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Bürger-Rezeption
 

Wir sind hier: Rund um Bürger > Illustrationen Die Umarmung bis Graf Walter

Illustrationen zu Bürgers Werk - geordnet nach Werken
Leonore (Anonym bis Boulanger) * Lenore (Chodowiecki bis Moreau) * Lenore (Neureuther bie Rochussen) * Lenore (Ruhl bis Zwecker) * Adeline * An die Menschengesichter * Das Dörfchen * Das Lied vom braven Mann * Das Lied von TreueDas Mädel das ich meine * Der Bruder Graurock und die Pilgerin * Der Hund aus der Pfennigschenke * Der Kaiser und der Abt * Der Ritter und sein Liebchen * Der Raubgraf * Der wilde Jäger * Der wohlgesinnte Liebhaber * Des Pfarrers Tochter von Taubenhain * Des Schäfers Liebeswerbung * Die beiden Liebenden * Die Entführung * Die Königin von Golkonde * Die Kuh * Die Nachtfeier der Venus * Die Umarmung * Die Unvergleichliche * Die Weiber von Weinsberg * Frau Schnips * Für wen, du gutes deutsches Volk * Graf Walter * Heloise an Abelard * Homers Ilias * Hummellied
* Lenardo und Blandine * Liebeszauber * Macbeth * Mamsell La Regle * Männerkeuschheit * Nachruf an Friederiken * Naturrecht * Neue weltliche hochteutsche Reime * Notgedrungene Epistel * Ossian * Robert * Sanct Stephan * Schwanenlied  * Sinnesänderung * Ständchen * Straflied * Trautel * Untreue über Alles * Veit Ehrenwort * Münchhausen * Hinweis auf weitere Illustrationen

 

Die Umarmung von Dieter Goltzsche, signiert. (Sammlung des Gottfried August Bürger Museums Molmerswende)

Gottfried August Bürger, Die Umarmung,Dieter Goltzsche
  
Strophen 1-4:

   Wie um ihren Stab die Rebe
   Brünstig ihre Ranke strickt,
   Wie der Epheu sein Gewebe
   An der Ulme Busen drückt.

   Wie ein Taubenpaar sich schnäbelt,
   Und auf ausgeforschtem Nest,
   Von der Liebe Rausch umnebelt,
   Haschen sich und würgen läßt:

   Dürft´ ich so dich rund umfangen!
   Dürftest du, Geliebte mich! -
   Dürften so zusammenhangen
   Unsre Lippen ewiglich! -

   Dann, von keines Fürsten Mahle,
   Nicht von seines Gartens Frucht,
   Noch des Rebengottes Schale,
   Würde dann mein Gaum versucht.

 

Die Unvergleichliche von Edmund Thomas Parris. In: Der deutschen Dichter Frauensaal. Eine Sammlung weiblicher Bildnisse als Zierden zu den classischen Dichtern Deutschlands. BUERGER. 1836  (Sammlung Klaus Damert)

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    Die Unvergleichliche
      Sonett

    Welch Ideal aus Engelsphantasie
    Hat der Natur als Muster vorgeschwebet,
    Als sie die Hüll´ um einen Geist gewebet,
    Den sie herab vom dritten Himmel lieh?

    O Götterwerk! Mit welcher Harmonie
    Hier Geist in Leib und Leib in Geist verschwebet!
    An Allem, was hienieden Schönes lebet,
    Vernahm mein Sinn so reinen Einklang nie.

    Der, welchem noch der Adel ihrer Mienen,
    Der Himmel nie in ihrem Aug´ erschienen,
    Entweiht vielleicht mein hohes Lied durch Scherz.

    Der kannte nie der Liebe Lust und Schmerz,
    Der nie erfuhr, wie süß ihr Atem fächelt,
    Wie wundersüß die Lippe spricht und lächelt.

    Größeres Bild


Lesenswert dazu der kurze Text im Frauensaal

 

 

Die Weiber von Weinsberg von Alexander Bruckmann.In: MARBACHER MAGAZIN Sonderheft 53/1990

Bürger selbst zu seinem Werk: “hier eine neue Ballade, mit welcher ich wegen des rostigen Colorits nicht gar übel zufrieden bin.”

 “Die Schnurre [...] kommt in alten Chroniken vor”                        

 “Neulich mußte ich jemanden, dem [...] das Wort: bepißt, als unanständig aufgefallen war, beteuern, daß ich diesen Ausdruck selbst in einer alten Kronik bei dieser Geschichte gelesen, mithin dessen Beibehaltung nicht nur nicht zu entschuldigen, sondern gar notwendig sei!”


Wegen des historischen Hintergrundes - ein Ereignis aus dem Jahre 1140 - ist das MARBACHER MAGAZIN Sonderheft 53/1990 zu empfehlen. Es wurde für die Ausstellung der Stadt Weinsberg im 850. Jahr nach der Belagerung der Burg durch Konrad III. erarbeitet. Danach hat es erst G.A. Bürger mit seiner Ballade geschafft, den Stoff allgemein bekannt zu machen, allerdings wird seine bänkelsängerische Art überhaupt nicht geschätzt. Selbst 1983 werden in einem ´Weinsberger Poesie-Album´ die Bürgerschen Zeilen
     Ihr Schurken, komm´ ich ´nein, so wist,
     Sol hängen, was die Wand bepist.
verändert in
    Ihr Schurken, komm ich ´nein, so wißt,
    soll hängen, was ein Mannsen ist.
Sowohl zur Historie, zur literarischen Behandlung als auch zur bildnerischen Verwertung ist in dem Büchlein reichlich Stoff zu finden. Zwei der dort enthaltenen Illustrationen sollen, teilweise im Ausschnitt, hier wiedergegeben werden.
 

Weibertreue.  Nach einer Lithographie von Kenngott

Gottfried August Bürger, Die Weiber von Weinsberg,Alexander Bruckmann

Eine Darstellung von 1817

 

Die Weiber von Weinsberg von Daniel Chodowiecki (nachgestochen von Riepenhausen). In: Gedichte von Gottfried August Bürger. Zweyter Theil. Mit Kupfern. Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789. (Sammlung Helmut Scherer)

Gottfried August Bürger, Die Weiber von Weinsberg,Daniel Chodowiecki         
   
Strophen 9-11:

   
“Die Weiber sollten Abzug han,
   Mit ihren besten Schätzen,
   Was übrig bliebe, wollte man
   Zerhauen und zerfetzen.”
   Mit der Capitulation
   Schleicht die Gesandschaft trüb´ davon.

   Drauf, als der Morgen bricht hervor,
   Gebt Achtung! Was geschiehet?
   Es öffnet sich das nächste Thor,
   Und jedes Weibchen ziehet,
   Mit ihrem Männchen schwer im Sack,
   So wahr ich lebe! Huckepack.-

   Manch Hofschranz suchte zwar sofort
   Das Kniffchen zu vereiteln;
   Doch Konrad sprach: “Ein Kaiserwort
   Soll man nicht dreh´n noch deuteln.
   Ha bravo! rief er, bravo so!
   Meint´unsre Frau es auch nur so!”.

 

Die Weiber von Weinsberg von Lovis Corinth. Kaltnadelradierung 1894.

Gottfried August Bürger, Die Weiber von Weinsberg,Lovis Corinth     
  
Strophen 8-10:

   
Zur Zeit der stillen Mitternacht
   Die schönste Ambassade
   Von Weibern sich ins Lager macht,
   Und bettelt dort um Gnade.
   Sie bettelt sanft, sie bettelt süß,
   Erhält aber nichts, als dies:

   “Die Weiber sollten Abzug han,
   Mit ihren besten Schätzen,
   Was übrig bliebe, wollte man
   Zerhauen und zerfetzen.”
   Mit der Kapitulation
   Schleicht die Gesandtschaft trüb´ davon.

   Drauf, als der Morgen bricht hervor,
   Gebt Achtung! Was geschiehet?
   Es öffnet sich das nächste Thor,
   Und jedes Weibchen ziehet,
   Mit ihrem Männchen schwer im Sack´,
   
So wahr ich lebe! Huckepack. -

 

Die Weiber von Weinsberg von Emil Ebers (Radierung).In: Deutsche Dichtungen mit Randzeichnungen deutscher Künstler, Bd. 2 (Düsseldorf: Julius Buddeus 1850). (Sammlung Klaus Damert)

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     Größeres Bild

 

 

Die Weiber von Weinsberg von Carl von Heideck.
Wiedergabe ermöglicht durch eine Spende von Dr. med. Karl Kreikenbaum (Northeim) und Helmut Scherer (Berlin).
Foto: Volker-H. Schneider.

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Die Weiber von Weinsberg von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)

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   Strophe 6:

   Doch wann´s Matthä´am letzten ist,
   Trotz Rathen, Thun und Beten,
   So rettet oft noch Weiberlist
   Aus Aengsten und aus Nöthen.
   Denn Pfaffentrug und Weiberlist
   Gehn über alles, wie ihr wißt.

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   Strophe 12:

   Er gab Pardon und ein Bankett,
   Den Schönen zu gefallen.
   Und durchgetanzt mit allen,
   Wie mit der Bürgermeisterinn,
   So mit der Besenbinderinn.

 

Die Weiber von Weinsberg gezeichnet von G. Opiz, gestochen von J. Lips. In: Urania. Taschenbuch auf das Jahr 1830.
                            (Sammlung Heinrich Tuitje)

        Eine zeitgenössische Kritik zu den Illustrationen von G.E. Opiz von 1828.

 

 

Die Weiber von Weinsberg von Theobald von Oer. In: Deutsches Balladenbuch 1933. Neudruck der Erstausgabe von 1852

Gottfried August Bürger, Die Weiber von Weinsberg,Theobald von Oer

 

Die Weiber von Weinsberg von Uwe Pfeifer. In: Gottfried August Bürger / Hurra! die Toten reiten schnell! /
                                        Fünf Balladen und eine Erzählung. Helmut Scherer-Verlag 1994

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Die Weiber von Weinsberg von Arpád Schmidhammer. In: Deutsches Lachen. [o.J.] (Sammlung Klaus Damert)

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Die Weiber von Weinsberg von Johann Friedrich Gottlieb Unger. In: Studien zum Deutschen Holzstich im 19. Jahrhundert. Von Eva-Maria Hanebutt-Benz. Archiv für Geschichte des Buchwesens Band XXIV 1983.

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    Die Vorlage für diesen Holzschnitt, der 1789 (oder vorher) entstand, lieferte
    ein Gemälde des damals amtierenden Akademiedirektors Bernhard Rode
    (1725-1797).

    Der Kommentar im Ausstellungskatalog von 1789:

     “Dieß Stück dient zum Beweiß, daß außer der kraftvollen
     vortretenden Darstellung der figuren, uch die allmäligen
     Entfernungen und Vertiefungen in den Hintergründen,
     sehr wohl durch den Holzschnitt können bezeichnet werden,
     sobald dies Fach als ein wirklicher Zweig der schönen Künste
     mit Geschmack und Richtigkeit in der Zeichnung bearbeitet wird.

 

Frau Schnips von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)

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  Strophen 2-4:

  Das Mäulchen, sammt dem Zünglein flink,
  Saß ihr am rechten Flecken.
  Sie schimpfte wie ein Rohrsperling,
  Wenn man sie wollte necken.

  Da kam Hans Mors, und zog den Strich
  Durch ihr Schlaraffenleben.
  Zwar belferte sie jämmerlich;
  Doch mußte sie sich geben.

  Sie klaffte fort, den Weg hinan,
  Bis vor die Himmelspforte,
  Gekränkt, daß sie nicht Zeit gewann,
  Zur letzten Mandeltorte.

Gottfried August Bürger, Frau Schnips,Franz Kolbrand    
   Strophen 32-35:

   Jetzt sprang Apostel Paul empor:
   “Mit deinen alten Sünden,
   Weib, wirst du durch das Himmelsthor
   Den Eingang nimmer finden!” -

   “Die lass ich draußen! - Denke, Paul,
   Wie dir´s vor Zeiten glückte;
   Dir, der doch so mit Mord, als Saul,
   Die Kirche Gottes drückte!” -

   Sanct Peter kam nun auch zum Spiel:
   “Die Thür nicht eingeschlagen!
   Madam, Sie lärmt auch allzuviel;
   Wer kann das hier vertragen?” -

   “Geduld, Herr Pförtner! sagte sie;
   Noch bin ich unverloren!
   hab´ ich doch meinen Heiland nie,
   Wie Du einst, abgeschworen.” --

kolbrand_schnips_35   Apologie

   Ihr Herrn Zeloten dieser Zeit,
   Wie steht´s um Euren Willen?
   Sind Liebesmäntel wohl so weit,
   Dieß Lied mit d´rein zu hüllen?

   O seyd doch, höchlich bitt´ ich d´rum,
   Seyd dießmal nur nicht kurrig!
   Denn seht! Es wär´ doch Schade d´rum:
   Das Ding ist ja so schnurrig:

   [...]

   Und schlimm ist wahrlich nichts gemeint:
   D´rum nehmt doch ja nichts übel!
   Moralia sind, wie es scheint,
   Die Besten aus der Bibel.

   Ihr, die ihr, aus erlogener Pflicht,
   Begnadigt und verdammet,
   Die Liebe sagt: Verdammet nicht,
   Daß man nicht Euch verdammet!

 

Für wen, du gutes deutsches Volk von Hille Blumfeld. In: Poesiealbum 28: Gottfried August Bürger. Berlin, 1969. (Sammlung Klaus Damert)

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Graf Walter von Carl von Heideck.
Wiedergabe ermöglicht durch eine Spende von Dr. med. Karl Kreikenbaum (Northeim) und Helmut Scherer (Berlin).
Foto: Volker-H. Schneider.

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Graf Walter (Nach dem Altenglischen) von V. Kininger, gestochen von Cl. Kohl. In Bürger's sämmtliche Schriften. Zweyter Band. Wien bey Jos. Funk. 1796 (Sammlung Klaus Damert

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Graf Walter von Franz Kolbrand. In: G.A.Bürger Balladen, Hg. Erich Ebstein 1920. (Sammlung Klaus Damert)

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   Strophen 14-16:

   Beyher lief sie den ganzen Tag,
   Beyher im Sonnenstrahl;
   Doch sprach er nie so hold ein Wort:
   Nun, Liebchen, reit´ein Mahl!

   Sie lief durch Heid- und Pfriemenkraut,
   Lief barfuß neben an;
   Doch sprach er nie so hold ein Wort:
   O Liebchen, schuh dich an! -

   “Gemach, gemach, du trauter Graf!
   Was jagst du so geschwind?
   Ach, meinen armen ermen Leib
   Zersprengt mir sonst dein Kind.” -

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    Strophen 28-30:

    Des Grafen Schwester wundersvoll,
    Gar wundersvoll sprach sie:
    “Ha, welch ein Leibbursch! Nein, so schön
    War nie ein Leibbursch! Nie!

    Ha, schöner als ein Leibbursch je
    Des höchsten Herrn gepflegt!
    Nur daß sein Leib, zu voll und rund,
    So hoch den Gürtel trägt!

    Mir däucht, wie meiner Mutter Kind,
    Lieb´ ich ihn zart und rein.
    Dürft´ ich, so räum ich wohl zu Nacht
    Gemach und Bett ihm ein.” -

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   Strophen 47-50:

   Sie sang: “Susu, lullull mein Kind!
   Mich jammert deine Noth.
   Susu, lullull, susu, lieb lieb!
   O weine dich nicht todt!

   Sammt deinem Vater schreibe Gott
   Dich in sein Segensbuch!
   Werd´ ihm und dir ein Purpurkleid,
   Und mir ein Leichentuch!” -

   “O nun, o nun, süß süße Maid,
   Süß süße Maid, halt ein!
   Mein Busen ist ja nicht von Eis
   Und nicht von Marmelstein.

   O nun, o nun, süß süße Maid,
   Süß süße Maid, halt ein!
   Es soll ja Tau und Hochzeit nun
   In Einer Stunde seyn.” -

 

Graf Walter von Georg Emanuel Opiz. In: Urania 1829. (Sammlung Heinrich Tuitje)

        Eine zeitgenössische Kritik zu den Illustrationen von G.E. Opiz von 1828.

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