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Wir sind hier: Rund um Bürger > Illustrationen Der Hund aus der Pfennigschänke bis Der Raubgraf

Illustrationen zu Bürgers Werk - geordnet nach Werken
Leonore (Anonym bis Boulanger) * Lenore (Chodowiecki bis Moreau) * Lenore (Neureuther bie Rochussen) * Lenore (Ruhl bis Zwecker) * Adeline * An die Menschengesichter * Das Dörfchen * Das Lied vom braven Mann * Das Lied von TreueDas Mädel das ich meine * Der Bruder Graurock und die Pilgerin * Der Hund aus der Pfennigschenke * Der Kaiser und der Abt * Der Ritter und sein Liebchen * Der Raubgraf * Der wilde Jäger * Der wohlgesinnte Liebhaber * Des Pfarrers Tochter von Taubenhain * Des Schäfers Liebeswerbung * Die beiden Liebenden * Die Entführung * Die Königin von Golkonde * Die Kuh * Die Nachtfeier der Venus * Die Umarmung * Die Unvergleichliche * Die Weiber von Weinsberg * Frau Schnips * Für wen, du gutes deutsches Volk * Graf Walter * Heloise an Abelard * Homers Ilias * Hummellied
* Lenardo und Blandine * Liebeszauber * Macbeth * Mamsell La Regle * Männerkeuschheit * Nachruf an Friederiken * Naturrecht * Neue weltliche hochteutsche Reime * Notgedrungene Epistel * Ossian * Robert * Sanct Stephan * Schwanenlied  * Sinnesänderung * Ständchen * Straflied * Trautel * Untreue über Alles * Veit Ehrenwort * Münchhausen * Hinweis auf weitere Illustrationen

 

Der Hund aus der Pfennigschenke von Lips. In: Gottfr. Aug. Bürger. Sein Leben und seine Werke von Wolfgang von Wurzbach. 1900. Tafel XXII (Sammlung Helmut Scherer)

     Strophen 2-3:
     Des Wegs kam auch mit Rohr und Degen,
     Flink, wohlgemut, keck und verwegen,
     Ein Herrchen Krauskopf herspaziert.
     Kliffklaff setzt an, und hochtuschiert
     Hält von dem Hunde sich das Herrchen.
     Und Herrchen Krauskopf ist ein Närrchen;
     Fängt mit dem Klaffer Händel an,
     Greift fix nach Steinen in die Runde,
     Und schleudert, was es schleudern kann,
     Und flucht und prügelt nach dem Hunde.
       Der Köter knirscht in jeden Stein,
     Zerrt bald an meines Herrchens Rocke,
     Bald an dem Degen, bald am Stocke,
     Beißt endlich gar ihm in das Bein,
     Und bellt so wütig, daß mit Haufen
     Die Nachbarn alle, groß und klein,
     Zu Fenstern und zu Thüren laufen.
     Die Buben klatschten und juchhein
     Und hetzen gar noch oben drein.
     Nun fing sich´s Herrchen an zu schämen,
     Umsonst so sehr sich bequemen,
     Um dem Hallo sich zu entziehn,
     Wohl fürbaß seinen Weg zu nehmen,
     Und einzustecken Hohn und Schmach.
                                   Denn alle Straßenbuben gafften,
                                   Und alle Klaffkonsorten klafften
                                   Noch weit zum Dorf hinaus ihm nach.

                                   Dies Fabelchen führt Gold im Munde:
                                   Weicht aus dem Rezensentenhunde.”

 

Der Kaiser und der Abt von Carl von Heideck.
Wiedergabe ermöglicht durch eine Spende von Dr. med. Karl Kreikenbaum (Northeim) und Helmut Scherer (Berlin). Foto: Volker-H. Schneider.

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Der Kaiser und der Abt von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)

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  Strophe 1-3:

  Ich will euch erzählen ein Mährchen, gar schnurrig:
  Es war ´mal ein Kaiser; der Kaiser war kurrig;
  Auch war ´mal ein Abt, ein gar stattlicher Herr;
  Nur Schade! sein Schäfer war klüger, als Er.

  Dem Kaiser ward´s sauer in Hitz´ und in Kälte:
  Oft schlief er bepanzert im Kriegesgezelte;
  Oft hatt´ er kaum Wasser zu Schwarzbrot und Wurst;
  und öfter noch litt er gar Hunger und Durst.

  Das Pfäfflein, das wußte sich besser zu hegen,
  Und weidlich am Tisch und im Bette zu pflegen.
  Wie Vollmond glänzte sein feistes Gesicht.
  Drey Männer umspannten den Schmerbauch ihm nicht.

Gottfried August Bürger, Der Kaiser und der Abt,Franz Kolbrand   Strophe 11-14:

   Und könnt ihr mir diese drey Fragen nicht lösen,
   So seyd ihr die längste Zeit Abt hier gewesen;
   So lass´ ich euch führen zu Esel durchs Land,
   Verkehrt, statt des Zaumes, den Schwanz in der Hand.” -

   D´rauf trabte der Kaiser mit Lachen von hinnen.
   Das Pfäfflein zerriß und zerspliß sich mit Sinnen.
   Kein armer Verbrecher fühlt mehr Schwulität,
   Der vor hochnothpeinlichem Halsgericht steht.

   Er schickte nach ein, zwey, drey, vier Un´vers´täten,
   Er fragte bey ein, zwey, drey, vier Facultäten,
   Er zahlte Gebühren und Sportuln vollauf:
   Doch löste kein Doctor die Fragen ihm auf.

   Schnell wuchsen, bey herzlichem Zagen und Pochen,
   Die Stunden zu Tagen, die Tage zu Wochen,
   Die Wochen zu Monden; schon kam der Termin!
   Ihm ward´s vor den Augen bald gelb und bald grün.

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   Strophen 20-22:

   Zum dritten, ich ärmster von allen Prälaten,
   Soll ich ihm gar seine Gedanken errathen;
   Die will er mir treulich bekennen: allein
   Es soll auch kein Titelchen wahres d´ran seyn.

   Und kann ich ihm diese drey Fragen nicht lösen,
   So bin ich die längste Zeit Abt hier gewesen;
   So läßt er mich führen zu Esel durch´s Land,
   Verkehrt, statt des Zaumes, den Schwanz in der Hand.” -

   “Nichts weiter? erwiedert Hans Bendix mit Lachen,
   Herr, gebt euch zufrieden! das will ich schon machen.
   Nur borgt mir eu´r Käppchen, eu´r Kreuzchen und Kleid;
   So will ich schon geben den rechten bescheid.

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    Strophen 36-39:

    “Ach, guter Hans Bendix, das ist ja recht Schade!
    Erbitte demnach dir ein´ andere Gnade!
    Sehr hat mich ergötzet dein lustiger Schwank:
    D´rum soll dich auch wieder ergötzten mein Dank.! -

    “Herr Kaiser, groß hab´ ich so eben nichts nöthig:
    Doch seyd ihr im Ernst mir zu Gnaden erbötig,
    So will ich mir bitten zum ehrlichen Lohn,
    Für meinen hochwürdigen Herren Pardon.”

    “Ha bravo! Du trägst, wie ich merke, Geselle,
    Das Herz, wie den Kopf, auf der richtigsten Stelle.
    D´rum sey der Pardon ihm in Gnaden gewährt,
    Und obenein dir ein Panisbrief beschert:

    Wir lassen dem Abt von St. Gallen entbieten:
    Hans Bendix soll ihm nicht die Schafe mehr hüten.
    Der Abt soll sein pflegen, nach unserm Gebot,
    Umsonst, bis an seinen sanftseligen Tod.”

 

Der Kaiser und der Abt von Franz Korinek. In: Handschriftliches, mit 14 Federzeichnungen ausgestattetes Buch ohne Titelblatt, Ort und Zeit. Vorangestellt eine Widmung: "Mit Hochachtung gewidmet Fräulein Marie von Franz Korinek k. k. Oberlieutnant." (Sammlung Klaus Damert)

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       Größeres Bild.

 

Der Kaiser und der Abt von Theobald von Oer. In: Deutsches Balladenbuch 1933. Neudruck der Erstausgabe von 1852

Gottfried August Bürger, Der Kaiser und der Abt,Theobald von Oer 
      
   
Strophen 2-4:

   Dem Kaiser ward´s sauer in Hitz´ und in Kälte:
   Oft schlief er bepanzert im Kriegesgezelte;
   Oft hatt´ er kaum Wasser zu Schwarzbrot und Wurst;
   Und öfter noch litt´ er gar Hunger und Durst.

   Das Pfäfflein, das wußte sich besser zu hegen,
   Und weidlich am Tisch und im Bette zu pflegen.
   Wie Vollmond glänzte sein feistes Gesicht.
   Drei Männer umspannten den Schmerbauch ihm nicht.

   D´rob suchte der Kaiser am Pfäfflein oft Hader.
   Einst ritt er, mit reisigem Kriegsgeschwader,
   In brennender Hitze des Sommers vorbei.
   Das Pfäfflein spazierte vor seiner Abtei.

 

Der Kaiser und der Abt von Elke Rehder 1997. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.
(Sammlung des Gottfried August Bürger Museums in Molmerswende) 
                       mehr von und über Elke Rehder

Gottfried August Bürger, Der Kaiser und der Abt,Elke Rehder     
   Strophen 8-11:
   “Zum ersten: Wann hoch ich, im fürstlichen Rate,
   Zu Throne mich zeige im Kaiserornate,
   Dann sollt ihr mir sagen, ein treuer Wardein,
   Wie viel ich wohl wert, bis zum Heller mag sein?

   Zum zweiten sollt ihr mir berechnen und sagen:
   Wie bald ich zu Rosse die Welt mag umjagen?
   Um keine Minute zu wenig und viel!
   Ich weiß der Bescheid darauf ist euch nur Spiel.

   Zum dritten noch sollst du, o Preis der Prälaten,
   Aufs Härchen mir meine Gedanken erraten.
   Die will ich dann treulich bekennen: allein
   Es soll auch kein Titelchen Wahres d´ran sein.

   Und könnt ihr mir diese drei Fragen nicht lösen,
   So seid ihr die längste Zeit Abt hier gewesen:
   So lass´ ich euch führen zu Esel durchs Land,
   Verkehrt, statt des Zaumes, den Schwanz in der Hand.”

 

Gottfried August Bürger, Der Kaiser und der Abt,Elke Rehder   Strophen 15-17:
   Nun sucht´er, ein bleicher hohlwangiger Werther,
   In Wäldern und Feldern die einsamsten Örter.
   Da traf ihn, auf selten betretener Bahn,
   Hans Bendix, sein Schäfer, am Felsenhang an.

   “Herr Abt, sprach Hans Bendix, was mögt ihr euch grämen?
   Ihr schwindet ja wahrlich dahin, wie ein Schemen.
   Maria und Joseph! Wie hotzelt ihr ein!
   Mein Sixchen! Es muß euch was angethan sein.” -

   “Ach, guter Hans Bendix, so muß sich´s wohl schicken.
   Der Kaiser will gern mir am Zeuge was flicken,
   Und hat mir drei Nüss´ auf die Zähne gepackt,
   Die schwerlich Beelzbub selber wohl knackt.”

   Strophe 22:
   “Nichts weiter? erwidert Hans Bendix mit Lachen,
   Herr, gebt euch zufrieden! das will ich schon machen.
   Nur borgt mir eu´r Käppchen, eu´r Kreuzchen und Kleid;
   So will ich schon geben den rechten Bescheid.”


Der Kaiser und der Abt von Arpád Schmidhammer. In: Deutsches Lachen. [o.J.] (Sammlung Klaus Damert)
 

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Der Kaiser und sein Abt von Franz Stassen. In: Deutscher Balladenborn für jung und alt. 1904.

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Der Kaiser und der Abt von Marie-Luise von Bronk, 1963

 

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Der Ritter und sein Liebchen von Anonym. In: Liedflugschrift "Drey neue Lieder":
                           Das Erste. Die Alters-Stufen. Da steht das Bild bis zehn gefallen usw.
                           Das Zweyte. Der Ritter und sein Liebchen. Ein Ritter ritt wohl in den Krieg usw.
                           Das Dritte. Du winkst mir holder Jüngling zu. Als Seitenstück zum Fischermädchen.
       Wien, 1823. Deutsches Volkslieder-Archiv Freiburg. dva_v_1_1151_7 

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   [Strophen 8-9]
   Drauf ritt der Ritter hop sa sa!
   Und strich sein Bärtchen trallala!
   Sein Liebchen sah ihn reiten
   Und hörte noch von weiten
   Sein Lachen ha ha ha! – –

   Traut, Mädchen, leichten Ritter 
   nicht!
   Manch Ritter ist ein Bösewicht.
   Sie löffeln wol und wandern
   Von Einer zu der Andern
   Und freien Keine nicht.

 

Der Ritter und sein Liebchen von Anonym. In: Drey weltliche Lieder, Neustadt, 1842. Digitalisiert von Google

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Der Ritter und sein Liebchen von G. Opiz, gestochen von J. Stöber. Sechs Darstellungen zu Bürger's Gedichten nach Zeichnungen von G. Opiz. In: Urania, 1830. Digitalisiert von Google

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Der Ritter und sein Liebchen von Cl. Kohl. In: Auswahl interessanter historischer Gedichte, Drittes Bändchen. Wien.

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Der Raubgraf von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)

Gottfried August Bürger, Der Raubgraf,Franz Kolbrand    

  
Strophen 3-4:

   Wohl manchem wässerte der Mund,
   Doch mancher ward geprellt.
   Denn, Herr, Gott sey bey uns! Ein Hund
   Bewacht das schöne Geld.
   Ein schwarzer Hund, die Zähne bloß,
   Mit Feueraugen, tellergroß !

   Nur immer alle sieben Jahr´
   Läßt sich ein Flämmchen sehn.
   Dann mag ein Bock, kohlschwarz von Haar,
   Die Hebung wohl bestehn.
   Um zwölf Uhr in Walpurgis Nacht,
   Wird der dem Unhold dargebracht.

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  Strophen 18-19:

   Sie aber trug, trotz Gert´ und Sporn,
   So sehr er hieb und trat,
   Ihn, über Stock und Stein und Dorn,
   Gerades Wegs zur Stadt.
   Früh, als das Thor ward aufgetan,
   Sie da! kam unser Hexlein an.

   Mit Kratzfuß und mit Reverenz
   Naht höhnisch alle Welt:
   Willkommen hier, Ihr´ Excellenz!
   Quartier ist schon bestellt!
   Du hast uns lange satt geknufft;
   Man wird dich wieder knuffen, Schuft!

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   Strophen 23-24:

   Mein Herr, fällt mir der Käfig ein,       Als Matz kaum ausgeperorirt,
   So denk´ ich oft bey mir:              Sie da! kam querfeldan
   Er dürfte noch zu brauchen seyn,      Ein Sansfacon daher trottiert,
   Und weiß der Herr, wofür? - -          Und hielt den Wagen an,
   Für die Französchen Raubmarquis     Und visitirte, Pack für Pack,
   Die man zur Ferne kommen ließ.”     Nach ungestempeltem Taback.


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