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Illustrationen zu Bürgers Werk
Die Geschichte der Illustrationen zu Bürgers Werken beginnt mit J.H. Meil (Prinzessin Europa, 1777), den Kupfer-stichen von Daniel Chodowiecki in der Gedichtausgabe von 1778 und setzt sich mit den Münchhausen-Illustrationen von Ernst Ludwig Riepenhausen 1786 fort. Es folgen eine Vielzahl von Illustrationen zu fast allen Balladen und sonstigen Gedichten und natürlich zu Münchhausen - eine Geschichte ohne Ende. Gerade für den
Münchhausen erscheinen in aller Welt immer neue Ausgaben, oft mit Illustrationen. Aber auch die Liebesgedichte werden neu illustriert, z.B. von Dieter Goltzsche in Bürgers Liebesgedichte von 1996.
Illustrationen, die nach dem Stand der Bürger-Forschung (Gottfried August Bürger, Sämtliche Werke. Herausgegeben von Günter und Hiltrud Häntzschel, Carl Hanser Verlag 1987) nicht bekannt waren, werden im linken
Verzeichnis mit ** gekennzeichnet. Illustrationen, deren Existenz uns zwar bekannt ist, die jedoch noch nicht eingesehen werden konnten, finden sich in einer kleinen Tabelle am Ende der Seite, ebenso eine Tabelle der Künstler.
Wunderbare Reisen zu Wasser und Lande, Feldzüge und lustige Abentheuer des Freyherrn von Münchhausen, wie er dieselben bey der
Flasche im Cirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt. London [d.i. Göttingen] 1786 von Ernst Ludwig Riepenhausen. (Sammlung Helmut Scherer)
Die vollständige Erstausgabe von Bürgers “Wunderbare Reisen [...] findet man in der ONLINE-BIBLIOTHEK. Als Bildunterschriften werden hier die Kapitelbezeichnungen des dortigen Inhaltsverzeichnisses verwendet.
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Bindet sein Pferd aus Irrthum an eine Kirchthurm-Spitze. Zerschießt den
Halfter und bekommt es wieder.
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Der Baron schießt einen Hirsch mit Kirschkernen auf den Kopf, wovon ein Baum
entsprießt.
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Sein Windspiel läuft sich die Beine ab.
Kehrt einen Wolf um.
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Das Pferd wird in zwey Stücke zerschlagen, aber wieder zusammen geflickt.
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Reißt sich nebst seinem Pferde selbst an seinem Haarzopfe aus einem
Moraste. Setzt mit seinem Pferde durch eine Kutsche mit aufgezogenen
Fenstern.
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Fängt einen Bär auf einer Wagendeichsel.
Er reitet auf Kanonen-Kugeln durch die Luft.
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Wiedergeburt des Barons daselbst.
Neue Proben von des Barons Stärke.
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Kehrt nach ausgerichteter Sache von Groß-Cairo auf den Nil zurück, der ihn
mit seiner Barke auf einen Mandelbaum schwemmet.
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Wunderbare Reisen zu Wasser und Lande, Feldzüge und lustige Abentheuer des Freyherrn von Münchhausen, wie er dieselben bey
der Flasche im Cirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt. Zweyte vermehrte Ausgabe London [d.i. Göttingen] 1788 von Ernst Ludwig Riepenhausen. (Sammlung Helmut Scherer)
Es werden hier nur die vier zusätzlich aufgenommenen Stiche gezeigt. Die vollständige zweite Ausgabe von 1788 in der ONLINE-BIBLIOTHEK.
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Das Pferd wird in zwey Stücke zerschlagen.
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Der Baron steigt seiner Axt bis in den Mond nach und kommt zurück.
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Beschreibung der dortigen Art zu reiten, und Krieg zu führen.
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Fernere seltsame Anecdoten.
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Friherre von Münchhausens Sällsamma Resor. Aus der Sammlung des Gottfried August Bürger Museums Molmerswende.
 Ein Hinweis zur Schreibweise: Bürgers Ballade ist mit Lenore überschrieben, jedoch haben einige Autoren
daraus Leonore oder Leonora gemacht. Wir folgen dieser Lesart, auch wenn sie nicht korrekt ist.
Lenore von
Daniel Chodowiecki (nachgestochen von Riepenhausen). In: Gedichte von Gottfried August Bürger. Zweyter Theil. Mit Kupfern.Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)
Strophen 28-29: Rapp´! Rapp´! Mich dünkt der Hahn schon ruft.
Bald wird der Sand verrinnen Rapp´! Rapp´! Ich wittre Morgenluft Rapp´! Tummle dich von hinnen !
Vollbracht, vollbracht ist unser Lauf ! Das Hochzeitbette thut sich auf ! Die Todten reiten schnelle ! Wir sind, wir sind zur Stelle.”
Rasch auf ein eisern Gitterthor Ging´s mit verhängtem Zügel.
Mit schwanker Gert´ein Schlag davor Zersprengte Schloß und Riegel. Die Flügel flogen klirrend auf, Und über Gräber ging der Lauf.
Es blinkten Leichensteine Rund um im Mondenscheine.”
Lenore, Aquarell von Daniel Chodowiecki, 1784 (Sammlung von Helmut Scherer)
LENORE. nach Vorlage von Chodowiecki. In: EIN GEDICHT. VON GOTTFRIED AUGUST BÜRGER.
LONDON. GEDRUCHT BEY S. GOSNELL. 1796
LEONORA - eine illustrierte Prachtausgabe der englischen Übersetzung von 1796
(Sammlung des Gottfried August Bürger Museums Molmerswende)
Das Buch enthält jeweils links die deutsche und rechts die englische Fassung der Lenore:
Vier großformatige Kupferstiche machen den besonderen Reiz dieses Buches aus, alle mit der Zeile (übersetzt): gezeichnet von Lady Diana Beauclerk Publiziert am 1. Juni
1796 durch E&S Harding Pall Mall gestochen von Harding

Die nebenstehende Ausschnittvergrößerung zeigt ein Problem dieser Illustrationen auf,
im Originaltext steht: ...
Des Reiters Koller, Stück für Stück, Fiel ab, wie mürber Zunder.
Zum Schädel, ohne Zopf und Schopf, Zum nackten Schädel ward sein Kopf; Sein Körper zum Gerippe, Mit Stundenglas und Hippe.
...
Das Stundenglas steht für eine Sanduhr, die Hippe für eine Sense (Tod=Sensenmann), obwohl üblicherweise die Hippe ein Gartenmesser bezeichnet.
Umso merkwürdiger ist der Speer, den der zum Gerippe verwandelte Wilhelm in der Hand hält - man denkt eher an einen Drachentöter.
Ein Hinweis von Herrn Helmut Scherer (Berlin) auf eine zeitgenössische Kritik von 1799 klärt diese Merkwürdigkeit auf. Nach dieser ersten
englischen Übersetzung der Lenore erschienen noch zwei weitere. Dazu gibt es in der Allgemeine Literaturzeitung, Jahrgang 1799, Band 3, Numero 217 eine Rezension.
Hier einige Auszüge: WIEN, b. Sammer: Leonora. A ballad, translated from the German of Gottfried Augustus Bürgher by
W.R. Spencer, Esq. H.J. Pye, J.T.Stanley, Esq. F.R.S. To which is added the original text. 1798. 59S. 8.
“Hn. B`s. neue Arbeit giebt uns Veranlassung, die damals versäumte Erwähnung hier nachzuholen, da nur die Vergleichung mit jenen frühern Versuchen sein Verdienst in das
volle Licht stellen kann.Alle drey haben das wider sich, dass sie unnöthiger Weise vom Rhythmus des Originals abgewichen sind, dessen Einfluss überall gross, aber in dieser
Dichtart vollends entscheidend ist. Die Übersetzung von Hn. Spencer ist in lauter vierfüssigen Jamben mit alternirenden Reimen; die von Hn. Pye eben so in Trochäen: jenes
giebt dem Gange etwas schwerfälliges, dieses eine dem Gedicht fremde Feyerlichkeit. In der Stanleyschen Uebersetzung ist die Strophe in sechs Zeilen zusammengezogen,
wodurch ihre ganze Structur und die Anordnung der Reime verändert wird. Die erstgenannte hat am meisten Pracht des Ausdrucks und der Bilder; überall ist das Bestreben
nach Veredlung und Erhöhung sichtbar: und so fehlerhaft dies auch ist, indem nun das Colorit der Darstellung gar nicht mehr zu ihrem Gegenstande, den volksmässigen
Superstitionen, worauf sich die Dichtung gründet, passt; so sehr es hier und da ins Ueberladene geht, so ist doch eigene Kraft nicht zu verkennen. [...] Dies ist in der That
eine reizende Leonora, wiewohl gar nicht Bürgers Lenore. Die eleganten Zeichnungen der Lady Beauclerc, welche die prächtige Folioausgabe in Bartolozzi´s
Stich begleiten, machen es noch anschaulicher, wie weit diese hier aus dem Gesichte gerückt ist: da die Zeichnerin das Gedicht nur durch das Medium der
Uebersetzung kannte, hat alles einen ihr entsprechenden Charakter bekommen; der Reiter ist in halbritterlichem Kostüm mit einem Panzer vorgestellt, und bey
der letzten Verwandlung ist ihm statt der Hippe ein Pfeil in die Hand gegeben, so dass man eher an Milton´s Tod erinnert wird. [...] Man kann sagen, dass die
Spencersche Uebersetzung die verfehlteste, die von Hn. Pye dagegen die kälteste von den dreyen ist. [...]” (Hervorhebung hinzugefügt)
Die Lenore der Lady Beauclerc scheint zu ihrer Zeit beliebt gewesen zu sein. Ein Exemplar fand sich auch im Nachlaß von F.G. Klopstock und
in einem Brief vom 8.1.1800 bittet Klopstock seinen Verleger Göschen, ihr einen Auftrag zu erteilen.
Lenore von Cl.Kohl. In:Gedichte von Gottfried August Bürger. Schrämbl Wien MDCCLXXXIX (Sammlung Helmut Scherer)
Vollständiges Bild (58 x 108 mm) und Ausschnittvergrößerung (J.Grasay inv. Cl. Kohl sc).
Lenore von Johann David Schubert (1761-1822)
Lenore von Ary Scheffer: Die Rückkehr der Armee 1829
Lenore von Ary Scheffer: Die Toten reiten schnell. 1830
Lenore von Kristina Gehrmann. 2007.
Die Ballade der Leonore von Emile Jean Horace Vernet. 1839
Lenore von
Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland. In: Bilder und Randzeichnungen zu deutschen Dichtungen. 1838
größeres Bild (3MB)
Lenore. Stahlstich gezeichnet von Zwecker. Carl Meyer´s Kunst-Anstalt in Nürnberg, um 1860 (Sammlung Klaus Damert)
Lenore von
Moritz Retzsch. In: Umrisse zu Buerger´s Balladen [...] Leipzig 1840. (Sammlung Helmut Scherer)
Das Buch enthält den Text der drei Balladen,
zur Lenore sechs Bilder
zum Lied vom braven Mann vier Bilder
zur Pfarrers Tochter von Taubenhain fünf Bilder
zu jedem Bild wird eine sehr ausführliche
Beschreibung gegeben,
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Strophe 1: Lenore fuhr um´s Morgenrot Empor aus schweren Träumen:
“Bist untreu, Wilhelm, oder tot? Wie lange willst du säumen?” - Er war mit König Friedrichs Macht Gezogen in die Prager Schlacht, Und hatte nicht geschrieben:
Ob er gesund geblieben.”
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Strophe 4: Sie frug den Zug wohl auf und ab Und frug nach allen Namen.
Doch keiner war, der Kundschaft gab, Von allen, so da kamen.
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Strophe 5: Die Mutter lief wohl hin zu ihr: -
“Ach, daß sich Gott erbarme! Du trautes Kind, was ist mit dir?” - Und schloß sie in die Arme. - “O Mutter, Mutter! hin ist hin! Nun fahre Welt und alles hin!
Bei Gott ist kein Erbarmen. O weh, o weh mir Armen - “
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Strophe 15: Wir satteln nur um Mitternacht.
Weit ritt ich her von Böhmen. Ich habe spät mich aufgemacht, Und will dich mit mir nehmen.” - “Ach Wilhelm, erst herein geschwind! Den Hagedorn durchsaust der Wind,
Herein, in meinen Armen, Herzliebster, zu erwarmen!” -
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Strophe 20: Zur rechten und zur linken Hand, Vorbei vor ihren Blicken,
Wie flogen Anger, Heid´ und Land! Wie donnerten die Brücken! - “Graut Liebchen auch? - - Der Mond scheint hell! Hurrah! Die Toten reiten schnell!
Graut Liebchen auch vor Toten?” - “Ach nein! -- Doch laß die Toten!” -
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Strophe 31: Hoch bäumte sich, wild schnob der Rapp´,
Und sprühte Feuerfunken; Und hui! war´s unter ihr hinab Verschwunden und versunken. Geheul! Geheul aus hoher Luft, Gewinsel kam aus tiefer Gruft. Lenorens Herz, mit Beben,
Rang zwischen Tod und Leben.
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Lenore von
Johann Christian Ruhl. In: Die Ballade der Lenore, von G.A. Bürger. In zwölf Umrissen. Cassel 1827.
“[Vorwort] Gewiss muss es unser Nationalgefühl schmeicheln, wenn wir sehen, dass fremde Hände auf unserm eignen Boden Schätze heben, die wir selbst fast zu vergessen
anfingen. Ausser den vielen englischen Uebersetzungen, von denen wir hier nur die von E. Spencer namentlich anführen, da es diejenige ist, welche wir neben dem Original
haben abdrucken lassen, erschien 1823 eine Uebersetzung der Werke Bürgers in´s Französische von Ferdinand Flocon. Eine Italienische war kurz vorher herausgekommen.
Wenn nun so der Werth dessen, was wir besitzen, durch fremde Anerkennung erneuert, in unsere Erinnerung zurück gebracht wird; so haben wir hier Lenore gleichsam als uns
zum zweiten Mal geschenkt zu betrachten, und es bleibt uns nur noch übrig, des Publikums Nachsicht für diese Blätter in Anspruch zu nehmen, welche eine Darstellung des anziehenden Gedichtes versuchen.
C a s s e l, im September 1827. J. Chr. Ruhl.”
 Lenore fuhr um´s Morgenroth Empor aus schweren Träumen:
 Gottlob! rief Kind und Gattin laut, Willkommen manche frohe Braut.
 Sie frug den Zug wohl auf und ab, Und frug nach allen Nahmen;
 Lisch aus, mein Licht, auf ewig aus! Stirb hin, stirb hin, in Nacht und Graus, Bei Gott ist kein Erbarmen,
O weh, o weh, mit Armen ! --
 ´Holla, Holla ! thu auf mein Kind ! Schläfst Liebchen, oder wachst du ?
 Schön Liebchen schürzte, sprang und schwang Sich auf das Ross behende;
 Sie ha! sieh da! am Hochgericht Tanzt´ um des Rades Spindel, Halb sichtbarlich bei Mondenlicht, Ein luftiges Gesindel. -
 Zur rechten und zur linken Hand, Vorbei vor ihren Blicken. Wie flogen Anger, Heid´ und Land ! Wie donnerten die Brücken!
 Rasch auf ein eisern Gitterthor Ging´s mit verhängtem Zügel;
 Zum nackten Schädel ward sein Kopf; Sein Körper zum Gerippe, Mit Stundenglas und Hippe.
 Mit Gott im Himmel hadre nicht, Des Leibes bist du ledig, Gott sei der Seele gnädig !
Lenore von Hermann Plüddemann.In:Deutsches Balladenbuch 1933. Neudruck der Erstausgabe von 1852
Lenore von Johann Heinrich Ramberg. In: Bildkataloge des Kestner-Museums Hannover, Handzeichnungen II Johann Heinrich Ramberg Illustrationen zu deutschen
Klassikern Hannover 1963
Lenore von Louis Boulanger
Lenore von Albrecht Appelhans. In: SINGEN UND SAGEN, GROSSE DEUTSCHE BALLADEN, DEUTSCHER BÜCHERBUND
STUTTGART . HAMBURG o.J., (Sammlung Klaus Damert)
Lenore von Otto Schubert. In: Studien zur Lenore aus dem Nachlass.
(Sammlung des Gottfried August Bürger Museums Molmerswende)
Lenore von Dieter Gotzsche, signiert. (Sammlung des Gottfried August Bürger Museums Molmerswende)
Lenore von Uwe Pfeifer,signiert. (Sammlung des Gottfried August Bürger Museums Molmerswende)
Lenore von Friedrich Gesellschap. In: Balladenkranz aus deutschen Dichtern gesammelt. 1866. (Sammlung Klaus Damert)

Lenore von Eugen Napoleon Neureuther. In: Neureuther, Bilder um Lieder. 1918. (Sammlung Klaus Damert)
Größeres Bild.
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Lenore von Carl Friedrich Lessing. In: Handzeichnungen aus dem Cincinnati Art Museum, Ohio/USA
Ausstellungskatalog 6.Sept.-2.Nov. 1980 Staatliche Kunsthalle Karlsruhe.
Diese Handzeichnung ist eine Vorstudie zu einem Ölgemälde, das im Berliner Schloß (Inventarnr.GK 1633) vorhanden war und jetzt als Kriegsverlust geführt wird. Frau Cornelia
Posselt von den Staatlichen Museen zu Berlin war so freundlich, in dieser Sache zu recherchieren. Sie konnte zwei diesbezügliche Abbildungen finden, einen Holzschnitt und eine Lithographie:
Lenore von Carl Friedrich Lessing. Holzschnitt. In: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg (Hrsg.): Zerstört, entführt, verschollen. Die Verluste der
preußischen Schlösser im Zweiten Weltkrieg. Potsdam 2004. S. 297
Leonore von Carl Friedrich Lessing, nach der Lithographie von F.Jentzen. In: Schaarschmidt, Friedrich (Hrsg.): Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst. Düsseldorf 1902.
Abbildung S. 111

Größeres Bild.
Lenore von Carl Friedrich Lessing, Lithographie von Marin Lavigne (Sammlung Klaus Damert, Molmerswende)
Eine Erläuterung zu diesem Bild im Conversations-Lexicon für bildende Kunst, Volume 3 1846
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Lenore von Frank Kirchbach. In: Illustrierte Zeitung, 24. October 1896, S. 488 (Sammlung Klaus Damert)
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 Ausschnitt aus Kirchbachs Lenore
Lenore von Georg Emanuel Opiz. In: Urania 1829. (Sammlung Heinrich Tuitje)
Eine zeitgenössische Kritik zu den Illustrationen von G.E. Opiz von 1828.
Größeres Bild.
Leonore von Carl Oesterley [Oesterlay]. Hannoversches Vereins Blatt für das Jahr 1849/50, Gedr. von Chardon jeune et Fils.
Gest von JOUANIN (Sammlung Klaus Damert)
Größeres Bild.
Lenore - Ballade de Bürger - Fac-simile d´une lithographie de l´album la Silhouette ( N.Y. PUBLIC LIBRARY)
Lenore von William Blake. In: J.T. Stanley - Leonora (A Tale, Translated freely from the German of Gottfried August Bürger), second Edition
London 1796 (Anmerkungen zu dieser sehr freien Übersetzung und dem Hauptbild von W. Blake in: Evelyn B. Jolles.
G.A.Bürgers Ballade Lenore in England, 1974, S. 105-116)
O! how I dreamt of things impossible
Of Death affecting Forms least of himself;
I´ve seen, or dreamt I saw the Tyrant dress,
Lay by his Horrors, and put on his Smiles;
Treacherous he came an unexcepted Guest,
Nay, though invited by the loudest Calls
Of bold Imprudence, unexpected still;
And then he drops his Mask.
Altered from Young.
Lenore von Franz Stassen. In: Deutscher Balladenborn für jung und alt. 1904 (Sammlung Klaus Damert)
Leonora von Daniel Maclise. In: Leonora. Translated by Julia M. Cameron. With Illustrations by D. Maclise R.A.
Engraved by John Thompson, London 1847. Das von Google digitalisierte Werk vollständig in der ONLINE-BIBLIOTHEK.
Eine zeitgenössische Rezension von 1847.
Lenore von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophe 6:
Hilf Gott, hilf! Sieh uns gnädig an! Kind, bet´ ein Vaterunser!
Was Gott thut, das ist wohlgethan. Gott, Gott erbarmt sich Unser!” - “O Mutter, Mutter! Eitler Wahn! Gott hat an mir nicht wohlgethan! Was half, was half mein Beten?
Nun ist´s nicht mehr vonnöthen.”-
Strophe 16:
Laß sausen durch den Hagedorn, Laß sausen, Kind, laß sausen!
Der Rappe scharrt; es klirrt der Sporn. Ich darf allhier nicht hausen. Komm, schürze, spring´ und schwing dich
Auf meinen Rappen hinter mich! Muß heut noch hundert Meilen Mit dir in´s Brautbett´ eilen.
Strophen 24-25:
Wie flogen rechts, wie flogen links, Gebirge, Bäum´ und Hecken!
Wie flogen links, und rechts, und links Die Dörfer, Städt´ und Flecken! “Graut Liebchen auch? - - Der Mond scheint hell!
Hurrah! die Todten reiten schnell! Graut Liebchen auch vor Todten?” - “Ach! Laß sie ruhn, die Todten!” -
Sie da! sieh da! Am Hochgericht Tanzt´ um des Rades Spindel
Halb sichtbarlich bey Mondenlicht, Ein luftiges Gesindel. - “Sasa! Gesindel, hier! Komm hier! Gesindel, komm und folge mir!
Tanz´ uns den Hochzeitreigen, Wann wir zu Bette steigen!” -
Strophen 30-31:
Ha sieh! Ha sieh! im Augenblick, Huhu! ein gräßlich Wunder!
Des Reiters Koller, Stück für Stück, Fiel ab, wie mürber Zunder. Zum Schädel, ohne Zopf und Schopf, Zum nackten Schädel ward sein Kopf;
Sein Körper zum Gerippe, Mit Stundenglas und Hippe.
Hoch bäumte sich, wild schnob der Rapp`, Und sprühte Feuerfunken;
Und hui! war´s unter ihr hinab Verschwunden und versunken. Geheul! Geheul aus hoher Luft, Gewinsel kam aus tiefer Gruft.
Lenorens Herz, mit Beben, Rang zwischen Tod und Leben.
Strophe 32:
Nun tanzen wohl bey Mondenglanz, Rund um herum im Kreise,
Die Geister einen Kettentanz, Und heulten diese Weise: “Geduld! Geduld! Wenn´s Herz auch bricht! Mit Gott im Himmel hadre nicht!
Des Leibes bist du ledig; Gott sey der Seele gnädig!”
Lenore von W. Böhm. In: Lenore von G.A. Buerger in Musik gesetzt von I.R. Zumsteeg. Bey Breitkopf & Härtel. Leipzig [o.J.]
(Sammlung des Gottfried August Bürger Museums in Molmerswende)
Diese Bilder orientieren sich offensichtlich an der Vorlage von Lady Diana Beauclerk 1796.
Lenore von Daniel Chodowiecki. Titelvignette Kleine poetische Blumenlese. Prag 1789.
Leonora von William Wood. In: Specimens OF THE GERMAN LYRIC POETS:CONSISTING OF TRANSLATION IN VERSE, FROM THE WORKS OF BÜRGER, GOETHE,
KLOPSTOCK, SCHILLER, &c. London 1822. Digitalisiert von Google
LÈNORE von Octave Penguilly. In: LA PLÈIADE. BALLADES, FABLIAUX, NOUVELLES ET LÈGENDES. Paris Curmer 1842
(Sammlung Kaus Damert)
LE RÈVE (Gravures LOUIS)
LE RETOUR (Gravures LOUIS)
LE BLASPHÈME (Gravures SOYER)
LE DÈPART (Gravures LOUIS)
LA COURSE (Gravures LOUIS)
LA COURSE DES SUPPLISIÈS (Gravures LOUIS)
LE CIMETIÈRE (Gravures LOUIS)
Lenore von F.O. Schmid. In: Deutsche Dichter und Denker aus der klassischen Zeit
hrsg. unter Mitw. der namhaftesten Schriftsteller und Künstler von Ludwig Lenz. Hamburg 1860. (Sammlung Klaus Damert)
Größeres Bild
Lenore von E. Nietzsch Sohn. Zu Gottfried August Bürgers hundertjährigem Todestag. In: Über Land und Meer. No. 36, S. 741, 1894
Größeres Bild.
Lenore. In: R.Chambers. The Book of Days. A Miscellany of polpular Antiquities. Vol. 1. 1864. Digitalisiert von Google.
Leonore, das Opfer blinder Liebe. Liedflugschrift von Kahlbrock 1861. Quelle:Deutsches Volksliedarchiv – Institut für internationale Popularliedforschung. Digitalisierte
Liedflugschriften, Signatur: V1/1135-2. URL: http://www.dva-freiburg.de/a_bestaende/digitalisierte-liedflugschriften
Lenore von Wilhelm Emelé. In: Über Land und Meer. S. 69, 1884.(Sammlung Helmut Scherer)
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Lenore von Alfred W. Elmore, gemalt 1871.
Lenore von Charles Rochusen. Albumblatt No. 7 in De Nederlandsche Spectator 1870. (Sammlung Klaus Damert)
Lenore , aus einer Liedflugschrift um 1785 (Sammlung Helmut Scherer)
Lenore aus der Liedflugschrift “Lenore das unglückliche Opfer blinder Liebe, Eine Begebenheit aus dem siebenjährigen Kriege, mit 8
illuminierten Bildern” um 1785 (Sammlung Helmut Scherer)
Lenore von Josef Hegenbarth. 1920. Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Bestand des Josef-Hegenbarth-Archivs
Lenore unbekannter Herkunft. Quelle: Blog von decordoba, Lenore vom 31.10.2011
Lenora von Maria Lucija Stupica. Aus: Lenora, übersetzt von France Preš
eren. Youtube vom 15.01.2011.
Adeline von Frank Stone. In: Der deutschen Dichter Frauensaal. Eine Sammlung weiblicher Bildnisse als Zierden zu den classischen Dichtern Deutschlands. BUERGER.
1836 (Sammlung Klaus Damert)
Wandelt sie beim hohen Festchorale Durch den Tempel zu des Herren Mahle,
Huldigung und Himmelswunsch im Blick, Ach, so wähn´ ich Gottes Braut zu schauen; Mir entsinket alle mein Vertrauen,
Und die Liebe bebt vor ihr zurück.
Aber seh´ ich, wie im Alltagskreise,
Frei und fröhlich, doch nach Sitt´ und Weise, Sie so mädchenhaft sich haben kann; Wie sie Scherz und Ernst so lieblich kleidet,
und um ihre Huld sich alles neidet: Dann wagt Liebe wieder sich heran.
Ehrfurcht neigt sich ihr im Engelsglanze.
Lieb´ umschmeichelt sie, im Mädchenkranze Sanfter Myrten, ohne Himmelsschein. Ach! so himmlisch dünke sie stets allen!
Aber meiner Liebe zu gefallen, Hold und magisch meinem Blick allein.
Größeres Bild
Der zugehörige Text im Frauensaal.
An die Menschengesichter von Dieter Gotzsche,signiert. (Sammlung des Gottfried August Bürger Museums Molmerswende)
Strophen 1-3:
Ich habe was Liebes, das hab´ ich zu lieb; Was kann ich, was kann ich dafür? D´rum sind mir die Menschengesichter nicht hold:
Doch spinn´ ich ja leider nicht Seide, noch Gold, Ich spinne nur Herzeleid mir.
Auch mich hat was Liebes im Herzen zu lieb;
Was kann es, was kann es für´s Herz? Auch ihm sind die Menschengesichter nicht hold: Doch spinnt es ja leider nicht Seide noch Gold,
Es spinnt sich nur Elend und Schmerz.
Wir seufzen und sehnen, wir schmachten uns nach,
Wir sehnen und seufzen uns krank. Die Menschengesichter verargen uns das; Sie reden, sie thun uns bald dies und bald das;
Und schmieden uns Fessel und Zwang.
Das Lied vom braven Mann von Daniel Chodowiecki (nachgestochen von Riepenhausen) . In: Gedichte von Gottfried August Bürger. Zweyter Theil. Mit Kupfern.
Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)

Strophen 18-19: Hier rief der Graf, mein wackrer Freund ! Hier ist dein Preis ! Komm her! Nimm hin!” - Sag an, war das nicht brav gemeint?
Bey Gott! der Graf trug hohen Sinn. - Doch höher und himmlischer, wahrlich! schlug Das Herz, das der Bauer im Kittel trug.
“Mein Leben ist für Gold nicht feil. Arm bin ich zwar, doch ess´ich satt.
Dem Zöllner werd´eur Gold zu Theil, Der Hab´und Gut verloren hat!” So rief er, mit herzlichem Biederton, Und wandte den Rücken und ging davon.
Das Lied vom braven Mann von Moritz Retzsch. In:Umrisse zu Buerger´s Balladen [...] Leipzig 1840
(Sammlung Helmut Scherer)
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Strophe 10: Rasch galoppiert´ ein Graf hervor,
Auf hohem Roß ein edler Graf. Was hielt des Grafen Hand empor? Ein Beutel war es, voll und straff. - “Zweihundert Pistolen sind zugesagt
Dem, welcher die Rettung der Armen wagt.”
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Strophe 15: Und kühn in Gottes Namen, sprang
Er in den nächsten Fischerkahn; Trotz Wirbel, Sturm, und Wogendrang, Kam der Erretter glücklich an: Doch wehe! Der Nachen war allzuklein, Der Retter von Allen zugleich zu sein.
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Strophe 16: Und dreimal zwang er seinen Kahn,
Trotz Wirbel, Sturm, und Wogendrang; Und dreimal kam er glücklich an, Bis ihm die Rettung ganz gelang. Kaum kamen die letzten in sichern Port;
So rollte das letzte Getrümmer fort. -
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Strophe 19: ”Mein Leben ist für Gold nicht feil.
Arm bin ich zwar, doch ess´ ich satt. Dem Zöllner werd´ eur Gold zu Teil, Der Hab´ und Gut verloren hat!” So rief er, mit herzlichem Biederton,
Und wandte den Rücken und ging davon. -
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Das Lied vom braven Mann von Theobald von Oer. In: Deutsches Balladenbuch 1933. Neudruck der Erstausgabe von 1852
Strophen 15-16:
Und kühn in Gottes Namen, sprang Er in den nächsten Fischerkahn; Trotz Wirbel, Sturm, und Wogendrang, Kam der Erretter glücklich an:
Doch wehe! der Nachen war allzuklein, Der Retter von Allen zugleich zu sein.
Und dreimal zwang er seinen Kahn,
Trotz Wirbel, Sturm, und Wogendrang: Und dreimal kam er glücklich an, Bis ihm die Rettung ganz gelang.
Kaum kamen die Letzten in sichern Port; So rollte das letzte Getrümmer fort.
Das Lied vom braven Mann von Albrecht Appelhans. In: SINGEN UND SAGEN, GROSSE DEUTSCHE BALLADEN, DEUTSCHER
BÜCHERBUND STUTTGART . HAMBURG o.J. (Sammlung Klaus Damert)
Das Lied vom braven Mann von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophen 3-5:
Am Hochgebirge schmolz der Schnee; Der Sturz von tausend Wassern scholl;
Das Wiesenthal begrub ein See; Des Landes Heerstrom wuchs und schwoll; Hoch rollten die Wogen, entlang ihr Gleis, Und rollten gewaltige Felsen Eis.
Auf Pfeilern und auf Bogen schwer, Aus Quaderstein von unten auf,
Lag eine Brücke d´rüber her; Und mitten stand ein Häuschen d´rauf. Hier wohnte der Zöllner, mit Weib und Kind. .-
“O Zöllner! o Zöllner! Entfleuch geschwind!”
Es dröhn und dröhnte dumpf heran, Lauf heulten Sturm und Wog´ um´s Haus.
Der Zöllner sprang zum Dach hinan, Und blickt´ in den Tumult hinaus. - “Barmherziger Himmel! Erbarme dich! Verloren! Verloren! Wer rettet mich?” -
Strophen 8-10:
Hoch auf dem fernen Ufer stand
Ein Schwarm von Gaffern, groß und klein; Und Jeder schrie und rang die Hand, Doch mochte Niemand Retter seyn.
Der bebende Zöllner, mit Weib und Kind, Durchheulte nach Rettung den Strom und Wind. -
Wann klingst du, Lied vom braven Mnn,
Wie Orgelton und Glockenklang? Wohlan! So nenn´ ihn, nenn´ ihn dann! Wann nennst du ihn, mein schönster Sang?
Bald nahet der Mitte der Umsturz sich. O braver Mann! braver Mann! zeige dich!
Rasch galoppirt´ ein Graf hervor, Auf hohem Roß ein edler Graf.
Was hielt des Grafen Hand empor? Ein Beutel war es, voll und straff. - “Zweyhundert Pistolen sind zugesagt
Dem, welcher die Rettung der Armen wagt.”
 Strophe 13-15:
“Halloh! Halloh! Frisch auf gewagt!” Hoch hielt der Graf den Preis empor.
Ein Jeder hört´s, doch Jeder zagt, Aus Tausenden tritt Keiner vor. Vergebens durchheulte, mit Weib und Kind, Der Zöllner nach Rettung den Strom und Wind. -
Sie, schlecht und recht, ein Bauersmann Am Wanderstabe schritt daher,
Mit grobem Kittel angethan, An Wuchs und Antliz hoch und hehr. Er hörte den Grafen; vernahm sein Wort; Und schaute das nahe Verderben dort.
Und kühn in Gottes Namen, sprang Er in den nächsten Fischerkahn;
Trotz Wirbel, Sturm, und Wogendrang, Kam der Erretter glücklich an: Doch wehe! der Nachen war allzuklein, Der Retter von Allen zugleich zu seyn.
Das Lied vom braven Mann von Cl. Kohl. In: Bürgers Gedichte , Wien 1796, digitalisiert von Google
Das Lied vom braven Mann von Ph. Foltz im Servicezimmer der Königin (Königsbau der Münchner Residenz). In: Die Prunkappartements Ludwigs I. im Königsbau der
Münchner Residenz. 1992.
Es handelt sich hier um ein Aquarell, das John Gregory Crace
um 1843 angefertigt hat.
Die Anordnung der Illustrationen zu Werken G.A. Bürgers an der
Ostwand des Servicezimmers der Königin zeigt eine Tafel aus dem Klenzewerk: Tafel XIII. (Leo von Klenze - Architekt des Königsbaus und der Walhalla bei Regensburg).
Das Lied vom braven Mann von Uwe Pfeifer. In: Gottfried August Bürger / Hurra! die Toten reiten schnell! /
Fünf Balladen und eine Erzählung. Helmut Scherer-Verlag 1994
Das Lied vom braven Mann. Anonym. In: Vier Balladen und anderes von Gottfried August August Bürger. Ein Heft aus der Hausbücherei der frischen Resi [1928].
Verlag der Vereinigten Margarine-Werke vorm. Hch, Lang & Söhne, vorm. Salb & Wohl, Nürnberg.
Strophen 3-5:
Am Hochgebirge schmolz der Schnee; Der Sturz von tausend Wassern scholl;
Das Wiesenthal begrub ein See; Des Landes Heerstrom wuchs und schwoll; Hoch rollten die Wogen, entlang ihr Gleis, Und rollten gewaltige Felsen Eis.
Auf Pfeilern und auf Bogen schwer, Aus Quaderstein von unten auf,
Lag eine Brücke d´rüber her; Und mitten stand ein Häuschen d´rauf. Hier wohnte der Zöllner, mit Weib und Kind. .-
“O Zöllner! o Zöllner! Entfleuch geschwind!”
Es dröhn und dröhnte dumpf heran, Lauf heulten Sturm und Wog´ um´s Haus.
Der Zöllner sprang zum Dach hinan, Und blickt´ in den Tumult hinaus. - “Barmherziger Himmel! Erbarme dich! Verloren! Verloren! Wer rettet mich?” -
Das Lied von Treue von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophe 1:
Wer gern treu eigen sein Liebchen hat,
Den necken Stadt Und Hof mit gar mancherley Sorgen. Der Marschall von Holm, den das Necken verdroß,
Hielt klüglich deswegen auf ländlichem Schloß Seitweges sein Liebchen verborgen.
Strophe 15:
“Verruchter Räuber, halt an, halt an,
Und steh dem Mann, An dem du Verdammniß erfrevelt! Verschlänge doch stracks dich ihr glühender Schlund!
Und müßtest du ewig da flackern, o Hund, Vom Zeh bis zum Wirbel beschwefelt!”
Strophe 34:
Er schnalzt und klopfet wohl sanft aufs Knie,
Lockt freundlich sie Durch alle gefälligen Töne. Er weiset vergebens sein Zuckerbrot vor.
Sie weichen und springen am Marschall empor, Und weisen dem Junker die Zähne.
Der Bruder Graurock und die Pilgerin von Daniel Chodowiecki (nachgestochen von Riepenhausen). In: Gedichte von Gottfried August Bürger. Zweyter Theil. Mit
Kupfern. Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)
Strophen 1-3: Ein Pilgermädel, jung und schön,
Wallt auf ein Kloster zu. Sie zog das Glöcklein an dem Thor; Ein Bruder Graurock trat hervor, Halbbarfuß ohne Schuh.
Sie sprach: “Gelobt sey Jesus Christ! - “ “In Ewigkeit!” sprach er.
Gar wunderseltsam ihm geschah; Und als er ihr ins Auge sah, Da schlug sein Herz noch mehr.
Die Pilgerinn mit leisem Ton, Voll holder Schüchternheit:
“Ehrwürdiger, o meldet mir, Weilt nicht mein Herzgeliebter hier In Klostereinsamkeit?”
Der Bruder Graurock und die Pilgerin von Hermann Plüddemann. In: Deutsches Balladenbuch 1933, Neudruck der
Erstausgabe von 1852
Der Bruder Graurock und die Pilgerin von Drechsler. In: Gottfried August Bürger´s Gedichte. Herausgegeben von
Carl Reinhard. Zweyter Theil. Wien [1796] (Sammlung Helmut Scherer)
Der Bruder Graurock und die Pilgerin von Georg Emanuel Opiz. In: Urania 1829.
(Sammlung Heinrich Tuitje)
Eine zeitgenössische Kritik zu den Illustrationen von G.E. Opiz von 1828.
Größeres Bild.
Der Bruder Graurock und die Pilgerin von Joseph Anton Rhomberg (Ölgemälde), 1820
Original in Neue Pinakothek München
Der Bruder Graurock und die Pilgerinn von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920.
Sammlung Klaus Damert)
Strophen 1-3:
Ein Pilgermädel, jung und schön, Wallt´ auf ein Kloster zu.
Sie zog das Glöcklein an dem Thor; Ein Bruder Graurock trat hervor, Halbbarfuß ohne Schuh.
Sie sprach:”Gelobt sey Jesus Christ! - “ “In Ewigkeit!” sprach er.
Gar wunderseltsam ihm geschah; Und als er ihr ins Auge sah, Da schlug sein Herz noch mehr.
Die Pilgerinn mit leisem Ton, Voll holder Schüchternheit:
“Ehrwürdiger, o meldet mir, Weilt nicht mein Herzgeliebter hier In Klostereinsamkeit?” -
 Strophen 16-18:
So seh ich ihn nun nimmermehr? O weh! Nun nimmermehr? -
Nein! Nein! Ihn birgt ein düstres Grab; Es regnet d´rauf und schney´t herab; Und Gras weht d´rüber her. -
Wo seyd ihr Augen, blau und klar? Ihr Wangen, rosenroth?
Ihr Lippen, süß wie Nelkenduft? - Ach! Alles modert in der Gruft; Und mich verzehrt die Noth.” -
“Kind Gottes, härme so dich nicht! Und denk´ wie Männer sind!
Den Meisten weht´s aus Einer Brust, Bald heiß, bald kalt; sie sind zur Lust Und Unlust gleich geschwind.”
 Strophen 26-28:
Aus hoffmungslosem Liebesschmerz Erkohr ich dieß Gewand.
Bald hätt´ in Klostereinsamkeit Mein Leben und mein Herzeleid Ein hoher Schwur verbannt.
Doch, Gott sey Dank! mein Probejahr Ist noch nicht ganz herum.
Fein´s Liebchen, hast du wahr bekannt? Und gäbst du mir wohl gern die Hand; So kehrt´ ich wieder um.” -
“Gottlob! Gottlob! Nun fahre hin Auf ewig Gram und Noth!
Willkommen! o willkommen, Lust! Komm Herzensjung´ an meine Brust! Nun scheid´ uns nichts, als Tod!”
Der Bruder Graurock und die Pilgerinn von Johann Christian Reinhart 1784.
Der Hund aus der Pfennigschenke von Lips. In: Gottfr. Aug. Bürger. Sein Leben und seine Werke von Wolfgang von Wurzbach.
1900. Tafel XXII (Sammlung Helmut Scherer)
Strophen 2-3: Des Wegs kam auch mit Rohr und Degen,
Flink, wohlgemut, keck und verwegen, Ein Herrchen Krauskopf herspaziert. Kliffklaff setzt an, und hochtuschiert
Hält von dem Hunde sich das Herrchen. Und Herrchen Krauskopf ist ein Närrchen; Fängt mit dem Klaffer Händel an,
Greift fix nach Steinen in die Runde, Und schleudert, was es schleudern kann, Und flucht und prügelt nach dem Hunde.
Der Köter knirscht in jeden Stein, Zerrt bald an meines Herrchens Rocke, Bald an dem Degen, bald am Stocke,
Beißt endlich gar ihm in das Bein, Und bellt so wütig, daß mit Haufen Die Nachbarn alle, groß und klein,
Zu Fenstern und zu Thüren laufen. Die Buben klatschten und juchhein Und hetzen gar noch oben drein.
Nun fing sich´s Herrchen an zu schämen, Umsonst so sehr sich bequemen, Um dem Hallo sich zu entziehn,
Wohl fürbaß seinen Weg zu nehmen, Und einzustecken Hohn und Schmach.
Denn alle Straßenbuben gafften,
Und alle Klaffkonsorten klafften
Noch weit zum Dorf hinaus ihm nach.
Dies Fabelchen führt Gold im Munde:
Weicht aus dem Rezensentenhunde.”
Der Kaiser und der Abt von Theobald von Oer. In: Deutsches Balladenbuch 1933. Neudruck der Erstausgabe von 1852
Strophen 2-4:
Dem Kaiser ward´s sauer in Hitz´ und in Kälte: Oft schlief er bepanzert im Kriegesgezelte;
Oft hatt´ er kaum Wasser zu Schwarzbrot und Wurst; Und öfter noch litt´ er gar Hunger und Durst.
Das Pfäfflein, das wußte sich besser zu hegen,
Und weidlich am Tisch und im Bette zu pflegen. Wie Vollmond glänzte sein feistes Gesicht. Drei Männer umspannten den Schmerbauch ihm nicht.
D´rob suchte der Kaiser am Pfäfflein oft Hader.
Einst ritt er, mit reisigem Kriegsgeschwader, In brennender Hitze des Sommers vorbei. Das Pfäfflein spazierte vor seiner Abtei.
Der Kaiser und der Abt von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophe 1-3:
Ich will euch erzählen ein Mährchen, gar schnurrig:
Es war ´mal ein Kaiser; der Kaiser war kurrig; Auch war ´mal ein Abt, ein gar stattlicher Herr; Nur Schade! sein Schäfer war klüger, als Er.
Dem Kaiser ward´s sauer in Hitz´ und in Kälte:
Oft schlief er bepanzert im Kriegesgezelte; Oft hatt´ er kaum Wasser zu Schwarzbrot und Wurst; und öfter noch litt er gar Hunger und Durst.
Das Pfäfflein, das wußte sich besser zu hegen,
Und weidlich am Tisch und im Bette zu pflegen. Wie Vollmond glänzte sein feistes Gesicht. Drey Männer umspannten den Schmerbauch ihm nicht.
Strophe 11-14:
Und könnt ihr mir diese drey Fragen nicht lösen, So seyd ihr die längste Zeit Abt hier gewesen; So lass´ ich euch führen zu Esel durchs Land,
Verkehrt, statt des Zaumes, den Schwanz in der Hand.” -
D´rauf trabte der Kaiser mit Lachen von hinnen.
Das Pfäfflein zerriß und zerspliß sich mit Sinnen. Kein armer Verbrecher fühlt mehr Schwulität, Der vor hochnothpeinlichem Halsgericht steht.
Er schickte nach ein, zwey, drey, vier Un´vers´täten,
Er fragte bey ein, zwey, drey, vier Facultäten, Er zahlte Gebühren und Sportuln vollauf: Doch löste kein Doctor die Fragen ihm auf.
Schnell wuchsen, bey herzlichem Zagen und Pochen,
Die Stunden zu Tagen, die Tage zu Wochen, Die Wochen zu Monden; schon kam der Termin! Ihm ward´s vor den Augen bald gelb und bald grün.
Strophen 20-22:
Zum dritten, ich ärmster von allen Prälaten,
Soll ich ihm gar seine Gedanken errathen; Die will er mir treulich bekennen: allein Es soll auch kein Titelchen wahres d´ran seyn.
Und kann ich ihm diese drey Fragen nicht lösen,
So bin ich die längste Zeit Abt hier gewesen; So läßt er mich führen zu Esel durch´s Land, Verkehrt, statt des Zaumes, den Schwanz in der Hand.” -
“Nichts weiter? erwiedert Hans Bendix mit Lachen,
Herr, gebt euch zufrieden! das will ich schon machen. Nur borgt mir eu´r Käppchen, eu´r Kreuzchen und Kleid; So will ich schon geben den rechten bescheid.
 Strophen 36-39:
“Ach, guter Hans Bendix, das ist ja recht Schade!
Erbitte demnach dir ein´ andere Gnade! Sehr hat mich ergötzet dein lustiger Schwank: D´rum soll dich auch wieder ergötzten mein Dank.! -
“Herr Kaiser, groß hab´ ich so eben nichts nöthig:
Doch seyd ihr im Ernst mir zu Gnaden erbötig, So will ich mir bitten zum ehrlichen Lohn, Für meinen hochwürdigen Herren Pardon.”
“Ha bravo! Du trägst, wie ich merke, Geselle,
Das Herz, wie den Kopf, auf der richtigsten Stelle. D´rum sey der Pardon ihm in Gnaden gewährt, Und obenein dir ein Panisbrief beschert:
Wir lassen dem Abt von St. Gallen entbieten:
Hans Bendix soll ihm nicht die Schafe mehr hüten. Der Abt soll sein pflegen, nach unserm Gebot, Umsonst, bis an seinen sanftseligen Tod.”
Der Kaiser und der Abt von Elke Rehder 1997. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.
(Sammlung des Gottfried August Bürger Museums in Molmerswende) mehr von und über Elke Rehder
Strophen 8-11: “Zum ersten: Wann hoch ich, im fürstlichen Rate, Zu Throne mich zeige im Kaiserornate, Dann sollt ihr mir sagen, ein treuer Wardein,
Wie viel ich wohl wert, bis zum Heller mag sein?
Zum zweiten sollt ihr mir berechnen und sagen:
Wie bald ich zu Rosse die Welt mag umjagen? Um keine Minute zu wenig und viel! Ich weiß der Bescheid darauf ist euch nur Spiel.
Zum dritten noch sollst du, o Preis der Prälaten,
Aufs Härchen mir meine Gedanken erraten. Die will ich dann treulich bekennen: allein Es soll auch kein Titelchen Wahres d´ran sein.
Und könnt ihr mir diese drei Fragen nicht lösen,
So seid ihr die längste Zeit Abt hier gewesen: So lass´ ich euch führen zu Esel durchs Land, Verkehrt, statt des Zaumes, den Schwanz in der Hand.”
Strophen 15-17:
Nun sucht´er, ein bleicher hohlwangiger Werther, In Wäldern und Feldern die einsamsten Örter. Da traf ihn, auf selten betretener Bahn,
Hans Bendix, sein Schäfer, am Felsenhang an.
“Herr Abt, sprach Hans Bendix, was mögt ihr euch grämen?
Ihr schwindet ja wahrlich dahin, wie ein Schemen. Maria und Joseph! Wie hotzelt ihr ein! Mein Sixchen! Es muß euch was angethan sein.” -
“Ach, guter Hans Bendix, so muß sich´s wohl schicken.
Der Kaiser will gern mir am Zeuge was flicken, Und hat mir drei Nüss´ auf die Zähne gepackt, Die schwerlich Beelzbub selber wohl knackt.”
Strophe 22: “Nichts weiter? erwidert Hans Bendix mit Lachen,
Herr, gebt euch zufrieden! das will ich schon machen. Nur borgt mir eu´r Käppchen, eu´r Kreuzchen und Kleid; So will ich schon geben den rechten Bescheid.”
Der Kaiser und der Abt von Arpád Schmidhammer. In: Deutsches Lachen. [o.J.] Sammlung Klaus Damert
Der Kaiser und sein Abt von Franz Stassen. In: Deutscher Balladenborn für jung und alt. 1904.
Der Ritter und sein Liebchen von Anonym. In: Liedflugschrift "Drey neue Lieder":
Das Erste. Die Alters-Stufen. Da steht das Bild bis zehn gefallen usw.
Das Zweyte. Der Ritter und sein Liebchen. Ein Ritter ritt wohl in den Krieg usw.
Das Dritte. Du winkst mir holder Jüngling zu. Als Seitenstück zum Fischermädchen.
Wien, 1823. Deutsches Volkslieder-Archiv Freiburg. dva_v_1_1151_7
[Strophen 8-9] Drauf ritt der Ritter hop sa sa!
Und strich sein Bärtchen trallala! Sein Liebchen sah ihn reiten Und hörte noch von weiten Sein Lachen ha ha ha! – –
Traut, Mädchen, leichten Ritter nicht! Manch Ritter ist ein Bösewicht. Sie löffeln wol und wandern Von Einer zu der Andern
Und freien Keine nicht.
Der Raubgraf von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophen 3-4:
Wohl manchem wässerte der Mund, Doch mancher ward geprellt.
Denn, Herr, Gott sey bey uns! Ein Hund Bewacht das schöne Geld. Ein schwarzer Hund, die Zähne bloß, Mit Feueraugen, tellergroß !
Nur immer alle sieben Jahr´ Läßt sich ein Flämmchen sehn.
Dann mag ein Bock, kohlschwarz von Haar, Die Hebung wohl bestehn. Um zwölf Uhr in Walpurgis Nacht, Wird der dem Unhold dargebracht.
Strophen 18-19:
Sie aber trug, trotz Gert´ und Sporn, So sehr er hieb und trat,
Ihn, über Stock und Stein und Dorn, Gerades Wegs zur Stadt. Früh, als das Thor ward aufgetan, Sie da! kam unser Hexlein an.
Mit Kratzfuß und mit Reverenz Naht höhnisch alle Welt:
Willkommen hier, Ihr´ Excellenz! Quartier ist schon bestellt! Du hast uns lange satt geknufft; Man wird dich wieder knuffen, Schuft!
Strophen 23-24:
Mein Herr, fällt mir der Käfig ein, Als Matz kaum ausgeperorirt,
So denk´ ich oft bey mir: Sie da! kam querfeldan
Er dürfte noch zu brauchen seyn, Ein Sansfacon daher trottiert,
Und weiß der Herr, wofür? - - Und hielt den Wagen an,
Für die Französchen Raubmarquis Und visitirte, Pack für Pack,
Die man zur Ferme kommen ließ.” Nach ungestempeltem Taback.
Der wilde Jäger von J.H. Meil. In: Gedichte von Gottfried August Bürger. Zweyter Theil. Mit Kupfern.
Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)
Strophen 20-21:
Hallo, Gesellen, drauf und dran! Jo! Doho! Hussasa!” -
Und jeder Hund fiel wütend an, Was er zunächst vor sich ersah. Bluttriefend sank der Hirt zur Erde,
Bluttriefend Stück für Stück die Herde.
Dem Mordgewühl entrafft sich kaum
Das Wild mit immer schwächerm Lauf. Mit Blut besprengt, bedeckt mit Schaum Nimmt jetzt des Waldes Nacht es auf.
Tief birgt sich´s in des Waldes Mitte, In eines Kläusners Gotteshütte.
Der wilde Jäger von Hermann Plüddemann. In:
Deutsches Balladenbuch 1933. Neudruck der Erstausgabe von 1852
Der wilde Jäger von Anton Gareis. In: Bürgers Ballade mit 5 Bildtafeln, gezeichnet von Joseph Führich, radiert 1827
(Sammlung Klaus Damert)
Das vollständige Werk mit sieben Briefen in der ONLINE-BIBLIOTHEK.

Das erste Blatt:

Das zweite Blatt:
Das dritte Blatt:

Das vierte Blatt:

Das fünfte Blatt:
Der wilde Jäger von Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland. In: Bilder und Randzeichnungen zu deutschen Dichtungen 1838
(Sammlung Helmut Scherer)
größeres Bild (3MB)
Der wilde Jäger von Uwe Pfeifer. In: Gottfried August Bürger / Hurra! die Toten reiten schnell! /
Fünf Balladen und eine Erzählung. Helmut Scherer-Verlag 1994
Größeres Bild.
Der wilde Jäger von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophe 14:
Gesagt, gethan! Der Wildgraf schwang
Sich übern Hagen rasch voran, Und hinterher, bey Knall und Klang, Der Troß mit Hund und Roß und Mnn;
Und Hund und Mann und Roß zerstampfte Die Halmen, daß der Acker dampfte.
Strophe 21:
Dem Mordgewühl entrafft sich kaum
Das Wild mit immer schwächerm Lauf. Mit Blut besprengt, bedeckt mit Schaum Nimmt jetzt des Waldes Nacht es auf.
Tief birgt sich´s in des Waldes Mitte, In eines Kläusners Gotteshütte.
Strophe 32:
Das Grausen weht, das Wetter saust,
Und aus der Erd´ empor huhu! Fährt eine schwarze Riesenfaust; Sie spannt sich auf, sie krallt sich zu;
Hui! will sie ihn beym Wirbel packen; Hui! steht sein Angesicht im Nacken.
Der wilde Jäger von Rudolf Friedrich August Henneberg 1856. Original in der Nationalgalerie Berlin. Größe: 134x340cm.
Der wilde Jäger von Rudolf Friedrich August Henneberg, lithographiert von W. Krauskopf. In: Oskar Berggruen. Die Galerie Schack in München: sechzig Stiche,
Radierungen und andere Reproduktionen nach Gemälden der Galerie. Wien 1883 (Sammlung Helmut Scherer)
Ausschnitte aus diesem über 1.7m breitem Bild:
Hier das Gesamtbild
in hoher Auflösung.
Der wilde Jäger von Rudolf Friedrich August Henneberg 1857. Ölgemälde 77,5x179,4 cm, Zweitfassung des Berliner Originals.
Schack-Galerie München. Näheres in: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Schack-Galerie München, 1989, S. 195ff
1871 wurde ein gleichartiges Bild für einen Berliner Liebhaber angefertigt.
Ein weiteres Bild des “wilden Jägers” ist in Lost Art-Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste (www.lostart.de) aufgeführt. Es handelt sich um
eine Kopie des in der Nationalgalerie Berlin hängenden Originals von Henneberg. Anton Weber fertigte 1890 die Kopie mit den Maßen
130 x 337 cm an. Gemeldet wird der Verlust dieses Bildes von Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Schlossmuseum (Gotha).
Der wilde Jäger von Albert Baur. Deutsche Bilderbogen für Jung und Alt. Nr. 13. (Sammlung Helmut Scherer)
Grösseres B
Der wilde Jäger von Oswald Sickert. 1860. Vorlage für den Münchener Bilderbogen Nr. 177. Dieses Blatt wurde im Katalog Nr. 22/11 von LE CLAIRE KUNST angeboten.
Der wilde Jäger von Oswald Sickert. 1860. Münchener Bilderbogen Nr. 177. (Sammlung Klaus Damert)
Der wilde Jäger von Moritz von Schwind. Lithographie. In: Schwind, des Meisters Werke in 1265 Abbildungen. 1906.
(Sammlung Klaus Damert)
Der wilde Jäger von Carl Blechen. Feder mit schwarzer Tusche laviert, Ausschnitt aus dem Katalog "Carl Blechen -
Zwischen Romantik und Realismus, S. 142. 1990.
Der wohlgesinnte Liebhaber von Hermann Rothballer. In: Venus-Lieder. Verliebtes und Galantes in Wort und Bild. München 1917 (Sammlung Klaus Damert)
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von J.H. Meil. In: Gedichte von Gottfried August Bürger. Zweyter Theil. Mit Kupfern.
Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)

Strophen 26-28:
Lieb Närrchen, ich halte dir´s, wie ich´s gemeint: Mein Liebchen sollst immerdar bleiben. Und wenn dir mein wackerer Jäger gefällt,
so lass´ ich´s mir kosten ein gutes Stück Geld. Dann können wirs ferner noch treiben.”
”Daß Gott dich! - du schändlicher, bübischer Mann! -
Daß Gott dich zur Hölle verdamme! - Entehr´ ich als Gattin dein adliges Blut, Warum dann, o Bösewicht, war ich einst gut
Für deine unehrliche Flamme?”
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von J. Blaschke. In: G.A. Bürgers sämmtliche Werke. Zweyter Band. Gedichte, Wien 1812
(Stich aus dem von Google digitalisierten Werk.)

Strophen 31-33: Wohin nun, wohin, o barmherziger Gott, Wohin nun auf Erden mich wenden?” -
Sie rannte, verzweifelnd an Ehr´ und an Glück, Und kam in den Garten der Heimat zurück, Ihr klägliches Leben zu enden.
Sie taumelt´, an Händen und Füßen verklomt,
Sie kroch zur unseligen Laube; Und jach durchzuckte sie Weh auf Weh, Auf ärmlichem Lager, bestreuet mit Schnee,
Von Reisicht und rasselndem Laube.
Es wand ihr ein Knäblein sich weinend vom Schoß,
Bei wildem unsäglichen Schmerze. Und als das Knäblein geboren war, Da riß sie die silberne Nadel vom Haar,
Und stieß sie dem Knaben ins Herz.
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Carl Schurig. In: Deutsches Balladenbuch 1933. Neudruck der Erstausgabe von 1852
Strophen 34-36: Erst, als sie vollendet die blutige That,
Mußt´ ach! ihr Wahnsinn sich enden. Kalt wehten Entsetzen und Grausen sie an. - “O Jesu, mein Heiland, was hab´ ich getan?”
Sie wand sich das Bast von den Händen.
Sie kratzte mit blutigen Nägeln ein Grab,
Am schilfigen Unkengestade. “Da ruh du, mein Armes, da ruh nun in Gott, Geborgen auf immer vor Elend und Spott! -
Mich hacken die Raben vom Rade!” - -
Das ist das Flämmchen am Unkenteich;
Das flimmert und flammert so traurig. Das ist das Plätzchen, da wächst kein Gras; Das wird vom Tau und vom Regen nicht naß;
Da wehen die Lüftchen so schaurig!
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Moritz Retzsch. In:Umrisse zu Buerger´s Balladen [...] 1840.
(Sammlung Helmut Scherer)
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Strophe 14: Er zog sie zur Laube, so düster und still,
Von blühenden Bohnen umdüftet. Da pocht´ ihe das Herzchen; da schwoll ihr die Brust; Da wurde vom glühenden Hauche der Lust Die Unschuld zu Tode vergiftet. - - -
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Strophe 19: Er schlang ihr fliegendes Haar um die Faust;
Er hieb sie mit knotigen Riemen. Er hieb, das schallte so schrecklich und laut! Er hieb ihr die samtene Lilienhaut Voll schwellender blutiger Striemen.
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Strophe 27: “Daß Gott dich! - du schändlicher, bübischer Mann! -
Daß Gott dich zur Hölle verdamme! - Entehr´ ich als Gattin dein adliges Blut, Warum denn, o Böswicht, war ich einst gut, Für deine unehrliche Flamme? -”
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Strophe 35: Sie kratzte mit blutigen Nägeln ein Grab,
Am schilfigen Unkengestade. “Da ruh du, mein Armes, da ruh nun in Gott, Geborgen auf immer vor Elend und Spott!” - Mich hacken die Raben vom Rade!” - -
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Strophe 37: Allnächtlich herunter vom Rabenstein,
Allnächtlich herunter vom Rade Huscht bleich und wolkicht ein Schattengesicht, Will löschen das Flämmchen, und kann es doch nicht, Und wimmert am Unkengestade.
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Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Uwe Pfeifer (geb. 1947), signiert.
(Sammlung des Gottfried August Bürger Museums Molmerswende
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Eugen Napoleon Neureuther (Randzeichnung) . In: Neureuther, Bilder um Lieder. 1918.
Größeres Bild
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Eugen Napoleon Neureuther (Ölgemälde). In:Bayerische Staatsgemäldesammlungen Neue Pinakothek/München Gemäldekataloge Band V Spätromantik und Realismus.
Größeres Bild.
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920.
(Sammlung Klaus Damert)
Strophen 12-13:
Er wußte sein Wörtchen so traulich und süß
In Ohr und Herz ihr zu girren! - Ach, Liebender Glauben ist willig und zahm! Er sparte kein Locken, die schüchterne Scham
Zu seinem Gelüste zu kirren.
Er schwur sich bey allem, was heilig und hehr,
Auf ewig zu ihrem Getreuen. Und als sie sich sträubte, und als er sie zog, Vermaß er sich theuer, vermaß er sich hoch:
“Lieb Mädel, es soll dich nicht reuen!”
Strophen 33-34:
Es wand ihr ein Knäbchen sich weinend vom Schooß,
Bey wilden unsäglichen Schmerze. Und als das Knäblein geboren war, Da riß sie die silberne Nadel vom Haar,
Und stieß sie dem Knaben ins Herze.
Erst, als sie vollendet die blutige That,
Mußt´ ach! ihr Wahnsinn sich enden. Kalt wehten Entsetzen und Grausen sie an. - “O Jesu, mein Heiland, was hab´ ich gethan?”
Sie wand sich das Bast von den Händen.
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von A.W. Böhm nach einer Zeichnung von Veit Schnorr.
Titelvignette zu Zumsteegs Vertonung dieses Gedichts.
Des Schäfers Liebeswerbung von Chodowiecki (nachgestochen von Riepenhausen). In: Gedichte von Gottfried August Bürger.
Zweyter Theil. Mit Kupfern. Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)
Für Herrn Voß vor seiner Hochzeit gesungen.
Komm, biß mein Liebchen, biß mein Weib!
Und fodre Lust und Zeitvertreib, So oft und viel dein Herz begehrt, Und Garten, Flur, und Hain gewährt.
Bald wollen wir von freien Höhn Rund um die Herden weiden sehn,
Und sehn der Lämmer Fröhlichkeit, Und junger Stiere Hörnerstreit;
Bald hören, durch den Birkenhain, Das Tutti froher Vögelein,
Und, an des Bächleins Murmelfall, Das Solo einer Nachtigall.
Bald rudern auf bekränztem Kahn, Den See hinab, den See hinan;
Bald Fischchen angeln aus der Flut, Bald locken junge Vögelbrut; [...]
Des Schäfers Liebeswerbung von Hans Meid. In: Ein Blumengurt, ein Myrtenhut / Schäferlieder aus zwei Jahrhunderten mit vielen handkolorierten Zeichnungen von
HANS MEID. 1939. Auf der Handpresse Joseph Würth zu Darmstadt hergestellt. Exemplar 350, handsigniert. (Sammlung Klaus Damert)
Das vollständige Blatt.
Das vollständige Blatt.
Das vollständige Blatt.
Der Junker von Falkenstein als Gegenstück zu des Pfarrers Tochter zu Taubenhayn. 1813. Quelle: Deutsches Volksliedarchiv – Institut für internationale Popularliedforschung. Digitalisierte Liedflugschriften, Signatur: V1/1144-teil-2. URL: http://www.dva-freiburg.de/a_bestaende/digitalisierte-liedflugschriften
Junker von Falkenstein´s trauriges Ende. In: Liedflugschrift von Kahlbrock: Des Pfarrer´s Tochter zu Taubenhain, nebst Junker von Falkenstein´s traurigem Ende.
Quelle: Die freudlose Muse 1978
Der Junker von Falkenstein als Gegenstück zu des Pfarrers Tochter zu Taubenhayn.
1785.(Sammlung Helmut Scherer)
Die beiden Liebenden von Fritzi Löw. In: Das süße Gift der Sünde
Strophen 8-9: Ihr Haar im Nacken reizet mich Zu hundert kleinen Thorenspielen, Fast nimmer müde läßt es sich
In diesen seidnen Locken wühlen. Sie äugelt nach dem Spiegel hin, Belauschet meine Neckereien; Sie schilt, daß ich ein Tändler bin,
Und freut sich doch der Tändeleien.
D´rauf leg´ ich ihr die Schnürbrust an.
Vor Wonne beben mir die Hände. Das Band zerreißt, so oft es kann, Damit die Arbeit später ende. Wie flink bin ich nicht stets bereit,
So liebe Dienste zu verrichten! Doch flinker noch, zur Abendzeit, Das Werk des Morgens zu zernichten.
Aus diesem Gedicht verwendete Ludwig van Beethoven vier Zeilen für ein Stammbuchblatt:
Ein volles Herz giebt wenig Klang; Das leere klingt aus allen Tönen.
Man fühlet dennoch seinen Drang; Und ach! versteht sein stummes Sehnen. Bürger. Zu immer größerer Freundschaft emphielt sich Ludwig van Beethowen
Hofmusikus in Bonn.
Die beiden Liebenden (Selinde) von William Boxall. In: Der deutschen Dichter Frauensaal. Eine Sammlung weiblicher Bildnisse als Zierden zu den classischen
Dichtern Deutschlands. BUERGER. 1836 (Sammlung Klaus Damert)
Strophe 5-6: Des Morgens, welch ein Malerbild!
Wallt sie hervor in leichtem Kleide, Noch ungeschnürt, und halb verhüllt Nur in ein Mäntelchen von Seide. Entringelt auf die Schulter sinkt
Die Hälfte goldner Locken nieder. Wie dann ihr rasches Auge blinkt, So blinkt das Licht aus Quellen wieder.
Natur und Einfalt helfen ihr, An ihrem kleinen Morgentischgen.
Des Busens und des Hauptes Zier sind Ros´ und Myrt´ in einem Büschgen. Zu ihren Wangen wurde nie Ein Pinsel in Karmin getauchet;
Und doch, wie Rosen, blühen sie, Von Frühlingsodem aufgehauchet.
Größeres Bild.
Der zugehörige Text im Frauensaal.
Die Entführung, oder Ritter Karl von Eichenhorst und Fräulein Gertrude von Hochburg von Daniel Chodowiecki(nachgestochen von Riepenhausen). In: Gedichte von Gottfried August Bürger. Zweyter Theil. Mit Kupfern. Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)
Strophen 26-27: Ach! Trudchen, wie voll Angst und Noth! Sah hoch die Säbel schwingen.
Hell funkelten im Morgenroth Die Damascener Klingen. Von Kling und Klang, von Ach und Krach, Ward rund umher das Echo wach.
Von ihrer Fersen Stampfen Begann der Grund zu dampfen.
Wie Wetter schlug des Liebsten Schwert Den Ungeschliffnen nieder.
Gertrudens Held blieb unversehrt, Und Plump erstand nicht wieder. - Nun weh, o weh ! Erbarm´es Gott !
Kam fürchterlich, Galopp und Trott, Als Karl kaum ausgestritten, Der Nachtrab angeritten.
Die Entführung, oder Ritter Karl von Eichenhorst und Fräulein Gertrude von Hochburg von J. Blaschke. In: Gottfr. Aug. Bürger´s sämmtliche Werke. Erster Band. Gedichte. Erster Theil. Wien 1812. Digitalisiert von Google
Strophen 31-32: Ach! Trudchen, wie voll Angst und Not!
Verblüht´ in Todesblässe. Vor Zorn der Freiherr heiß und rot, Glich einer Feueresse. --
Und Trudchen warf sich auf den Grund; Sie rang die schönen Hände wund, Und suchte baß, mit Tränen,
Den Eifer zu versöhnen.
“O Vater, habt Barmherzigkeit
Mit Euerm armen Kinde! Verzeih´ Euch, wie Ihr uns verzeiht, Der Himmel auch die Sünde!
Glaubt, bester Vater, diese Flucht, Ich hätte nimmer sie versucht, Wenn vor des Junkers Bette
Mich nicht geekelt hätte.”
Die Entführung, oder Ritter Karl von Eichenhorst und Fräulein Gertrude von Hochburg von Adolf Ehrhardt. In: Deutsches Balladenbuch 1933. Neudruck der Erstausgabe von 1852

Die Entführung von Ph. Foltz im Servicezimmer der Königin (Königsbau der Münchner Residenz). In: Die Prunkappartements Ludwigs I. im Königsbau der Münchner
Residenz. 1992.
Es handelt sich hier um ein Aquarell, das John Gregory Crace
um 1843 angefertigt hat.
Die Anordnung der Illustrationen zu Werken G.A. Bürgers an der
Ostwand des Servicezimmers der Königin zeigt eine Tafel aus dem Klenzewerk: Tafel XIII.
Ostwand des Servicezimmer der Königin - Tafel XIII des Klenzewerk.
Größeres Bild.
Links oben: Die Entführung. Mitte oben: Der Dichter Bürger im Lehnsessel. Rechts oben: Das Lied von der Treue.
Links unten: Das Lied vom braven Mann. Mitte unten: Der Bruder Graurock und die Pilgerin.
Die Entführung von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophen 2-3:
Er sprengte, daß es Funken stob, Hinunter von dem Hofe;
Und als er kum den Blick erhob, Sieh da! Gertrudens Zofe! Zusammenschrack der Rittersmann; Es packt´ ihn, wie mit Krallen an,
Und schüttelt´ ihn, wie Fieber, Hinüber und herüber.
“Gott grüß´ Euch, edler junger Herr!
Gott geb´ Euch Heil und Frieden! Mein armes Fräulein hat mich her Zum letztenmahl beschieden. Verloren ist Euch Trudchens Hand!
Dem Junker Plump von Pommerland Hat sie, vor aller Ohren, Ihr Vater zugeschworen.”
Strophen 16-17:
“Mein Vater! - - Ach! ein Reichsbaron! - - -
So stolz von Ehrenstamme! - - - Laß ab! Laß ab! Wie beb´ ich schon, Vor seines Zornes Flamme!
Nicht rasten wird er Tag und Nacht, Bis daß er nieder dich gemacht, Das Herz dir ausgerissen
Und das mir vorgeschmisse.” -
“Ha, Kind! Sey nur erst sattelfest,
So ist mir nicht mehr bange. - Dann steht uns offen Ost und West. - O zaudre nicht zu lange!
Horch, Liebchen, horch! - Was rührte sich? - Um Gotteswillen! tummle dich! Komm, komm! Die Nacht hat Ohren;
Sonst sind wir ganz verloren.” -
Strophe 26-27:
Ach! Trudchen, wie voll Angst und Noth!
Sah hoch die Säbel schwingen. Hell funkelten im Morgenroth Die Damascener Klingen. Von Kling und Klang, von Ach und Krach,
Ward rund umher das Echo wach. Von ihrer Fersen Stampfen Begann der Grund zu dampfen.
Wie Wetter schlug des Liebsten Schwert Den Ungeschliffnen nieder.
Gertrudens Held blieb unversehrt, Und Plump erstand nicht wieder. - Nun weh, o weh! Erbarm´ es Gott!
Kam fürchterlich, Galopp und Trott, Als Karl kaum ausgestritten, Der Nachtrab angeritten. -
Strophen 37-38:
“Komm, nimm sie hin, und sey mein Sohn, Wie ich dein Vater werde!
Vergeben und vergessen schon Ist jegliche Beschwerde. Dein Vater, einst mein Ehrenfeind, Der´s nimmer hold mit mir gemeint,
That vieles mir zu Hohne. Ihn haßt´ ich noch im Sohne.
Mach´s wieder gut! Mach´s gut, mein Sohn, An mir und meinem Kinde!
Auf daß ich meiner Güte Lohn In deiner Güte finde. So segne dann, der auf uns sieht, Euch segne Gott, von Glied zu Glied!
Auf! Wechselt Ring´ und Hände! Und hiermit Lied am Ende!” -
Die Entführung von Friedrich Rosmaesler. 1794
Die Abbildung bildet die Titelvignette zu Zumsteegs Die Entführung. Eine Bibliographie von Dieter Manicke (Balladen von Gottfried August Bürger in Musik gesetzt von André,
Kunzen, Zumsteeg, Tomaschek und Reichardt / Teil II. VERLAG B. SCHOTT`S SÖHNE IN MAINZ. Seite 259) führt dieses Exemplar nicht auf, dort wird die Titelvignette als
unsignierter Stich geführt. Hier ist die Signatur spiegelverkehrt angebracht.(Sammlung Helmut Scherer)
Gespiegelte Signatur der Titelvignette.
 Das vollständige Titelblatt von Zumsteegs “Die Entführung”
Die Königin von Golkonde von Ernst Ludwig Riepenhausen. In: Göttinger Musenalmanach 1794. (Sammlung Helmut Scherer)
Zeile 118-137: Sie war vom nächsten Dorf; ihr Name hieß Aline. “Ach! sprach ich, liebe süße Line, Ich möchte wohl dein Bruder sein.” -
Nicht dies gerade wollt´ ich sagen. - “Und ihre Schwester ich!” fiel sie mit Wohlbehagen Voll allerliebster Unschuld drein. -
“Doch lieb´ ich dich, bei meiner Ehre, Nicht weniger, als ob ichs wirklich wäre”, Erwidert´ ich, indem ich sie umschlang. Alinchen setzte sich zur Wehre,
Und als sie mir entgegen rang, Fiel ach! ihr Topf; - die Milch floß auf die Erde. Welch Mißgeschick! Sie weinte bitterlich;
Riß dann, mit zürnender Geberde, Voll Ungestüm, aus meinen Armen sich; Rafft´ ihren Topf auf von der Erde,
Und wollte flieh´n. “Ach, wär´ ich erst zu Haus!” Rief sie voll Angst, glitt auf der Milchstraß´ aus; Und fiel, so lang sie war, zu Boden auf den Rücken.
Ich flog ihr beizustehn, doch wollte mir´s nicht glücken,”
Die Königin von Golkonde von Lovis Corinth. In: Die Königin von Golkonde mit 12 farb. Lithographieen.
Nähere Angaben zu diesem Werk findet man in: Heinrich Müller - Die späte Graphik von Lovis Corinth Lichtwarkstiftung Hamburg [1960]
Neben einem lesenswerten Vorwort von Charlotte Berend-Corinth, die auch über Corinths Lithographie-Technik Auskunft gibt, findet man zu obigem Werk (leicht gekürzt, die Zahlen stehen für die Werknummern):
Die Königin von Golkonde 12 farbige Lithographien schwarz, rot, blau und gelb. Die Anregung zu diesem Zyklus gab das gleichnamige Gedicht von
Gottfried August Bürger. Verlag Fritz Gurlitt [...] Gesamte Auflage bis auf Pergamentexemplar und wenige Probedrucke verbrannt.
499 Der junge Jäger erblickt Aline 500 Der junge Jäger begrüsst Aline 501 Aline gibt dem durstigen Jäger zu trinken
502 Aline kommt zu Fall 503 Aline und der Pfarrer 504 Aline und der Präsident
505 Wiedervereinigung mit der zur Gräfin emporgestiegenen Aline 506 Variante zu 505 (... nicht aufgenommen...)
507 König und Königin von Golkonde auf dem Thron 508 Die Wiederholung des Jugenderlebnisses 509 Aline wird wieder als Königin geschmückt
510 Aline fällt in die Hand der Korsaren 511 Aline und der Geliebte als alte Leute in ihrem Jugendtal
Von Kurt Tucholsky, alias Ignaz Vrobel, gibt es einen Beitrag in Die Weltbühne 25.11.1920 Nr.48, S.616. Dort beklagt er,
daß bei Fritz Gurlitt in Berlin neben anderen Werken auch dieses Buch von Gottfried August Bürger mit den Lithographieen von Lovis Corinth beschlagnahmt wurde - wegen Unzüchtigkeit.
Corinths Kunst galt in der Nazizeit als “entartete Kunst” und seine Werke wurden aus öffentlichen Sammlungen entfernt.
Viele private Sammlungen wurden durch Kriegseinwirkung vernichtet.Um so erfreulicher ist es, daß im Buchmuseum der
Deutschen National-Bibliothek in Leipzig ein Exemplar von Corinths Königin von Golkonde erhalten blieb:
Die Nummer 5 ist ein Widerspruch zur Angabe im Werkverzeichnis. Es könnte also doch noch andere Exemplare geben.
Zeilen 68-148:
Die Luft war rein, der Himmel blau;
Die Bächlein flossen still und heiter; Es glänzten Blumen, Gras und Kräuter Noch von Aurorens Perlentau.
Die Sonne, kaum ein wenig weiter, Als durch ein Viertel ihrer Bahn, Ließ auch auf schattenlosem Plan
Ihr Strahlenlicht, gemildert von Zephyren, Die lebende Natur nur noch zur Wollust spüren. - Wo sind denn nun die Freunde der Natur,
Die einen Frühlingstag, ein Paradies zu sehen, Und Sinn und Herz dran zu laben recht verstehen? Denn ihretwegen mal´ ich nur.
Mich selber reizte diese Scene Weit weniger, als eine Bauerschöne, In weißem Wams und Rock; ein allerliebstes Ding,
Das muntern Schrittes dort, mit einem blanken Topfe Voll frischer Milch auf seinem Kopfe, Vermutlich seinen Weg zum nächsten Städtchen ging.
“Ach, falle nicht!” war plötzlich mein Gedanke, Als sie, bestimmt durch ihren Pfad, Die allzuschmale Brückenplanke
Quer über einen Bach betrat;
Der junge Jäger erblickt Aline
“Und wenn du mußt, so falle lieber, Wenn du erst unversehrt herüber
Und hier auf meinem Rasen bist, Der trockner und auch weicher ist.” Der Schritt gelang. Bald sah ich mit Entzücken,
Daß sie den Weg nach meiner Gegend nahm. Je näher sie heran geschritten kam, Je näher schien sie mir ans Herz zu rücken.
Unkundig des, was mir geschehn, sprang ich empor, entgegen ihr zu gehen; Und immer reizender erschien sie meinen Blicken.
So zart, so wohlgebaut, so frisch, so rosenschön Hat Zeus auf Erden nichts, im Himmel nichts gesehn. Um ein Gespräch mit ihr nach Würden zu beginnen,
Wußt´ ich sogleich auf nichts mich zu besinnen. So voll das Herz mir war, so leer fühlt ich den Kopf. Jen´s glich dem Trunkenbold, und dieser war ein Tropf,
Und beide wissen nicht besonders viel zu sagen. Ins Mittel trat da noch Freund Magen:
Der junge Jäger begrüsst Aline
Doch adressierte der sich nur an ihren Topf,
Und bat, ihm einen Trunk daraus nicht abzuschlagen. Sie bot ihn mir mit einer Anmut dar, Der sie allein nur fähig war.
Dann fuhr ich fort, sie noch mit zwei, drei Fragen Nach Namen, Alter, Dorf, und solcherlei, zu plagen; Und jedes Wort, das ich darauf vernahm,
War wert, daß es aus ihrem Munde kam. Sie war vom nächsten Dorf; ihr Name hieß Aline. “Ach! sprach ich, liebe süße Line,
Ich möchte wohl dein Bruder sein.” - Nicht dies gerade wollt´ ich sagen. - “Und ihre Schwester ich!” fiel sie mit Wohlbehagen
Voll allerliebster Unschuld drein. - “Doch lieb ich dich, bei meiner Ehre, Nicht weniger, als ob ichs wirklich wäre”,
Erwidert´ ich, indem ich sie umschlang.
Aline gibt dem durstigen Jäger zu trinken
Alinchen setzte sich zur Wehre, Und als sie mir entgegen rang, Fiel ach! ihr Topf; die Milch floß auf die Erde.
Welch Mißgeschick! - Sie weinte bitterlich; Rafft´ ihren Topf auf von der Erde Und wollte fliehn. “Ach, wär´ich erst zu Haus!”
Rief sie voll Angst, glitt auf der Milchstraß´ aus, Und fiel, so lang sie war, zu Boden auf den Rücken.
Ich flog, ihr beizustehn, doch wollte mir´s nicht glücken; Denn einer stärkern Macht als ich gelang es bald, sogar auch mich
In ihren Fall mit zu verstricken. - Man weiß, ich zählte sechzehn Jahr, Und fünfzehn Jahre war Aline. Dies Alter und dies Plätzchen war
Das rechte, wo am liebsten seine Mine Der Gott der Liebe springen läßt. - Aline trübte zwar durch Tränen erst sein Fest:
Bald aber wich der Schmerz der Wonne, Und lieblich durchs Gewölk der Tränen brach die Sonne.
Aline kommt zu Fall
Zeile 238-284:
Nicht Sie, mein Herr, nicht ich bedachten,
Was wir an jenem Tage machten: Doch ward es mir bald offenbar, Daß es ein - kleiner Junker war. Auch meine Mutter ward es innen;
Und jagte kurz und gut das Töchterchen von hinnen. Kein Bitten half mir aus der Not. Ich ging, Als ein verwaistes armes Mädchen,
Und bettelte mich bis ins nächste Städtchen, Wo eine alte Frau mich mütterlich empfing. Der Menschenfreundlichkeit zum Ruhme,
Erklärte die sich bald zu meiner guten Muhme. Sie hegt´ und pflegte mich; sie putzte mich heraus; Und nahm, wohin sie ging, das Nichtchen mit sich aus.
Die Kennerschaft fing an nach mir zu sehen, Beehrte bald mit Zuspruch unser Haus, Und Tantchen gab mir gütigst zu verstehen,
Ja hübsch mit Höflichkeit den Gästen vorzugehen. Gehorsam richtet´ ich der Tante Willen aus. Der Pastor loci kam zuerst in unser Haus,
Und auch am öftersten; drum mußte wohl vor allen Ihr kleiner Sohn auf seine Rechnung fallen. Er machte nach der Zeit ein schmuckes Chorkind draus.
Aline und der Pfarrer
Doch Tante, die auf unser Glück zu sinnen Auch selbst im Glück nicht unterließ, Fand bald, wie sie mir klar bewies,
In einer großen Stadt sei mehr noch zu gewinnen, Und führte mich von dannen nach Paris. Hier ging ich durch verschiedne Hände,
Und meinen Reiz besaß am Ende Ein alter wackrer Präsident. Nun weiß, wer diese Herren kennt,
Daß, wenn sie noch so hoch in Themis Tempel stehen, Sie doch an Amors Hof vielleicht am letzten gehen. Von meinem Ehrenmann blieb, wann er blank und bar,
Entstaatsperückt, enthalskraust, ausgewindelt Aus seinem großen Amtstalar, Kurz, wann er ganz von dem, was er nicht selber war,
Vom Haupt bis auf den Fuß entschindelt, Vor mir erschien, blieb, sag´ ich, blank und bar So wenig, daß es kaum der Rede würdig war.
Doch liebte mich dies Wenige nicht wenig; Und überhäufte, wie ein König, Der sich an keine Glossen kehrt,
Die Tante, so wie mich, mit Geld und Geldeswert. Die Tante starb, und ihr Vermögen Vermehrte noch durch Erbschaft meinen Segen.
Aline und der Präsident
Zeilen 316-327:
“Ich war Natur und Einfalt, als ich dir Mich schenkte, wenn ich gleich mir drob das Haar zerraufte. Das blieb ich nicht, als ich an Andre mich verkaufte.
Nicht mehr so jugendfrisch und schön, Mußt´ ich mein bißchen Reiz durch fremden Schmuck erhöhn, Und Tag für Tag die Kunst des Wohlgefallens üben.
Wie hätt´ ich da noch können lieben? Die Künstelei wird stets das Ziel Der reizenden Natur verrücken. Das Rot, womit wir unsre Wangen schmücken,
Zerstört das holde Farbenspiel, Durch welches wir zum ersten mal entzücken;”
Zeilen 341-353: Und nun begann, vor innigem Entzücken
So unverhofft beisammen uns zu sehn, Ein solches feuriges Umarmen, Herzen, Drücken Und Küssen hin und her, als wär´ es nie geschehn.
Wir langten an bei ihr..; ich blieb zum Abendessen; Und weil der Herr Marquis heut nicht zu Hause kam, So hielt ich aus, bis alles Abschied nahm;
Und blieb die Nacht - wo? läßt sich leicht ermessen. - Der Liebesgott verschmäht die Gold- und Seidenpracht Des Schlafgemachs, des Bettes der Marquise,
Er fühlt sich nur auf blumenreicher Wiese, Und in des Hains geheimer Schattennacht, Auf weichem Moos, in seinem Paradiese.
Wiedervereinigung mit der zur Gräfin emporgestiegenen Aline
Zeilen 423-445:
Denn sie verstand die Kunst, die Treue zu belohnen, Und doch dabei den Schatz des Staates zu verschonen;
Die holde Kunst, die stets ihr Ziel erreicht, Und die, wie mir als Dilettanten däucht, Zu selten nur die Königinnen üben,
Weil sie den Königen vielleicht Nicht allerdings zu herzlichem Belieben Gereichen mag, wenn sie Notiz beschleicht.
Den unsern hatte sie zum Glück noch nie erreicht. Ich kam an diesen Hof und ward daselbst empfangen, So gut, als immer nur ein Fremdling mag verlangen.
Erst hatt´ ich öffentlich beim Könige Gehör; Dann bei der Königin, die ihren Schleier senkte. Darob verwundert´ ich nun freilich mich gar sehr:
Denn nach dem Attestat, so das Gerücht ihr schenkte, Erwartet´ ich hier keinen Schleier mehr: Indessen muß ich doch zu ihrem Ruhme sagen,
Daß sie mich sonst mit aller Huld empfing. Ich hatte weiter nichts zu klagen, Als daß der Schleier mir des Anblicks Lust verdarb,
Wornach ich in der That fast vor Begierde starb. Denn daß sie schöner wär´, als alle Huldgöttinnen, Hatt´ich von Jedermann gehört.
König und Königin von Golkonde auf dem Thron
Zeilen 470-489:
Verfolg´ ich meinen Weg bis an des Wäldchens Rand.
Auf Ein mal wird die Gegend mir bekannt;
Und sieh! nach kurzem Weiterwandern, Liegt eine Landschaft vor mir da, Die der, wo ich zuerst Alinen sah, So ähnlich ist, als kaum ein Ei dem andern.
Bis auf das kleinste zeigen sich Dasselbe Thal, dieselben Höhen, Bekränzt mit Birken und mit Schlehen. Es läßt dieselbe Lücke mich
Denselben Flur- und Gartenstrich, Und weiter hin dasselbe Dörfchen sehen. Und fehlt, wie sich verstehet, nicht
Der Pfad, der Bach, die schmale Brückenplanke. Nur Eins, das Mädchen noch gebricht. Kaum aber wünscht dies mein Gedanke,
So tritt auch das daher. Es trägt denselben Topf, Vermutlich auch voll Milch, auf seinem Kopf; Und ist an Kleidung, Wuchs, Gestalt und Gang und Miene,
Von Haupt zu Fuß bis auf ein Haar - Aline.
Die Wiederholung des Jugenderlebnisses
Zeilen 508-527:
Mein Herz vergaß die Königin im Grünen;
Ich sah und hörte nur Alinen. Wir waren beide ganz allein, Bedroht von keinem Freudenräuber.
Auch Königinnen sind bekanntermaßen Weiber: Wie sollt´ es nicht die von Golkonde sein? Ich fühlte mich am Leib´ und am Gemüte
In meiner ersten Jugendzeit; Und unterhielt daher die Königin noch heut, Als ob die Königin noch wie Aline blühte;
Weil einer Königin, wie man gewöhnlich glaubt, Auch selbst das Alter nie der Jugend Blüte raubt.
Nachdem wir so das Fest des Wiedersehns gefeiert, Und kräftiglich durch Wort und That Den ersten Liebesbund erneuert,
Ließ sie sich ihren Hofornat Durch eine traute Zofe bringen; Die auf ihr Zeichen schnell aus dem nahen Buschwerk trat.
Sie entalinte sich; und unbefangen gingen Wir auf das Schloß zurück.
Aline wird wieder als Königin geschmückt
Zeilen 545-567:
So zwang ein Ehrenpunkt, der sich nicht schlichten ließ, Den Herrn von Castelmont zum hitzigsten Duelle, Und leider! blieb er auf der Stelle.
Mir tief gebeugten Witwe blieb Kein andrer Trost für diesen Sensenhieb, Als vierzigtausend Thaler jährlich,
Die Herr von Castelmont mir sicher hinterließ. Und halb so viel noch drüber, wie es hieß, Stand´s in Sizilien beinah etwas gefährlich,
Wofern ich nicht ohn´ allen Zeitverlust, Zur Wendung der fatalen Krise, Mich selbst an Ort und Stelle wiese;
Auch diente zur Erleichterung der Brust, Behauptete mein Arzt, die Reise der Marquise. So schifft´ ich denn mit vieler Lust
Mich ein, um nach Palermo abzufahren. Doch ein konträrer Wind, der scharf nach Norden blies, Verschlug uns von der Fahrt, und stieß
Uns an die Küste der Barbaren, Wo der konträrste der Korsaren Sich weit konträrer noch bewies.
Das Schiff mit Mann und Maus, und mit der Frau Marquise, Wie sich von selbst versteht, ward der Korsaren Prise.
Aline fällt in die Hand der Korsaren
Zeilen 718-735:
“O Himmel”, rief ich aus,” wie alt muß ich nicht sein!
Denn eben jetzo fällt mir ein, Daß ich ein volles Jahr mehr als Aline zähle: Allein, bei meiner armen Seele!
Kaum kann man älter noch, als deine Runzeln sein.” - “Was kümmert, sprach sie augenblicklich Mit ehrenfestem Ton, uns die Verrunzelung?
Wir waren weiland schön und jung; Jetzt laß uns weise sein und glücklich! Wir haben in der Wollust Zeit, Statt zu genießen, nur verschwendet.
Sie ist dahin! Die Freundschaft aber spendet Uns ihre Güter auch noch heut: Nur hübsch genossen, statt bereut! Nur flüchtige Minuten währet
Der Wollust Honigsüßigkeit: Allein der Freundschaft Segen nähret Das Herz durch alle Lebenszeit.”
Aline und der Geliebte als alte Leute in ihrem Jugendtal
Die Königin von Golkonde von Georg Emanuel Opiz. In: Urania 1829.
(Sammlung Heinrich Tuitje)
Eine zeitgenössische Kritik zu den Illustrationen von G.E. Opiz von 1828.
Größeres Bild.
Die Kuh von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophen 1-4:
Frau Magdalis weint´ auf ihr letztes Stück Brot.
Sie konnt´ es vor Kummer nicht essen. Ach, Witwen bekümmert oft grössere Noth, Als glückliche Menschen ermessen.
“Wie tief ich auf immer geschlagen nun bin!
Was hab´ ich, bist du erst verzehret?” - Denn, Jammer! ihr Eins und ihr Alles war hin, Die Kuh, die bisher sie ernähret. -
Heim kamen mit lieblichem Schellengetön Die Andern, gesättigt in Fülle.
Vor Magdalis Pforte blieb keine mehr stehn Und rief ihr, mit sanftem Gebrülle.
Wie Kindlein, welche der nährenden Brust Der Mutter sich sollen entwöhnen,
So klagte sie Abend und Nacht den Verlust Und löschte ihr Lämpchen mit Thränen.
Strophen 15-18:
Und als sie mit heiligem Kreuz sich versehn: “Gott helfe mir gnädiglich, amen!” - Da wagte sie´s zitternd zum Stalle zu gehen,
In Gottes allmächtigem Nahmen.
O Wunder! Hier kehrte die herrlichste Kuh,
So glatt und so blank, wie ein Spiegel, Die Stirne mit silbernem Sternchen ihr zu. Vor Staunen entsank ihr der Riegel.
Dort füllte die Krippe frisch duftender Klee
Und Heu den Stall, sie zu nähren; Hier leuchtet´ ein Eimerchen, weiß wie der Schnee, Die strotzenden Euter zu leeren.
Sie trug ein zierlich beschriebenes Blatt, Um Stirn und Hörner gebunden:
“Zum Troste der guten Frau Magdalis hat N. N. hieher mich gebunden.” -
Die Kuh von Anonym. In: Der unbekannte Wohlthäter. Ein Volkslied, nebst einer lehrreichen Geschichte, welche sich über diesem Liede zugetragen hat.
Gedruckt im Jahre 1798. Liedflugschrift
Hier schlug ihr, indem sie im Schweiße zerquoll,
Das bebende Herz wie ein Hammer, Und drittes noch lauteres Brüllen erscholl, Als wär's vor dem Bett in der Kammer.
Nun sprang sie mit wildem Entsetzen heraus, Stieß auf die Laden der Zelle. Schon strahlte der Morgen; der Dämmerung Graus
Wich seiner erfreulichen Helle.
Und als sie mit heiligem Kreuz sich versehn: »Gott helfe mir gnädiglich, Amen!« –
Da wagte sie's zitternd, zum Stalle zu gehn In Gottes allmächtigem Namen.
O Wunder! Hier kehrte die herrlichste Kuh, So glatt und so blank wie ein Spiegel,
Die Stirne mit silbernem Sternchen ihr zu. Vor Staunen entsank ihr der Riegel.
Dort füllte die Krippe frisch duftender Klee,
Und Heu den Stall, sie zu nähren; Hier leuchtet' ein Eimerchen, weiß wie der Schnee, Die strotzenden Euter zu leeren.
Die Nachtfeier der Venus von Johann Rudolf Schellenberg. In:Gedichte von Gottfried August Bürger. Erster Theil. Mit Kupfern.
Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)
Refrain:
Morgen liebe, was auch nimmer
Noch geliebet hat zuvor ! Was geliebt hat längst und immer, Lieb´ auch morgen nach wie vor !”
Die Umarmung von Dieter Gotzsche, signiert. (Sammlung des Gottfried August Bürger Museums Molmerswende)
 Strophen 1-4:
Wie um ihren Stab die Rebe
Brünstig ihre Ranke strickt, Wie der Epheu sein Gewebe An der Ulme Busen drückt.
Wie ein Taubenpaar sich schnäbelt, Und auf ausgeforschtem Nest,
Von der Liebe Rausch umnebelt, Haschen sich und würgen läßt:
Dürft´ ich so dich rund umfangen! Dürftest du, Geliebte mich! -
Dürften so zusammenhangen Unsre Lippen ewiglich! -
Dann, von keines Fürsten Mahle, Nicht von seines Gartens Frucht,
Noch des Rebengottes Schale, Würde dann mein Gaum versucht.
Die Unvergleichliche von Edmund Thomas Parris. In: Der deutschen Dichter Frauensaal. Eine Sammlung weiblicher Bildnisse als Zierden zu den classischen Dichtern
Deutschlands. BUERGER. 1836 (Sammlung Klaus Damert)
Die Unvergleichliche Sonett
Welch Ideal aus Engelsphantasie
Hat der Natur als Muster vorgeschwebet, Als sie die Hüll´ um einen Geist gewebet, Den sie herab vom dritten Himmel lieh?
O Götterwerk! Mit welcher Harmonie
Hier Geist in Leib und Leib in Geist verschwebet! An Allem, was hienieden Schönes lebet, Vernahm mein Sinn so reinen Einklang nie.
Der, welchem noch der Adel ihrer Mienen,
Der Himmel nie in ihrem Aug´ erschienen, Entweiht vielleicht mein hohes Lied durch Scherz.
Der kannte nie der Liebe Lust und Schmerz,
Der nie erfuhr, wie süß ihr Atem fächelt, Wie wundersüß die Lippe spricht und lächelt.
Größeres Bild.
Lesenswert dazu der kurze Text im Frauensaal.
Die Weiber von Weinsberg von Daniel Chodowiecki (nachgestochen von Riepenhausen). In:
Gedichte von Gottfried August Bürger. Zweyter Theil. Mit Kupfern. Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)
Strophen 9-11:
“Die Weiber sollten Abzug han,
Mit ihren besten Schätzen, Was übrig bliebe, wollte man Zerhauen und zerfetzen.” Mit der Capitulation
Schleicht die Gesandschaft trüb´ davon.
Drauf, als der Morgen bricht hervor, Gebt Achtung! Was geschiehet?
Es öffnet sich das nächste Thor, Und jedes Weibchen ziehet, Mit ihrem Männchen schwer im Sack, So wahr ich lebe! Huckepack.-
Manch Hofschranz suchte zwar sofort Das Kniffchen zu vereiteln;
Doch Konrad sprach: “Ein Kaiserwort Soll man nicht dreh´n noch deuteln. Ha bravo! rief er, bravo so! Meint´unsre Frau es auch nur so!”.
Bürger selbst zu seinem Werk: “hier eine neue Ballade, mit welcher ich wegen des rostigen Colorits nicht gar übel zufrieden bin.”
“Die Schnurre [...] kommt in alten Chroniken vor”
“Neulich mußte ich jemanden, dem [...] das Wort: bepißt, als unanständig aufgefallen war, beteuern, daß ich
diesen Ausdruck selbst in einer alten Kronik bei dieser Geschichte gelesen, mithin dessen Beibehaltung nicht
nur nicht zu entschuldigen, sondern gar notwendig sei!”
Wegen des historischen Hintergrundes - ein Ereignis aus dem Jahre 1140 - ist das MARBACHER MAGAZIN Sonderheft 53/1990 zu empfehlen.
Es wurde für die Ausstellung der Stadt Weinsberg im 850. Jahr nach der Belagerung der Burg durch Konrad III. erarbeitet. Danach hat es erst G.A. Bürger mit seiner Ballade
geschafft, den Stoff allgemein bekannt zu machen, allerdings wird seine bänkelsängerische Art überhaupt nicht geschätzt. Selbst 1983 werden in einem ´Weinsberger Poesie-Album´ die Bürgerschen Zeilen
Ihr Schurken, komm´ ich ´nein, so wist, Sol hängen, was die Wand bepist. verändert in Ihr Schurken, komm ich ´nein, so wißt,
soll hängen, was ein Mannsen ist.
Sowohl zur Historie, zur literarischen Behandlung als auch zur bildnerischen Verwertung ist in dem Büchlein reichlich Stoff zu finden. Zwei der dort enthaltenen Illustrationen
sollen, teilweise im Ausschnitt, hier wiedergegeben werden.
Die Weiber von Weinsberg von Alexander Bruckmann.In: MARBACHER MAGAZIN Sonderheft 53/1990
Weibertreue Nach einer Lithographie von Kenngott
 Eine Darstellung von 1817
Die Weiber von Weinsberg von Theobald von Oer. In: Deutsches Balladenbuch 1933. Neudruck der Erstausgabe von 1852
Die Weiber von Weinsberg von Lovis Corinth. Kaltnadelradierung 1894.
Strophen 8-10:
Zur Zeit der stillen Mitternacht Die schönste Ambassade
Von Weibern sich ins Lager macht, Und bettelt dort um Gnade. Sie bettelt sanft, sie bettelt süß, Erhält aber nichts, als dies:
“Die Weiber sollten Abzug han, Mit ihren besten Schätzen,
Was übrig bliebe, wollte man Zerhauen und zerfetzen.” Mit der Kapitulation Schleicht die Gesandtschaft trüb´ davon.
Drauf, als der Morgen bricht hervor, Gebt Achtung! Was geschiehet?
Es öffnet sich das nächste Thor, Und jedes Weibchen ziehet, Mit ihrem Männchen schwer im Sack´,
So wahr ich lebe! Huckepack. -
Die Weiber von Weinsberg gezeichnet von G. Opiz, gestochen von J. Lips. In: Urania. Taschenbuch auf das Jahr 1830.
(Sammlung Heinrich Tuitje)
Eine zeitgenössische Kritik zu den Illustrationen von G.E. Opiz von 1828.
Die Weiber von Weinsberg von Arpád Schmidhammer. In: Deutsches Lachen. [o.J.] (Sammlung Klaus Damert)
Die Weiber von Weinsberg von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophe 6:
Doch wann´s Matthä´am letzten ist,
Trotz Rathen, Thun und Beten, So rettet oft noch Weiberlist Aus Aengsten und aus Nöthen. Denn Pfaffentrug und Weiberlist
Gehn über alles, wie ihr wißt.
Strophe 12:
Er gab Pardon und ein Bankett,
Den Schönen zu gefallen. Und durchgetanzt mit allen, Wie mit der Bürgermeisterinn, So mit der Besenbinderinn.
Die Weiber von Weinsberg von Uwe Pfeifer. In: Gottfried August Bürger / Hurra! die Toten reiten schnell! /
Fünf Balladen und eine Erzählung. Helmut Scherer-Verlag 1994
Die Weiber von Weinsberg von Emil Ebers (Radierung).In: Deutsche Dichtungen mit Randzeichnungen deutscher Künstler, Bd. 2 (Düsseldorf: Julius Buddeus 1850).
(Sammlung Klaus Damert)
Größeres Bild.
Die Weiber von Weinsberg von Johann Friedrich Gottlieb Unger. In: Studien zum Deutschen Holzstich im 19. Jahrhundert. Von Eva-Maria Hanebutt-Benz. Archiv für
Geschichte des Buchwesens Band XXIV 1983.
Die Vorlage für diesen Holzschnitt, der 1789 (oder vorher) entstand, lieferte
ein Gemälde des damals amtierenden Akademiedirektors Bernhard Rode (1725-1797).
Der Kommentar im Ausstellungskatalog von 1789:
“Dieß Stück dient zum Beweiß, daß außer der kraftvollen
vortretenden Darstellung der figuren, uch die allmäligen Entfernungen und Vertiefungen in den Hintergründen,
sehr wohl durch den Holzschnitt können bezeichnet werden, sobald dies Fach als ein wirklicher Zweig der schönen Künste
mit Geschmack und Richtigkeit in der Zeichnung bearbeitet wird.
Frau Schnips von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)
Strophen 2-4:
Das Mäulchen, sammt dem Zünglein flink, Saß ihr am rechten Flecken.
Sie schimpfte wie ein Rohrsperling, Wenn man sie wollte necken.
Da kam Hans Mors, und zog den Strich Durch ihr Schlaraffenleben.
Zwar belferte sie jämmerlich; Doch mußte sie sich geben.
Sie klaffte fort, den Weg hinan, Bis vor die Himmelspforte,
Gekränkt, daß sie nicht Zeit gewann, Zur letzten Mandeltorte.
Strophen 32-35:
Jetzt sprang Apostel Paul empor: “Mit deinen alten Sünden, Weib, wirst du durch das Himmelsthor
Den Eingang nimmer finden!” -
“Die lass ich draußen! - Denke, Paul, Wie dir´s vor Zeiten glückte;
Dir, der doch so mit Mord, als Saul, Die Kirche Gottes drückte!” -
Sanct Peter kam nun auch zum Spiel: “Die Thür nicht eingeschlagen!
Madam, Sie lärmt auch allzuviel; Wer kann das hier vertragen?” -
“Geduld, Herr Pförtner! sagte sie; Noch bin ich unverloren!
hab´ ich doch meinen Heiland nie, Wie Du einst, abgeschworen.” --
Apologie
Ihr Herrn Zeloten dieser Zeit, Wie steht´s um Euren Willen?
Sind Liebesmäntel wohl so weit, Dieß Lied mit d´rein zu hüllen?
O seyd doch, höchlich bitt´ ich d´rum,
Seyd dießmal nur nicht kurrig! Denn seht! Es wär´ doch Schade d´rum: Das Ding ist ja so schnurrig:
[...]
Und schlimm ist wahrlich nichts gemeint:
D´rum nehmt doch ja nichts übel! Moralia sind, wie es scheint, Die Besten aus der Bibel.
Ihr, die ihr, aus erlogener Pflicht, Begnadigt und verdammet,
Die Liebe sagt: Verdammet nicht, Daß man nicht Euch verdammet!
Graf Walter (Nach dem Altenglischen) von Cl. Kohl. In: Bürgers Gedichte, Wien 1796
(Stich aus dem von Google digitalisierten Werk.)
Strophen 46-50:
Und als er vor die Stallthür trat, Lauscht´ er gar still davor. Das Ach und Weh der schönsten Maid
Schlug kläglich an sein Ohr.
Sie sang: “Susu, lullull mein Kind! Mich jammert deine Not.
Susu. lullull, susu, lieb lieb! O weine dich nicht tot!
Sammt deinem Vater schreibe Gott Dich in sein Segensbuch!
Werd´ ihm und dir ein Purpurkleid, Und mir ein Leichentuch!” - -
“O nun, o nun, süß süße Maid, Süß süße Maid, halt ein!
Mein Busen ist ja nicht von Eis Und nicht von Marmelstein.
O nun, o nun, süß süße Maid, Süß, süße Maid, halt ein!
Es soll ja Tauf` und Hochzeit nun In Einer Stunde sein.” -
Graf Walter von Georg Emanuel Opiz. In: Urania 1829.
(Sammlung Heinrich Tuitje)
Eine zeitgenössische Kritik zu den Illustrationen von G.E. Opiz von 1828.
Größeres Bild.
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