2006 80. Geburtstag Prof. Thomas Höhle
Aus diesem Anlass fand am 13.12. eine kleine Feier im Gottfried August Bürger Museum statt. Dabei wurde seitens der Gemeinde und
des Fördervereins das Werk Prof. Höhles gewürdigt: mehr als die Hälfte seines Lebens ist er eng mit dem
Museum verbunden, hat es gestaltet, bereichert und mit seinen Vorträgen vielen Zuhörern Freude bereitet. Ein Team des MDR
-Fernsehens war anwesend und berichtete am 14.12. in einer kleinen Sendung über das Jubiläum und das Museum.
 Herr Prof. Höhle in gemütlicher Runde
13.10.2006 Erotik im Museum - Bürgers anakreontische Gedichte
Ein alter Grieche und ein nicht ganz so alter deutscher Dichter waren Thema des Literaturabends im Gottfried August Bürger Museum in
Molmerswende am Freitag dem 13. Vielleicht lag es an diesem Tag, dass 13 Gäste von auswärts begrüßt werden konnten. Der Grieche
war Dichter und nannte sich Anakreon, eine ganze Stilart in der Dichtung wurde nach ihm benannt. Seine Themen: Wein, Weib und
Gesang. In diesem Stil, der Anakreontik, hat sich G. A. Bürger mit großem Erfolg versucht. Der hallesche Germanist und Bürger-Kenner
Prof. Beetz erfreute seine Zuhörer nicht nur mit dem Vortrag entsprechender Gedichte: „Stutzertändelei“,“Penelope“, „Gegenliebe“, „Herr
Bacchus“, „Gabriele“ und „Die Umarmung“. Durch sein großes Hintergrundwissen, besonders was die Mythologie betrifft, konnte er auf
viele Aspekte der Gedichte hinweisen, die dem normalen Leser oft verschlossen bleiben. Allerdings war die Anakreontik für Bürger nur
eine Zwischenstation in seinen Liebesgedichten. Mit seiner „Molly“ und der Ehe zu dritt wurden seine Gedichte weniger oberflächlich und
gewannen deutlich an Tiefe wofür Prof. Beetz Beispiele brachte. Das Fazit des Abends: seit es Dichtung gibt, sind die Themen immer die gleichen und die Gedichte können richtig prickelnd sein.
 Herr Prof. Beetz (Halle/Saale) bei seinem Vortrag
7.01.2005 Bürger lesen Bürger für Bürger im Bürgergarten
Gottfried August Bürger und Beethovens Neunte In der Silvesternacht 1747 wurde Gottfried August Bürger in Molmerswende geboren. In seinem Geburtshaus befindet sich jetzt ein
sehenswertes Literaturmuseum, das insbesondere den Abenteuern des Baron von Münchhausen gewidmet ist. Das beliebteste Werk
Bürgers erschien anonym, Bürger fürchtete nicht zu Unrecht negative Auswirkungen auf seine akademische Laufbahn an der Göttinger
Universität. Am bekanntesten waren zu seiner Zeit jedoch seine Liebeslyrik sowie seine Balladen, insbesondere die Lenore. Mit dieser
Schauergeschichte begründete Bürger eine neue Kunstgattung: die Kunstballade. Goethe und Schiller konnten diese Gattung nur noch bereichern.
Am 07.01.2005 veranstaltete der Förderverein Gottfried August Bürger unter dem Motto „Bürger lesen Bürger für Bürger im
Bürgermuseum“ unter reger Anteilnahme der Molmerswender eine Lesung (siehe Bild). Schwerpunkt waren Balladen des Dichters, aber
auch einige lose Lieder wurden unter Beifall vorgetragen. Zum Abschluss gab es etwas Musik und es wurde ein kleines Rätsel gelöst:
„Was hat Beethovens Neunte Sinfonie und dessen Chorfantasie mit Gottfried August Bürger zu tun?“ Es ist noch viel zu wenig bekannt,
dass mehr als 100 Komponisten, von Agthe bis Zumsteeg, Werke von Bürger vertont haben. So schrieb Zelter 1830 an Goethe, dass die
von Andre vertonte Bürger'sche Lenore in Berlin auf allen Strassen gesungen worden ist. Gottfried August Bürger war also seinerzeit im
Wortsinne „in aller Munde“! Die Auflösung des Rätsels: die Melodie zum Schlusschor der Neunten sowie der Chorfantasie gehört
ursprünglich zu Beethovens Vertonung der Bürger'schen Gedichte „Seufzer eines Ungeliebten und Gegenliebe“.
 Frau Vopel (links im Bild) beim Vorlesen
28.11.05 Balladen von Bürger und Schiller
Balladen - aktuell wie immer Das Schillerjahr gimg in Molmerswende schon jetzt zu Ende. Dazu fand am Freitag im Gottfried August Bürger Museum in Molmerswende
ein Balladenabend statt. Vom Förderverein organisiert fanden trotz des winterlichen Wetters viele Einwohner aus der näheren Umgebung
den Weg ins Museum. Auf dem Programm standen Balladen von Friedrich Schiller und G. A. Bürger. Letzterer hat die Ballade "erfunden"
und damit Maßstäbe gesetzt, auch wenn heute die Balladen von Schiller und Goethe bekannter sind. Ein Thema war der Kindsmord -
Bürgers "Pfarrerstochter von Taubenhain" spielt in unmittelbarer Nähe am Falkenstein, Schiller behandelt das Thema völlig anders.
Höhepunkt des Abends war jedoch "Frau Schnips" - eine heute unbekannte Ballade von Bürger. Herr Prof. Höhle, der geistige Vater des
hiesigen Museums, konnte durch seinen humorvollen und professionellen Vortrag dieses seinerzeit recht umstrittenen Werkes die Anwesenden begeistern. Allen Mitwirkenden, insbesondere aus dem Publikum, herzlichen Dank.
  Frau Krüger und Frau Koschitzki beim Vortrag
29.5.2005 Molmerswender Kunsttage
Wer an diesem hochsommerlichen Wochenende nach Molmerswende kam, hatte ein Problem. Es war nicht die Hitze - Schatten im
Bürgergarten, wo die Künstler ihre Stände hatten und angenehme Temperatur in der Kirche (Malerei und Fotografie) und der Kinoscheune
sorgten für optimale Bedingungen. Überwältigend war vielmehr die Vielzahl der Angebote zu den nun schon 5. Molmerswender
Kunsttagen, die von Frank Wolff wieder perfekt organisiert worden waren. Nicht weniger als 27 Künstler waren gekommen. Man konnte
sich in einer alten stimmungsvollen Scheune den Film von und mit den Chachi-Indianern Ecuadors von Rainer Simon, den DEFA-Film „Till
Eulenspiegel“ oder Rolf Losansky`s Kinderfilm „Moritz in der Litfaßsäule“ansehen, mit dem er sozusagen direkt aus Umbrien/Italien ins
Mansfelder Land gekommen ist. Dabei hat er schon vor mehr als 10 Jahren hier den Film „Münchhausen wohnt in Molmerswende“
gedreht. Man konnte dann aber nicht der Lesung von Werken des in Molmerswende geborenen Gottfried August Bürger folgen. In der
Kirche war Malerei und Fotografie zu sehen, durch Raul Chugchilan kam internationales Flair hinzu - neben „naiven“ Bildern aus seiner Heimat Ecuador zeigte er abstrakte Werke - Ergebnisse seines Deutschlandaufenthaltes.
Während sich die Kinder an einer Töpferscheibe versuchten oder Häuschen bauten, konnten sich die Erwachsenen den Werken von
Keramikerinnen, Schmuck- und Metallgestaltern sowie Arbeiten des Papierdesigns oder Skulpturen zuwenden. Der Förderverein des
Museums informierte über Vertonungen von Bürgers Werken und zeigte Beispiele, wie sich Presse und Internet noch heute mit dem
Molmerswender Dichter beschäftigen. Auch die Musik kam nicht zu kurz, Fans von „Keimzeit“ erlebten Ralf Benschu und der aus Film und
Fernsehen bekannte Andreas Schulte sorgte am Keyboard für Stimmung, selbst die örtliche Schalmeienkapelle brachte ein Ständchen. Interessierte konnten aber auch ein paar Häuser entfernt ein Maleratelier besuchen.
Es war ein rundum gelungenes Fest der Kunst und der Künstler. Es zeigte aber auch, dass selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
durch das Engagement von vielen Bürgern in einer kleinen Gemeinde die Kunst einen festen Platz im Leben behalten kann. Mit großen Erwartungen blicken wir deshalb schon auf die nächsten Kunsttage in Molmerswende.
 Am Stand des Fördervereins
9.4.2006 Bürger’s Liebeslyrik, vom Profi gelesen
Liebeslyrik im Museum Gottfried August Bürger hat die Liebe stark und schmerzlich erlebt, ein gesellschaftlicher Skandal im 18. Jahrhundert war seine Ehe zu
dritt. Sein Verdienst war es, seine Gefühle in einer zeitlosen Art und Weise in Verse zu übersetzen. Diese Liebesgedichte zählen noch
heute zu den Besten der Gattung. Dabei war es immer Bürgers vorrangiges Ziel, von den einfachen Menschen verstanden zu werden.
Deshalb war es für alle Zuhörer im Bürger-Museum in Molmerswende eine besondere Erfahrung, Bürgers Liebesgedichte von einem
richtigen Schauspieler vorgetragen zu bekommen. Der Quedlinburger A. Hofheinz stellte sich dieser Herausforderung und konnte durch
seinen brillianten Vortrag alle Zuhörer begeistern. Die Spanne reichte vom frivolen "Der Ritter und sein Liebchen" bis zu den ergreifenden
Molly-Gedichten. Der geistige Vater des Museums, Herr Prof. Höhle aus Halle, konnte durch Hintergrundinformationen den Genuss der Zuhörer noch steigern - rundum ein gelungener Abend.
  Der Schauspieler A. Hofheinz (Quedlinburg) beim Vortrag Nach dem gelungenen Vortrag
14.10.2006 Bürger und Schiller – eine Katastrophe
Bis auf den letzten Platz war der Vortragsraum im Gottfried August Bürger Museum in Molmerswende am Freitag Abend gefüllt. Grund
dafür war ein Vortrag des Hallenser Germanisten Prof. Dr. Höhle. Im Rahmen des aktuellen Schillerjahres hielt er einen Vortrag mit dem
provokanten Titel: Schiller und Bürger – eine Katastrophe. Es ging um das Verhältnis der beiden großen deutschen Dichter nach der
Herausgabe der 2. Auflage der Bürgerschen Gedichte. Der aus Molmerswende stammende Bürger war 12 Jahre älter als Schiller und
damals ein berühmter Mann – Friedrich Schiller wollte erst noch etwas werden. In einer anonym erschienenen Rezension des
Bürgerschen Gedichtsbandes griff Schiller Bürger in unfairer und extrem verletzender Weise „von oben herab“ an. Für Bürger, der
gesundheitlich angeschlagen war und um seine Existenz kämpfen musste, bedeutete diese Kritik einen Tiefschlag, von dem er sich nicht
mehr erholen sollte. Prof. Höhle, der selbst das Molmerswender Museum konzipiert und seine Entwicklung bis jetzt begleitet hat, brillierte
mit umfangreichem Detailwissen und konnte durch seinen ausgezeichneten Vortragsstil alle Besucher bis zur letzten Minute begeistern.
Herzlicher Applaus dankte es ihm. Das Foto von Heike Wolff zeigt sitzend Prof. Höhle, stehend den Vorsitzenden des Fördervereins,
Herrn Dr. Damert, bei der Eröffnung des Vortrages. Allem Kulturpessimismus zum Trotz konnte gezeigt werden, dass ein scheinbar
sprödes literarisches Thema einen großen Besucherkreis anlocken und unterhalten kann. Die nächste Veranstaltung des Fördervereins
findet am 25. November statt und ist dem Vortrag von Balladen der beiden Dichter Friedrich Schiller und Gottfried August Bürger gewidmet.
 Herr Prof. Höhle (Halle), den Finger hebend, vor seinem Vortrag
 Diskussion nach Vortrag: LR Hans-Peter Sommer, Prof. Höhle, Dr. Damert
23.05.2004 Prof. Hartung (Halle): Reichardts Vertonung der Lenore
Gedichte von Bürger sind bekanntermaßen von sehr vielen Komponisten vertont worden. Eine gewisse Ausnahmestellung nimmt dabei
die "Lenore" ein weil sie das meist vertonte Gedicht von Bürger ist. Da stellt sich natürlich für den Musikwissenschaftler auch die Frage
der Qualität. Bürger selbst meinte: "..Dr. Weis hat meine Ballade gar göttlich gesetzt". Es war sein Arzt, der die erste Lenore-Vertonung
überhaupt komponiert hat. Ungeheuer Populär war dagegen Andrés Komposition, wie ein Brief Zelters an Goethe bezeugt. Auch
Zumsteegs Vertonung gilt als bedeutend. Die "Lenore" von Antonin Reicha ist dagegen mehr im oratorischen Stil gehalten.
Prof. Hartung konnte nun anhand der Gliederung von Text und Musik schlüssig nachweisen, daß die Reichardtsche Vertonung aus vielerlei Gründen als die am besten gelungene Vertonung angesehen werden kann.
Obwohl Bürger es sehr gerne sah, dass seine Balladen vertont werden, bleibt generell die Frage offen, ob eine Ballade, die ein in sich ein geschlossenes Kunstwerk darstellt, durch eine Vertonung gewinnen kann.
5.11.2004 Helmut Scherer (Berlin): Was nicht in der Biographie steht
Der Autor der wahrscheinlich neuesten Bürger-Biographie (1995) stellte dem sehr interessierten Publikum einige seiner
Forschungsergebnisse vor. Seinem Arbeitsprinzip folgend bestand seine Arbeit nicht in der Zusammenfassung oft unsicherer Quellen
sondern in der Suche und Auswertung von Originaldokumenten. Dabei ist so viel Material angefallen, dass über einen Nachtrag zur
Biographie nachgedacht werden kann. Die Anwesenden unterstützten ihn dabei in vollem Maße. Welche Fernwirkung alte Geschichten
haben können, zeigte Scherer mit einem Wäschekorb voller neuer Bücher. Unter der Rubrik "Molly und kein Ende" finden sich immer
wieder Autoren, die dieses Thema der Dreiecksbeziehung ohne realen Bezug zur wirklichen Ehe des Gottfried August Bürger
"ausschlachten". Unser Museum konnte sich zum Schluß des Vortrages über ein wertvolles Geschenk des Autors freuen: ein großformatiges Bild des Bürger-Denkmals in Göttingen, das nun seinen Platz im Museum gefunden hat.
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