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Wir sind hier: Bürger-Parodien

An Agathe,   An die Hoffnung,   Das Blümchen Wunderhold,   Das harte Mädchen

Das Lied vom braven Mann,   Das Mädel, das ich meine,   Der Bauer. An seinen durchl. T

Der Bruder Graurock und die Pilgerin,   Der große Mann,   Der Kaiser und der Abt

Der kluge Held,   Der Raubgraf,   Der wilde Jäger,   Des Pfarrers Tochter von Taubenhain

Des Schäfers Liebeswerbung,   Die beiden Liebenden,   Die Entführung,   Die Kuh

Die Weiber von Weinsberg,   Frau Schnips,   Herr Bacchus,   Hummellied

Lenardo und Blandine,   Lenore,   Liebeszauber,   Macbeth,   Männerkeuschheit

Mollys Wert,   Münchhausen,   Prinzessin Europa,   Spinnerlied,   Trost

     Die links verweisen auf die linke Navigationsleiste, dort sind die zugehörigen Werke anwählbar


An Agathe

1773 Mit dem naß geleckten
 


An die Hoffnung

1812 Ode an dei Hoopnung
 


Das Blümchen Wunderhold

1806 Blümchen Immerschön

1818 Auch ein Blümchen
 


Das harte Mädchen

1820 Elegie Schneidermeister
 


Das Lied vom braven Mann
 
1810 Vom braven Mann

1822 Knabenhelden

1837 Krokodil

1838 Vom braven Mann

1840 Edler Kämpe

1842 Pfarrer Barblau

1844 Ein braver Mann

1848 Minister Bekk

1849 Abg. Jakobs

1850 Wetterfahne

1852 Zeitpunkt

1856 Zöllner

1857 Franz Joseph

1858 Times

1858 Liederklang

1858 Luxemburg

1860 Hessen

1862 Polizei

1863 Allerlei

1863 Im Bad Ems


1863 Schweigen

1865 klingt flach

1865 Ehrenstrauß

1866 vom braven Mann


1867 Lord Russell

1867 Vom braven Manne

1868 Ein neues Lied

1870 Lied vom Storch

1871 Landwehr

1872 Dichterjüngling

1872 Poetischer Schneider

1873 Thauwind

1873 Im Abgeordnetenhaus

1874 Bischof Urgel

1874 Zöllner

1874 Herr Wertheim

1875 vom braven Mann

1877 Wahl

1877 Wenzel Reischel

1877 Der Fabrikant

1877 Vom braven Bann

1880 Der russische Zar

1881 Frei nach Bürger (Figaro)

1882 Bäcker

1882 Ehrenabend

1883 Seine Majestät

1885 Das Zahnopfer

1886 m Inseratentheil

1886 Das Mandat

1889 Herr Noske

1890 Vom braven Fabrikanten

1891 Geld

1894 Revolver

1896 Fastnacht

1896 Gutsverwalter

1899 Hingeworfen

1899 Steuerscheu

1899 Umsturz

1900 Whiskey

1900 Kotzenauer

1903 Gattin

1905 Théry

1906 Wackeres Mädchen

1907 Ein eigenartig Lied

1907 Deutschlands Helden

1907 Vom braven Mann

1908 Kranker Mann

1909 Pfarrer im Landtag

1910 Biedermann

1910 Maturainspektor

1910 Männergesangverein

1911 Straußenzucht

1912 Heldentat Tripolis

1913 Brave Frau

1914 Arrest

1914 Braves Kind

1914 Lied von braven Weib

1916 Tagebuch

1917 Brave Männer

1919 Lied vom Schutzmann

1920 Braver Polizeibeamter

1923 Geretteter Hosenboden

1924 Gerettete Universität

1924 Hebamme

1924 Kater Murr

1925 Schuhmacher

1925 Viehhändler

1925 Lied vom braven Mann

1925 Priester Weber

1927 Lid

1928 Wahlen

1928 Zugunglück

1929 Braver Bürgermeister

1929 Rifpiraten

1930 ‘s Lied vom braven Manne

1931 Lokführer

1931 Gerechtigkeit

1931 Sangerhausen

1931 Lied der braven Frau

1931 Bürgermeister Potsdam

1932 Mahnruf an den Stahlhelm

1933 Rausch

1934 Gang und gäbe

1936 Vom braven Polizisten

1938 Kussometer

1938 Letzte Heimkehr

1947 Motorradelnde Hebamme

1949 Studienerinnerungen

1950 Gehe hin

1952 Freundlicher Beamter

1953 Bogdan

1959 De Pappe

1960 Lied vom braven Mann

1965 Hohn

1986 Vom kleinen Mann

1988 Das Hohelied
 

Weitere Parodien

 

 

An Agathe
Nach einem Gespräche über ihre irdischen Leiden
und Aussichten in die Ewigkeit.

Mit dem naßgeweinten Schleier
Lösch' ich meine Thränen aus,
Und mein Auge schauet freier
Ueber Zeit und Grab hinaus.
        [...]

 

Ohne Titel von Carl Friedrich Cramer. Parodie. 1773. An den jüngsten Grafen Stolberg, als er anfing Griechisch zu lernen. In: Bundesbuch des Göttinger Hains.  (Sammlung Helmut Scherer)

Mit dem naß gelecktem Finger
Schlage frisch die Blätter um,
Endlich wird die Müh geringer
Und du dringst ins Adytum.

     der vollständige Text.

An die Hoffnung

Wohltätigste der Feen!
Du, mit dem weichen Sinn,
Vom Himmel ausersehen,
Zur Menschentrösterin!
Schön, wie die Morgenstunde,
Mit rosichtem Gesicht,
Und mit dem Purpurmunde,
Der Honigrede spricht!
       [...]

Ode an dei Hoopnung. In: Dei Wörde det Manns, Im Jahr Christi 1793 sassisch verposselt, nach Bürgers Männerkeuschheit [1812]  (Sammlung Helmut Scherer)

O beste holder Fayen!
Met leewevullem Sinn,
Vom Himmel utersaihen
Taur Minschentrösterin!
Schön, wie dei Morgenstunne,
Dei rosig an us bräkkt,
Un met dem Purpurmunne,
Dei Honnigrede, spräkkt:

        der vollständige faksimilierte Text

 

Das Blümchen Wunderhold

Es blüht ein Blümchen irgendwo
In einem stillen Thal;
Das schmeichelt Aug' und Herz so froh
Wie Abendsonnenstrahl;
Das ist viel köstlicher als Gold,
Als Perl' und Diamant:
Drum wird es “Blümchen Wunderhold”
Mit gutem Fug genannt.
        [...]

Auch ein Blümchen Wunderhold. In: Almanach der Porodieen und Travestien. Hg. M.G.G. Röller. 1818.

Es blüht ein Blümchen irgendwo
In einem stillen Thal.
Das macht, so oft es blüht, uns froh,
Doch blüht´s nicht allemal.
Man kauft es oftmals nicht um Gold,
Der Kluge hält´s geheim.
Drum nennt´ ich Blümchen Wunderhold
Verböt´ es auch der Reim.

      der vollständige faksimilierte Text

Blümchen Immerschön. In: Lyrische Anthologie. Herausgegeben von Friedrich Matthisson. 1806.

Es wächst ein Blümchen irgendwo,
Zur Lust vom Himmel uns beschert.
Wers blühen sieht, den macht es froh;
Wers eigen hat, der halt´ es werth!
Ein jeder ist darum bemüht,
Weil´s Blümchen hier so selten blüht.

        der vollständige faksimilierte Text

 

Das harte Mädchen.

Ich sah so frei und wonnereich
Einst meine Tag' entschlüpfen,
Wie Vögelchen, von Zweig auf Zweig,
Beim Morgenliede hüpfen.
       [...]

Elegie eines Schneidermeisters. Seinen Schuldnern gesungen von ***. In: Parodieen. Gesammelt und herausgegeben von Karl Müchler, Berlin 1820
 

Ihr nennt die Schneider freudenreich,
Weil sie so munter hüpfen,
Ach ! ihr wißt nicht, wie viel um euch
Uns Thränen oft entschlüpfen.

        der vollständige Text

 

Das Lied vom braven Mann
   ...

   ”Hier rief der Graf, mein wackrer Freund !
   Hier ist dein Preis ! Komm her! Nimm hin!” -
   Sag an, war das nicht brav gemeint?
   Bey Gott! der Graf trug hohen Sinn. -
   Doch höher und himmlischer, wahrlich! schlug
   Das Herz, das der Bauer im Kittel trug.

   “Mein Leben ist für Gold nicht feil.
   Arm bin ich zwar, doch ess´ich satt.
   Dem Zöllner werd´eur Gold zu Theil,
   Der Hab´und Gut verloren hat!”
   So rief er, mit herzlichem Biederton,
   Und wandte den Rücken und ging davon.-

    ...

  

   Gedichte von Gottfried August Bürger. Zweyter Theil.
   Mit Kupfern.
   Göttingen bey Johann Christian Dieterich 1789
   Stich von Daniel Chodowiecki



Am zehnten März 1810. In: Berlin oder der Preußische Hausfreund, 10. März 1810

Oft ist das Lied v o m b r a v e n M a n n
Uns tief ins Herz gedrungen,
Und von der Jugend himmelan
Gefühlvoll nachgesungen;
Auch trägt es edlen, hohen Sinn -:
Drum sollten alle Deutsche Knaben
Den braven Mann zum Muster haben!

     Der vollständige Text
 

 

An den Knabenhelden Jakob Fritz. In: Bothe von und für Tirol, 7. Februar 1822

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Das Bürger mächtig einst gesungen,
Von Ehre jener reden kann,
Dem solch' ein deutsches Lied gesungen.

   Der vollständige Text

 

 

Wie der Oberfloss-Fisch- und Markt-Inspector [...]. In: Ahasverus, der ewige Jude, Augsburg 26. October 1837

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Der kühnen Muth's sich rühmen kann,
Ihn lohnt nicht Gold, kein Heer Dukaten
Steht gleich dem Glanze seiner Thaten;
Ihn lohnt, er klinge hoch mein Sang,
Wie Orgelton und Glockenklang;
Bestanden ist das Abentheuer,
Erlegt, Dank ihm! das Ungeheuer,
Das jüngst in Krokodilsgestalt
Am Strand des Lech's zum Fraß noch weilte,
Bald aus der Tiefe stöhnte, bald
Von Oben wie der Schakal heulte. -

   Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Mann. [...] Nach Bürger. In: Süddeutsche Blätter für Leben, Wissenschaft und Kunst, 15. Februar 1838

Hoch klingt das Lied vom braven Mann
Wie Orgelton und Glockenklang;
Schlimm lohnt die Welt solch einen Mann,
Doch ihn erhebt mein Gesang.
Und all' ihr Guten, stimmt mit an,
Zu loben und preisen den braven Mann.

   Der vollständige Text

 

 

Ein Lied vom braven Mann. In: Fränkischer Merkur, 23. April 1840

Wer Braven nur ein Lied gern singt,
  Der singt nicht jeden Tag;
Wenn aber Kunde zu ihm dringt,
Daß stark ein edler Kämpe ringt,
  Er laut auch singen mag.

    Der vollständige Text

 

 

Toast des Herrn Pfarrer Barblau. In: Bülletin des Eidgenössischen Freischiessens im Jahr 1842, Chur 14. Juli 1842

Eidgenossen!
Die Sonne scheinet heiß und warm herab von ihrem Himmelszelte, es brennt auf meinem Scheitel.

    Der vollständige Text

 

 


Ein braver Mann von Annette von Droste-Hülshoff in Gedichte von Annette Freiin von Droste-Hülshof 1844.
Bernd Kortländer schreibt in seinem Annette von Droste-Hülshoff und die deutsche Literatur von 1979:
"In den Januar 1844 fällt die Entstehung des Gedichts Ein braver Mann, in dem die Droste explizit auf ein Werk
Bürgers Bezug nimmt, ein Faktum, das in der Droste-Forschung bisher noch nicht zur Kenntnis genommen wurde."

Noch lag, ein Wetterbrodem, schwer
Die Tyrannei auf Deutschlands Gauen,
Die Wachen schlichen scheu umher,
Die Menge schlief in dumpfem Grauen;
Ein Seufzer schien der Morgenwind
Aus angepreßter Brust zu brechen
Und lächeln durfte nur das Kind.

    der vollständige Text
 

 

Ohne Titel. In: Ansbacher Morgenblatt, 28. Januar 1848

"Hoch klingt das Lied vom braven Mann!" - ruft die Dorfzeitung aus. Derjenige aber, dem dies Lied gesungen wird, ist der badische Minister B e k k, der allen Censoren des badischen Landes die Weisung ertheilt hat, nicht das Geringste, was auf seine Person Bezug habe, zu streichen. Das ist der beste Weg, der freien Presse den Weg zu bahnen und der schlechten die Thüre zu schließen.
            Dorfz.

 

 

Ohne Titel. In: Kladderadatsch, 18. März 1849

Der Abg. Jakobs (mehr als 40 Jahre alt) hat durch den Dänischen Krieg über 60,000 Thaler verloren. Dennoch ist er f ü r den Krieg.

H o c h k l i n g t d a s L i e d v o m b r a v e n M a n n!!!

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Kladderadatsch 3. 1850

wetterfahne_1850

 

 

Ohne Titel. In:Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 5.1852 31.Oktober

Diese That ist so edel und der Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung so absichtslos gewählt, daß wir nicht umhin können bei dieser Gelegenheit das „Lied vom braven Mann " mit Orgelton und Glockenklang zu singen.
Wohlzuthun und (es dann) mitzutheilen, vergesset nicht; und wenn die Linke nicht wissen soll was die Rechte thut, so hätte die "Conservative Zeitung für Schlesien" vom 24. October nothwendig confiscirt werden müssen.

 

 

Nothgedrungene Erklärung. In: Kladderadatsch: Humoristisch-satyrisches Wochenblatt — 9.1856  9. März

»Wer ist der Brave? Ist's der Graf?
Sag' an mein braver Sang, sag' an!
Der Graf, beim höchsten Gott, war brav!
Doch weiß ich einen bravern Mann."

An meine Brust schlagend bekenne ich, daß ich in meinem "Lied vom braven Mann" durch eine heillose Verwechselung der Begriffe obige Verse in einen durchaus entstellenden Zusammenhang gebracht habe. — Der Einzige, der noch braver war als der Graf, ist nicht der Bauer, sondern — der Zöllner.

Bürger, Deutscher Dichter a. D.

 

Kaiser Franz Joseph und die Amnestie. In: Extra-Felleisen, 9. April 1857

Ich stimm' mein Lied vom braven Mann
Im lichten Purpurkleide
Mit Liebe undn Bewundrungn an
Zu aller Guten Freude.

    Der vollständige Text

 

 

An den Berliner Narciß der "Times." : In: Kladderadatsch: Humoristisch-satyrisches Wochenblatt — 11.1858 21. Februar

Hoch klingt da» Lied vom braven Mann! Uns freut's, Daß du ein selbstverleugnend Wort gesprochen Dafür verdienst als Orden du — das Kreuz, Zu welchem du gekrochen!

 

 

Ein neues Lied vom braven Mann von A. S. In: Der Erzähler am Main, 7. Juli 1858

Sing', Muse, preis den braven Mann
Mit Harfenspiel und Liederklang;
Wer solcher That sich rühmen kann,
Den ehrt nicht Gold, den lohnt Gesang,
Den Mann, den Christi Glaubenssaat
Entflammt zu heil'ger Opferthat.

   Der vollständige Text  

 

 

Für Luxemburg. In: Kladderadatsch, 10. October 1858

Um allen etwaigen Mißverständnissen zuvorzukommen, sehe ich mich veranlaßt hiermit feierlichst zu erklären, daß in meinem bekannten "Lied von braven Mann" durchaus keine Beziehung oder Anspielung auf irgend einen Luxemburger, am wenigsten auf einen Staatsminister, der auch gelegentlich als landwirthschaftlicher Festredner sich auszeichnet, enthalten ist.
           Der selige B ü r g e r
 

 

Vorläufig nur eine Illusion. In: Kladderadatsch: Humoristisch-satyrisches Wochenblatt — 3.1850 14. April 1860
 

kladderadatsch_1860_s64

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Kikeriki, 6. März 1862

"Rasch! Kinder, an's Werk, denn die Hütte stürtzt ein
Kommt, laßt uns die Retter der Aermsten dort sein,
Das mühsam erworbene wenige Gut

    Der vollständige Text

 

 

Allerlei. Neues Lied vom braven Mann. In: Nürnberger Anzeiger, 11. Juli 1863

Reich', Publikum, der Ehre Palm'
Dem Gerbermeister Joseph Calm,
Er zeigte, was ein rechter Mann
Mit festem Muth erreichen kann.
Gehorsam sein der Obrigkeit,
Ist Pflicht des Bürgers jederzeit;
Doch will man schmälern ihm sein Recht,
Zeig' er wie Calm sich fest und echt.

   Der vollständige Text

 

 

ohne Titel. In: Kladderadatsch, 12. Juli 1863. S. 3
D e r „R h e i n i s c h e C o u r i e r“ theilt Folgendes mit: Im Bad Ems ging der Bürgermeister eines benachbarten Dorfes über die Gitterbrücke, welche beide Ufer der Lahn verbindet. Hier trat ihm der Polizei-Commissär und Director der Bade-Anstalten, Herr Graf v o n B i s m a r k entgegen, bemerkte ihm, über diese Gitterbrücke dürfe man nicht gehen, w e n n m a n e i n e n 
K i t t e l t r a g e, und b e f a h l ihm umzukehren und über die andere Brücke zu gehen. Der Bürgermeister leistete diesem Befehle Folge.
Mit Bezug auf obige f a b e l h a f t e und dennoch wahre Geschichte erkläre ich, daß mein „L i e d v o m b r a v e n M a n n“ nicht im N a s s a u i s c h e n spielt, so wie, daß ich bei den Worten:

   „Bei Gott! der G r a f trug hohen Sinn. –
   Doch hoher und himmlischer, wahrlich! schlug
   Das Herz, das der B a u e r i m K i t t e l trug“ –

weder an den „D i r e c t o r, L e g a t i o n s-R a t h G r a f e n v o n B i s m a r k“, noch an den schüchternen Bürgermeister von der Lahn gedacht habe.
                G o t t f r i e d A u g u s t B ü r g e r,
                   Dichter a. D.

 

 

 

Ohne Titel. In: Kladderadatsch: Humoristisch-satyrisches Wochenblatt — 16.1863 7. Juni

Hoch klingt das Lied vom braven Mann! Der M e n s c h h a t n i c h t s s o e i g e n, daß man es ihm nicht nehmen kann. Punctum! D e r R e s t ist — S c h w e i g e n.
     Kladderadatsch.

 

 

Ohne Titel. In: Münchener Punsch, 15. Oktober 1865

Nicht nur hoch, sondern auch f l a c h k l i n g t das Lied vom braven Mann.

      Ein "Zuschauer", dem's um die Ohren sauste.

 

 

Ehrenstrauß. In: Oesterreichisches, pädagogisches Wochen-Blatt, 6. September 1865

Du kennst das schöne Lied vom braven Manne,
Das klingt wie Orgelton und Glockenklang? -
Zu Deinem Lobe mag auch heut' erschallen
An diesem Ehrentag ein Festgesang.

   Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Kikeriki, 11. October 1866

Hört Ihr's vom Thurme schallen,
Wie das Glöcklein wieder klagt,
Wie's die Kunde von dem Sterben
Eines Vaters weiter sagt?

  Der vollständige Text  

 

 

Neueste Posten! In: Champagner, Augsburg 3. August 1867

London
.
Lord John Russell freut sich, daß Alles so schön ruhig ist. Einige deutsche Verehrer "s e i n e r L o r d s c h a f t" bringen ihm ein Ständchen und singen "d a s L i e d v o m b r a v e n M a n n."
 

 

 

Das Lied vom braven Manne / Das Lied vom nichtsnutzigen Manne. In: Kikeriki 12. September 1867

kikeriki_1867_klein

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Ein neues Lied vom braven Mann. In: Der Erzähler am Main, 7. Juli 1868

Sing', Muse, preis den braven Mann
Mit Harfenspiel und Liederklang;
Wer solcher That sich rühmen kann,
Den ehrt nicht Gold, den lohnt Gesang,
Den Mann, den Christi Glaubenssaat
Entflammt zu heil'ger Opferthat.

  Der vollständige Text

 

 

Das hohe Lied vom Storch. (1870)

Wohl jedem Menschen kann es ja passieren,
Daß eines Thieres Namen er erhält;
Drum spricht man oft von Eseln, Ochse, Stieren,
Von Schafen, Gänsen in der Menschenwelt.
Doch unter solchen Menschen eine Rarität.
   :;: Ei gar! Das ist der Storch, den hier Ihr seht. :;:

  Der vollständige Text

 

 

Ohne Titel. In: Kladderadatsch: Humoristisch-satyrisches Wochenblatt — 24.1871  9. Juli

Da es von größter Wichtigkeit ist, daß, wenn an maßgebender Stelle ganz neue Vorstellungen über allerlei sittliche Begriffe, als da sind. E h r e, E h r g e f ü h l u. s. w. in Umlauf gesetzt werden, auch die S c h u l b ü c h e r einer Säuberung von solchen Elementen unterworfen werden, die zu einer Verwirrung der Begriffe führen müssen, so fühlen wir uns gedrungen, auf die verwerfliche Tendenz des B ü r g e r's c h e n L i e d e s v o m b r a v e n M a n n aufmerksam zu machen, das sich noch immer in allen Anthologien breit macht. Da sagt der Mann, den der Dichter offenbar als den „B r a v e n" charakterisiren will:

„Mein Leben ist für Gold nicht feil;
Arm bin ich zwar, doch hab' ich satt.
Dem Zöllner werd' Eu'r Gold zutheil,
Der Hab' und Gut verloren hat."

Dieser Ausspruch im Munde eines B a u e r n, der doch höchstens G e f r e i t e r in einem L a n d w e h r b a t a i l l o n gewesen sein dürfte, ist zwar schon deßhalb keiner besonderen Beachtung werth. Man bedenke indessen, in welche Verlegenheit der arme Schulmeister kommt, wenn er nach Beispielen sucht und die Männer nicht nennen kann, die er am liebsten namhaft machte!

       Die Pädagogen des K l a d d e r a d a t s c h.

 

 

"O ü b e r d i e P o e s i e!. In: Didaskalia, 25. September 1872

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Der Jedem mißt die Kleider an,
Wie auf den Leib sie passen!
Im Garderobenfach für Herrn
Ist er berühmt in Nah und Fern;
Der Stoff ist fein, der Schnitt modern -
Das muß der Neid ihm lassen.

  Der vollständige Text

 

 

Ein poetischer Schneider. In: Fürther Neueste Nachrichten, 19. Oktober 1872

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Der Jedem mißt die Kleider an,
Wie auf den Leib sie Passen!

   Der vollständige Text

 

 

Ohne Titel. In: Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 26.1873  16. März

Reichenbach. R.: Der geistreiche Verfasser der "G e d a n k e n s p ä h n e" in Nr. 28 des Reichenbacher Wochenblattes hat sich mit seinem „Gedankenspahn" über den in Bürgers „Lied vom braven Mann" von ihm entdeckten "U n s i n n" ebenso lustig als lächerlich gemacht. Hat der gelehrte Herr noch nie gehört, daß der Thauwind mitunter auch von Westen weht?

 

 

Lied. In: Figaro, 15. November 1873

(Gesungen von der Glocke im Abgeordnetenhause.)

So bin ich wieder an der Reih' kling, kling!
Und läute frisch und froh und frei kling, kling!

   Der vollständige Text

 

 

Ohne Titel. In: Kikeriki, 17. Dezember 1874

Der Bischof von U r g e l erklärt in einem Schreiben, daß er die Sache des Carlismus verlassen habe, und daß er Don Alfonso bewegen werde, ein Gleiches zu thun, u. s. w.
  Führwahr ein seltener spanischer Geistlicher, dem man nachsingen soll:

"Hoch klinge, Lied, vom braven Mann
Wie "U r g e lton" und Glockenklang!"

 

 

Aus dem neuen Lied vom braven Mann (Camphausen). In: ULK, 14. Mai 1874

O Zöllner, o Zöllner, entfleuch geschwind!
              Die Chausseehäuser. 
 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Der Floh, 31. October 1874

Wie Orgelton und Glockenklang
Ertönt das Lied vom braven Mann,
Herr W e r t h e i m war es lobesam,
Der muthig in die Fluten drang,
Ein Kind d a r a u s zu retten
Und aus des Todes Nöthen

    Der vollständige Text

 

 

Das neue Lied vom braven Mann. In: Die Bombe, 18. Juli 1875

Noch klingt von jenem braven Mann
Das Lied in deutschen Herzen nach,
Der einst drei Leben abgewann
Der Fluten wildem Angemach.
Sag' an, du neue Zeit, sag' an,
Gibt's heute nimmer so braven Mann?

   Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Bann. In: Beilage der Berliner Wespen, 19. October 1877

Hoch klingt das Lied vom braven Bann
Und auch von dem, der ihn geflucht,
Der sich dem Dank entzogen dann,
Als man ihn hinterdrein gesucht.
Gottlob! daß ich singen und preisen kann,
Zu singen und preisen den braven Bann.

   Der vollständige Text
 

 

 

Heitere Wahlgeschichte. In: Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 30.1877 28. Januar

Hoch klingt das Lied vom braven Mann, von B e c k m a n n, der Schule Meister; er leitet sein Dorf zum Wählen an und lenkt der Bauern Geister. — Zu E l f r i n g h a u s e n, dem schmucken Ort, ist seine Schaar erwachsen, zwar nicht sehr groß, doch wohnen dort der Bauern h u n d e r t a c h t z e h n. Und H u n d e r t a c h t z e h n sind zur Wahl als wie ein Mann geschritten; Herr B e c k m a n n lehrte sie zumal zu wählen nach Reiches Sitten. Und haben gestimmt, als wie ein Mann, fest, zu der
S c h w a r z e n Grausen. — B e r l i n e r, nehmt euch ein Beispiel dran: so wählt man in E l f r i n g h a u s e n.
 

 

Wenzel Reischel. In: Die Bombe, 28. Jänner 1877

Hoch klingt das Lied vom braven Mann
Wie Orgelton und Glockenklang.
Wer hohen Muths sich rühmen kann,
Den lohnt nicht Gold, den lohnt Gesang.
Doch schadet es nicht, wenn die Bahndirection
Dem Wackern gibt eine Remuneration [Vergütung].

  Der vollständige Text

 

 

Das neue Lied. In: Nebelspalter 3 (1877), Heft 23

Hoch klingt das Lied vom Fabrikant,
Wie Orgelton und Glockenklang!
Er malt den Teufel an die Wand,
Und macht dem Volke angst und bang.
Gottlob, daß ich singen und preisen kann,
Zu singen und preisen den braven Mann.

   Der vollständige Text

 

 

Wie der "Gott sei bei uns" den Abt von Murbach geholet hat von G. Gäyelin. In: Mittheilungen aus dem Vogesenclub, 1879

[...]
Als endlich auf geweihten Grund,
   Nach Stunden erst, gezogen
Die Bahr', da ward sie federleicht,
   Die Tausende gewogen.
Und Hurra, Hurra! Hopp, Hopp, Hopp!
Gleich Wilhelm's flogen im Galopp
   Die Pferde nach dem Ziele.
[...]

   Der vollständige Text 

 

 

A u s u n s e r m T a g e b u c h e. In: Nebelspalter 6 (1880) Heft 9

Hoch klingt das Lied vom braven Mann
Bei Peitschenschlag und Henkerstrang;

   Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Figaro 18. Juni 1881
 (Frei nach Bürger.)

 Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
 Wie Orgelton und Glockenklang!
 Das Gute, welches er gethan,
 Wird leben stets in Wort und Sang.
 Sogar der W u r z b a c h führt ihn an,
 Daß ihn die Nachwelt preisen kann.

 Zwar munkelt wol die böse Welt,
 Daß seine Arbeitsleute er
 Zuweilen um den Lohn geprellt;
 Doch sonst war er ein frommer Herr,
 In Altenburg war er Konsul
 Und Ritter von des Papstes Stuhl.

 Wenn er 'nen Kreuzer offen gab,
 So zog er früher — immer zwei
 Erst einem armen Teufel ab;
 Sang täglich doch die Litanei,
 Und kriegte dann nach altem Brauch
 Die Salvatormedaille auch.

 Hoch klingst du, Lied vom braven Mann,
 Wie Orgelton und Glockenklang!
 Wirst leben stets in Wort und Sang,
 Sogar der W u r z b a c h führt Dich an;
 Doch Manchen noch im Land es gibt,
 D e r  F r ö m m e r e s  a l s  D u  v e r ü b t!
 

 

Ohne Titel. In: Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 35.1882  24. December

Werther (Reg.-Bez. Lunden). J. R.: Hoch klingt das Lied vom braven Mann und Bäckermeister, der seinen Kunden schreibt, daß
sie von j e t z t an „gewissenhaft und ehrlich bedient werden sollen".

 

 

Ein Ehrenabend. In: Salzburger Volksblatt, 1. März 1882

Jenes Lied vom braven Mann,
Das man sang in früherer Zeit,
Jenes Lied ist nicht verklungen,
Es ertönt auf's Neue heut.

   Der vollständige Text

 

 

Im Namen Seiner Majestät des Kaisers von Schwaiger. In: Wiener Caricaturen, 6. Mai 1883

Das k. k. Landesgericht Wien als Preßgericht hat auf Antrag [...].

   Der vollständige Text

 

 

Das Zahnopfer. In: Kladderadatsch, 29. November 1885

Hört, Freunde! Zu der Tugend Preise
Stimm' ich ein Lied begeistert an.
Mir liegt im Simnn die schöne Weise:
Hoch klingt das Lied vom braven Mann.

      Der vollständige Text

 

 

Aus dem Inseratentheile. In: Freie Stimmen, Klagenfurt 17. Jänner 1885

"Ach, ich habe - einen Mann,
Besser als man wünschen kann,
Hat zwar etwas leichtes Blut,
Doch sonst meint er es ja gut."

   Der vollständige Text

 

 

Ein neues Lied vom braven Mann. In: Kikeriki 15. August 1886

Ich lobe mir den selt'nen Mann,
Der, was geschehen immer kann,
Nicht mag vom Platze weichen.

  Der vollständige Text

 

 

Das hohe Lied vom braven Mann. In: Die Bombe, 5. Mai 1889

Herr N o s k e ist ein braver Mann,
Der keinem Menschen wehtun kann.

   Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Fabrikanten von E. W. St. In: Glühlichter, 28. Juni 1890

Ich sing' das Lied vom braven Mann,
Vom wackern Fabrikanten,
Den manche Blätter dann und wann
Den "Wohlthäter" benannten.

   Der vollständige Text

 

 

Geld! Geld! Geld! Aber für wen? In: Kladderadatsch, 6. December 1891

Das Sparen ist des M i q u e l s Lust,
   Das Sparen.
Das müßt' kein richtiger M i q u e l sein,
Dem niemals fiel das Sparen ein,
   Das Sparen.

    Der vollständige Text

 

 

Kleine Verwechslung. In: Fliegende Blätter — 101.1894

L e h r e r (der das „Lied vom braven Mann" durchnimmt, nach der Stelle: „Zweihundert Pistolen sind zugesagt Dem, welcher die Rettung der Armen wagt"): „Also wie viel wollte der Graf dem Retter geben?" — S c h ü l e r: „Zweihundert Revolver!"

 

 

Succi's Succeß. In: Nebelspalter 22 (1896), Heft 29

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Der hungern thut, so lang er kannm

  Der vollständige Text

 

 

Hoch klingt das Lied vom braven Mann. In: Landwirthschaftliche Zeitung, 16. December 1896

Wer kennt nicht Bürger's berühmte Ballade: "Das Lied vom braven Mann"?

   Der vollständige Text

 

 

Individuelle Auffassung. In: Fliegende Blätter — 111.1899 (Nr. 2814-2839)

L e h r e r: „Welches ist die ergreifendste Scene aus Bürger's „Lied vom braven Mann"?" — D e r k l e i n e M o s e s: „Als der Graf hat hingeworfen den Geldbeutel!"

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Der wahre Jakob: illustrierte Zeitschrift für Satire, Humor und Unterhaltung — 16.1899 19. Dezember

(Professor Wagner wendet sich in der „Woche" heftig gegen die Steuerscheu des deutschen Volkes.)

Herr Wagner kennt nur ein Vergnügen:
Wenn er so recht in vollen Zügen
An all den vielen Wochentagen
Sein Geld zum Steueramt darf tragen,
Und süsser als der schönste Psalter
Klingt ihm sein Geld — am Steuerschalter!
  *      *        *
Einst schreibt der Staat auf seinen Stein:
„Er war ein Mann — so soll er sein!“

 

Elysium, November 1899. In: Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 52.1899  5. November

Ich stelle hiermit, um der Erklärungswuth etwaiger Commentatoren von vornherein entgegenzutreten, fest, daß mit meinen Versen im „Liede vom braven Mann", Str. 6

  '„Bald nahte der Mitte der Umsturz sich.
   Barmherziger Himmel, erbarme dich!"

ein prophetischer Hinweis auf einen der politischen Vorgänge jüngster Zeit ebenso wenig beabsichtigt ist wie eine Kritik desselben.

            Gottfried August Bürger.
 

 

Letzte Telegramme. In: Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 5.1900, Band 1 (Nr. 1-26) 12. Februar

Nach einer D u r b a n e r Sonder-Drahtnng des „Daily Humbug“ l i e ß s i c h O b e r s t l e u t n a n t H a m m e l t o n in der Nähe von W h i s k e y - F o n t e i n samt einer Schwadron Gardehusaren g e f a n g e n n e h m e n, um das I n n e r e
 T r a n s v a a l s g r ü n d l i c h a u s k u n d s c h a f t e n zu können!
(„Hoch klingt das Lied vom braven Mann!" D. Red.)

 

 

Bunter Kram. In: Schöneberger Stadt-Anzeiger, 29. September 1900
Das "Lied vom braven Mann" singt sich selber der Kotzenauer Bürger Otto Richter.

  Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Meggendorfer-Blätter — 54.1903

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Der waschen und auch bügeln kann,
Der mit dem Einkaufkorbe geht,
Das Kochen aus „ff" versteht,
Der liebevoll die Kinder pflegt,
Den Papagei, den Pudel hegt,
Auf Reinlichkeit und Drdnung sieht,
Das Gasthaus, das Kaffeehaus flieht,
Der in den Ruhestunden flickt,
Die Strümpfe stopft und neue strickt,
Der mit Verehrung unentwegt
Die Gattin auf den Händen trägt
Und selbstverständlich nie vergißt,
Daß „Sie" der H e r r im Hause ist!
wenn so die Hausfrau singen kann,
Hat sie gewiß den bravsten Mann.
       Mennacher.
 

 

Thèry. In: Wiener Caricaturen, 16. Juli 1905

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Der Autosport beleben kann,
Und schneller als Zeus' Flammenblitz
Auch rascher als Prometheus' Witz
Dahinrast - Ritter Lohengrin,
Gesalbt, geölt noch mit Benzin.

  Der vollständige Text

 

 

Ein wackeres Mädchen. In: Bozner Zeitung (Südtiroler Tagblatt), 31. Jänner 1906

Durch seine Geistesgegenwart hat vor einigen Tagen ein sechzehnjähriges Mädchen zwei Expreßzüge der Nothern Central Railway aus einer furchtbaren Gefahr gerettet.

   Der vollständige Text

 

 

Ein neu und eigenartig Lied vom braven Mann. In: Nebelspalter, 33 (1907), Heft 14

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Der untersucht, so oft er kann;
Der jedem Ding, wär's auch ein Weib,
Das eingesperrt, zum Zeitvertreib -,
"Etwas brutal", was nur gesund,
Geht staatserhaltend auf den Grund.

  Der vollständige Text

 

 

Deutschlands Helden von P. E. In: Der Wahre Jacob, 5. Februar 1907

Wenn dich ein Tropenkoller faßt,
Dann danke Gott und sei zufrieden,
Weil du dann 'ne Entschuld'gung hast,
Die sonst nur Prinzen gilt hienieden!

    Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Der Floh, 7. Juli 1907

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Wie Orgelton und Glockenklang;
Wer Tote so besudeln kann
Den lohnt nicht Gold, den lohnt der Strang.

   Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom kranken Mann. In: Nebelspalter 34 (1908), Heft 28

Hoch klingt das Lied vom k r a n k e n M a n n,
Heut', wie viel d e r noch leisten kann:

   Der vollständige Text

 

 

Ein Landtags-Erlebnis. In: Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 14.1909, Band 2

Gibt's jetzt im Landtag Obstruktion,
Der Pfarrer hat den rechten Ton,
Er greift zur Laute, lustig, keck, -
Sofort ist aller Hader weg!

   Der vollständige Text

 

Schreckliches Traumbild des Herrn v. Jagow (Frei nach Bürger) / Das Lied vom Biedermann (Noch freier nach Bürger). In: Beiblatt zum Kladderadatsch, 17. April 1910

   Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Wiener Caricaturen, 2. Jänner 1910

Hoch klingt das Lied vom braven Mann
Wie Orgelton und Glockenklang.

   Der vollständige Text

 

 

Männergesangverein-Ständchen. In: St. Pöltner Zeitung, 1. Dezember 1910

Hoch klingt das Lied vom braven Mann
Von unserem Doktor Geyer,
Der uns ergötzt manchen Tag
Mit schöner Feste Feier.

   Der vollständige Text

 

 

Die Straußenzucht. In: Meraner Zeitung, 12. März 1911

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
der mutig, seiner Zeit voran,
Ein neues Feld der Tätigkeit
Eröffnet mit Geschicklichkeit.

   Der vollständige Text

 

 

Eine Heldentat aus Tripolis. In: Nebelspalter 38 (1912), Heft 18

Hoch klingt das Lied des braven Heers,
Das Buchamez bezwungen,
Und in das Fort mit Sturmeslauf
Und Löwenmut gedrungen.
Es weidete darin ein Hirt
Gar freundlich seine Heerde,
Und fleißig pickte dort ein Huhn
Die Würmchen aus der Erde.
Es führt' ein Hund und eine Mietz
Darin ein friedlich Leben,
Das man gar manchem Ehepaar
Könnt' als Exempel geben.
Da sonst kein Lebenwesen mehr
Zum Vorschein dort gekommen,
So ward strategisch kunstgerecht
Das Förtlein eingenommen.
Die Tschinggen melden diesen Sieg
Nach Nord, Süd, Ost und Westen,
Wer frostig bleibt und "Oeha!" denkt,
Der tut dabei am Besten.
               W.
 

 

 

Hoch klingt das Lied - der braven Frau. In: Bozner Zeitung (Südtiroler Tagblatt), 31. Juli 1913

Bei einer Schwimmübung in Appelvillen (Dänemark) wagten sich zwei Knaben zu weit ins Meer hinaus und wurden abgetrieben. Zwei Krankenpflegerinnen wollten den Knaben Hilde bringen, wurden aber ebenfalls von der Strömung erfaßt. Alle vier Personen ertranken.

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Kladderadatsch — 67.1914  26. April

w.i. In Speyer rettete ein Soldat unter eigner Lebensgefahr ein Kind vom Ertrinken. Als dem Retter eine Belobigung erteilt werden sollte, ergaben die Ermittelungen, daß er ohne Urlaub in Speyer weilte. Er wurde dafür drei Tage in Mittelarrest genommen.

Der Soldat ist, um das Kind zu retten, nicht nur ins Wasser gesprungen, sondern er hat sich auch t ü c h t i g h i n e i n g e -
l e g t. Die Strafe ist viel zu milde ausgefallen. Zugestandenermaßen brachte er bei dem Rettungswerke sein Leben in Gefahr, er hätte also mindestens wegen des V e r s u c h s, s i c h s e i n e r D i e n s t p f l i c h t z u e n t z i e h e n zur Verantwortung gezogen werden müssen.

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Die neue Zeitung, 13. Februar 1914

Zu unserem Titelbilde.

   Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Weib. In: Meraner Zeitung, 5. Juni 1914

Aus Paris wird geschrieben: Auch das Lied vom braven Mann muß in diesen Zeiten auf das weibliche Geschlecht umgearbeitet werden.

  Der vollständige Text

 

 

Aus einem Tagebuchblatt vom Jahre 1879 von Rosegger. In: Karnisch-Julische Kriegszeitung, 5. August 1916

Am 1. Mai war bei einem Nachbar, in der Familie des Herrn Professors H., Aufregung. [...]

   Der vollständige Text

 

 

Brave Männer. In: Die Bombe, 24. Juni 1917

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Drum wollen wir es singen;
Aus voller Brust, mit aller Kraft,
Soweit es will gelingen.

     Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom Schutzmann von Paul Warnke. In: Am Born der Borniertheit, Berlin 1919

Vom Schutzmann klingt's, vom braven Mann,
Wie Orgelton und Glockenklang.
Wer so dem Dalles helfen kann,
Dem lohnt nicht Gold, dem lohnt Gesang!
Gottlob, daß ich singen und sagen kann,
Zu loben und preisen den braven Mann!

        der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Polizeibeamten. In: Kikeriki, 14. November 1920

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Der vier Millionen nicht nahm an,
Als sie ihm bot ein Judenpack
Aus dem Valutenschmuggelsack.
Wär' mir der Mann nicht gar so wert,
Wünscht' ich, daß er - Finanzchef werd'!

 

 

Der gerettete Hosenboden. In: Der Landsmann, Bozen-Meran 24. November 1923

Unter diesem Titel schreibt man der "Königsberger Hartungschen Zeitung" folgendes:

   Der vollständige Text

 

 

STATISTIK. In: Fliegende Blätter — 161.1924 29. August

2 500! — Eine Hebamme in Kaufbeuren hat in ihrer langen Amtszeit 2500 Erdenbürgern zum Licht der Welt verholfen. — Bravo! Hoch klingt das Lied von der weisen Frau! — Nicht nur vom braven Mann! —

Eine ganze Stadt hat diese wackere Hebamme ans Licht der Welt gehoben. Damit dürfte sie einen Rekord gehoben haben und Meisterschaftshebamme von Deutschland sein. Wenn die Welt nicht so undankbar wäre, müßten sich jetzt die 2500 von ihr in die Welt Eingeführten zu einem Huldigungszug vereinigen und ihr ein Ständchen bringen. Es gäbe sicher einen schönen gemischten Chor. Die weise Frau will sich jetzt ins Privatleben zurückziehen. Begreiflich. Sie kann mit Recht sagen: Ich habe das Meinige getan.
— Tun Sie das Ihre!        Kr.
 

 

Die Rettung der Wiener Universität. In: Kikeriki 1. Jänner 1924

Hoch klingt das Lied vom braven Mann
Wie Orgelton und Glockenklang!
Der unsere Alma Mater speist,
Der brave Mann, der Seipel heißt,
Der ihr nach Jammer und nach Not
Nun brachte mind'stens Hammerbrot.

Denn was er neulich sprach so weis',
Sein warmes Wort, das brach das Eis,
Und an den Reichtum sein Appell
Erweicht den neuen Reichsten schnell.
Wenn's auch nicht wie Rosel riecht,
Es stinkt auch Geld vom Bosel nicht!

 

 

Das klassische Beispiel. In: Berliner Börsen-Zeitung, 7. November 1924

In dieser Zeit, so,lau und flau -
Hoch klingt das Lied der braven Frau,
Die alt fast, wie Methusalem,
Noch wählte, wenn's auch unbequem.

   Der vollständige Text

 

 

Lustige Weltchronik. In: Fliegende Blätter — 163.1925 20. November

Bummelt da eines Tages an der Bahnstrecke Prag —Postenstein ein biederer Schuhmachermeister entlang und bemerkt an einer Stelle, daß die Geleise auseinandergeschraubt sind. Eilends meldet er seine Beobachtung dem nächsten Streckenwärter,
und in letzter Minute wird ein Zug, der die Strecke hätte passieren müssen, vor einer Katastrophe bewahrt. Natürlich klingt alsbald das Lied vom braven Mann überallhin, unter andrem auch an die Ohren der hohen Polizei. Was ist die Folge? Drei Tage später hält der wackere Meister statt eines Bürgerpreises ein Strafmandat in Höhe von zwanzig Kronen in der Hand wegen verbotenen Betretens der Geleise.

 

 

Gute Verdauung! In: Kladderadatsch — 78.1925  9.August

In dem französischen Städtchen Rodez hat der Viehhändler Fraysse, als es sich herausstellte, daß seine verstorbene Frau ihn in ihrem Testament mit keinem Legat bedacht hatte, das Testament dem Vater entrissen, in den Mund gesteckt und verschlungen.

Hoch klingt das Lied vom braven Mann, der es, wie dieser Viehhändler, fertigbringt, seinen Schmerz männlich und kurzentschlossen hinunterzuwürgen!
               o.w.
 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Kikeriki 1. Jänner 1925

Zur Erinnerung an den katholischen Religionsprofessor R u d o l f G m e i n e r, der im Prater zwei im Eise eingebrochenen Schülern Hilfe leistend unterging.

   Der vollständige Text

 

 

Hoch klingt das Lied vom braven Mann. In: Rosenheimer Anzeiger, 28. Februar 1925

Unser Volk befindet sich in schwerster völkischer Not. Aeußere Gier und innerer Schmutz zerdrücken es schier. Fast scheint es so, als sei kein Ausweg aus der Not zu finden.

  Der vollständige Text

 

 

Ping-Pong. In: Meggendorfer-Blätter — 149.1927 9. Juni

Ein Engländer hat eine Vorrichtung zum Färben von Wimpern erfunden. Man trägt sie in dieser Saison flaschengrün, rosa, lila und stahlblau.

Hoch klingt das Lid vom braven Mann.

 

 

Müller und Schultze. In: Kladderadatsch — 81.1928  17.Juni

Müller: Weeßte, Schnultze, jetzt nach die letzten Wahlen muß ick immerzu an det Lied vom braven Mann denken, weil et da
      doch heeßt: „Bald nahte der Mitte der Umsturz sich!"

Schultze: Ach so! Sag mal, det wird jawoll Bürjern zujeschrieben?

Müller: Stimmt, aber ick meene eejentlich haben's die Bürjer sich woll alleene zuzuschreiben!
          ego

 

 

Mit seinem Leben einen Schnellzug gerettet..In: AZ am Abend, 26. Juni 1928
  
   Der vollständige Text

 

 

Viehdorf (Hohe Auszeichnung). In: Ybbsttal Zeitung, 18. Mai 1929

Hoch klingt das Lied vom braven Mann
Wie Orgelton und Glockenklang.

   Der vollständige Text
 

 

Aus der Heimat der Rifpiraten, Reiseskizzen aus Afrikas unbekanntem Norden. In: Freiheit, Wien 30. März 1929

Die gleichberechtigten Frauen.
 Frauen wohnen stets allen festlichen Veranstaltungen offen bei. Bei Ankunft von Ortsfremden bleiben sie zwar bescheiden im Hintergrunde, doch verstecken sie sich nie. Im Gegenteil. Was ich auf keiner meiner langjährigen Wanderungen im Reiche des Propheten beobachten konnte: im Rifierhause begrüßt die Frau den Gast bei seinem Eintreffen und verabschiedet sich, wenn er scheidet. Sie reicht ihm die Hand und spricht Segenswünsche zum Geleite. Mir, dem Landfremden, dem „Ungläubigen", kam stets die Frau meines jeweiligen Gastfreundes entgegen und drückte derb meine Hand. Immer brachte sie dann etwas zu essen, Milch, Honig, Eier usw. und stellte es mit leisem „Bsacher" (Zur Gesundheit) vor mich hin.
    Bei Dorf- oder Stammesversammlungen hat die Frau zwar kein Stimmrecht, der Rif kennt noch keine Frauenrechtlerinnen, aber sie bleibt in Hörweite, und sollten ihr die gefaßten Beschlüsse nicht passen, dann gibt sie ihre Entrüstung energisch kund, und wehe dann dem Gebieter des Hauses. Er bekommt den Pantoffel so sicher zu fühlen wie der arme Europäer!
 
      „Hoch klingt das Lied vom braven — Weib!"

 

 

,s Lied vom braven Manne. In: Säk’sche Balladen von Lene Voigt, Band I, Verlag A. Bergmann ca. 1930

Es war ämal im Februar.
Dr Himmel sahk so sonderbar,
Un alle Männer, alle Fraun,
Die meenten : «Heite wärds noch daun!»

       der vollständige Text

 

 

Der Lohn. In: Kladderadatsch — 84.1931  8. März

Nein, Geselle, In unserm Land steht die Gerechtigkeit den - Franzosen zum Pfand.
      Nach einem Gedicht aus dem 16. Jahrhundert. (Der wegen Verhaftung des In französischen Diensten stehenden, steckbrieflich verfolgten Spions Becker von der Saarregierung auf Frankreichsa Drängen entlassene Landjäger Hoffmann war von der Stadt Ludwigshafen angestelle worden. Als kürzlich die Verstaatlichung der Ludwigshafener Polizei erfolgte, setzte es das Auswärtige Amt beim bayerischen Innenministerium durch, daß Hoffmann nicht mit in den Staatsdienst übernommen wurde.)

Gern macht man vor Frankreich tief Reverenzen,
Zertritt man dabei auch mal Existenzen.
Um Frankreich ergebenst die Patschhand zu reichen,
Ginge man mutig selbst über Leichen.
Moral: — Daß das Lied vom braven Mann
Heut dem braven Manne sein Brot kosten kann.

 

 

Der Lohn des Lokomotivführers. In:  Kikeriki, 15. Februar 1931

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Der rechtzeitig den Zug hielt an,
Doch lohnt ihn leider nur Gesang.
Die er gerettet in der Bahn,
Die überlegen sich's sehr lang.

 

 

Schlecht, aber billig. In: Kladderadatsch, 4. Oktober 1931

Unter den rund siebzig Bewerbern um den Bürgermeisterposten in Sangerhausen hatte, wie die Zeitung meldet, einer in seinem Bewerbungsschreiben bemerkt, "er verstände zwar von der Sache nichts, aber er wolle es darum etwas billiger machen".
   Hoch klingt das Lied vom ehrlichen Mann! Aber es scheint uns im allgemeinen doch netter, man weicht nicht von den Regeln ab und läßt sich seine Dummheit lieber von anderen bescheinigen, selbst wenn die Sache dadurch etwas teurer werden sollte.

 

 

Das Lied der braven Frau. In: Oesterreichs Frauen Zeitung, Heft 6, 1931

Das Lied der braven Frau
Durch das ewige Lied der Klage, das den Unglücksfällen gilt, die als Katastrophen bezeichnet, nicht nur einzelne, sondern viele Menschenschicksale, und damit die Allgemeinheit betreffen, klingt mild tröstend eine Melodie: Das Lied vom braven Mann.

   Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Mann in Potsdam. In: Kladderadatsch, 8. November 1931

Nun spitzt die Ohren, Lauscher,
Und denktv darüber nach,
Was Bürgermeister Rauscher
Auf Potsdams Forum sprach.
  
   Der vollständige Text

 

 

Ein Mahnruf an den Stahlhelm. In: Kladderadatsch, 28. Februar 1932

Hoch klingt das Lied vom braven Mann ...
Sofern er ist kein Stahlhelmmann;

  Der vollständige Text

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Nebelspalter : das Humor- und Satire-Magazin, Band 59 (1933)

Der Lehrer behandelt mit seinen Schülern die "Bürger-Ballade" "Das Lied vom braven Mann". Er hat das Gedicht den Kindern noch nicht vorgelesen und frägt an, ob jemand das Gedicht bereits kenne.
  Die kleine Martha meldet sich:
"Ich, Herr Lehrer!"
  "Also, wie heisst es!"
  Stolz deklamiert das Mädchen:
  "Wer niemals einen Rausch gehabt,
  Der ist nein braver Mann!"        Febo.

 

 

Gang und gäbe! In: Kladderadatsch, 16. Dezember 1934

Hoch klingt das Lied der tapfern Frauen
Von Melno -
Die Männer aber faßt ein Grauen
In Melno:

  Der vollständige Text

 

 

Lied vom braven Polizisten. In: Volksbote, Bolzano 7. Mai 1936

Es gab einen gehörigen Auflauf, als kürzlich auf einem der belebtesten Plätze von Budapest plötzlich ein junger Mann zu Boden stürzte.

    Der vollständige Text
 

 

 

Kuß-Messer? - Armes Amerika! In: Kladderadatsch, 3. Juli 1938

Hoch klingt das Lied von dem Professor
aus USA., ihm ist's geglückt
und er erfand den "Kussomesser",
der Liebe in Ampére ausdrückt!

Ihr tut mir leid samt eurem Messer!
Ob ihr euch lau, ob innig küßt,
ist etwas, was ihr selber besser
doch als ein "Messer" wissen müßt!

 

 

"Hoch klingt das Lied vom braven Mann..." In: Innsbrucker Nachrichten, 31. Mai 1938

Nie sind uns Bürgers herrliche Worte in einer seiner schönsten Volksballade [...].

   Der vollständige Text

 

 

Die motorradelnde Hebamme. In: Neue Zeit Graz, 5. Dezember 1947

Hoch klingt das Lied vom braven Mann

  Der vollständige Text

 

 

Lustige Studienerinnerungen. In: Linzer Volksblatt, 5. Februar 1949

Ein findiger Sekundaner entdeckte zum "Lied vom braven Mann" eine neue Lesart. Er deklamierte begeistert:

  "Es dröhnt' und dröhnte dumpf heran,
  Laut heulten Sturm und Wog' ums Haus.
  Der Zöllner sprang zum Dach hinaus."

 

 

Gehe hin und tue desgleichen. In: Nebelspalter 76 (1950) Heft 13

Hoch klingt das Lied von dem gescheiten Mann,
Der, wenn er es vermag und wenn er kann, Als ob's als Vorschrift im Gesetzbuch stände
Der Frau Salär gibt jedes Monatsende!

   Der vollständige Text

 

 

Unser Briefkasten. Der freundliche Beamte. In: Nebelspalter 78 (1952) Heft 43

Lieber Nebelspalter! Ich hätte hier auch etwas für die Rubrik "Der freundliche Beamte".

   Der vollständige Text

 

 

Der unfreiwillige Humor in den Gazetten. In: Nebelspalter 79 (1953). Heft 36

Wir dürfen Montagabend (8. Juni) vielfache Belehrung erhoffen durch die berufene Darstellung von Theodor Bogdan, der uns den tiefsten und echtesten Pulsschlag seines Volkes deuten wird, so wie er, ungeachtet einer verhängnisvollen politischen Entwicklung, auch heute erklingt und nie verstummen möge.

 "H o c h k l i n g t d a s L i e d v o m b r a v e n P u l s"!

 

 

Hoch klingt das Lied vom braven Mann! In: Nebelspalter 85 (1959), Heft 52

Der Klaus stellt seinen Sack ab und brummt:
"Wer het de Muetter am beschte gfolget?"
"De Pappe; ist die Antwort der Kinder.

 

 

Blick in die Gazetten. In: Nebelspalter, Bd. 91 (1965), Heft 24

"Die Neu-Besetzung dieser Stelle ist nötig, weil der bisherige Inhaber des Postens in unserem Betrieb anderweitig eingesetzt wird. Wir bieten hohen Hohn und freundliches Arbeitsklima in kleinem Arbeitsteam."

H o c h  k l i n g t  d a s L i e d v o m  h o h e n H o h n.

 

 

Das Lied vom braven Mann. In: Der Kreis 28 (1960), Heft 2

O nein, mein Herr - ich bin nicht so!
Ich bin durchaus normal.
Ich wackle nie entdeckerfroh
Durch irgenein Lokal.

   Der vollständige Text

 

 

Hoch klingt das Lied vom kleinen Mann... In: Nebelspalter 112 (1986) Heft 25

Nach einem schönen Wochenende
verwarf der Vater Fritz die Hände.

   Der vollständige Text
 

 

Das Hohelied aufs kleine Land. In: Nebelspalter 114 (1988) Heft 27

Hoch klingt das Lied vom kleinen Land,
das jetzt zu neuer Blüte fand.

  Der vollständige Text

 

 

 

 

Begriffe und weiterführende Literatur zum Thema

Hier sollen in aller Kürze einige Begriffe erläutert und Hinweise auf weiterführende Literatur gegeben werden. Zuerst ein Blick in Lexika, die Bürgers Zeit nahe sind.

 „Die Parodie, (a.d. Griech.) ein Gedicht; im weiten Sinne, überhaupt ein Werk des Geschmacks, das man nach einem andern bekannten Gedicht oder ähnlichen Werke macht, welches letztere man durch zweckmäßige Veränderungen auf einen andern Gegenstand anwendet, oder gleichsam in einen andern Ton setzt.“

 „Travestie nennt man eine Art des scherzhaften Gedichts, welcher immer ein ernstes Gedicht zum Grunde liegt, dessen Hauptgedanken, Schilderungen und Charaktere in der Travestie auf lächerliche Weise umgestaltet werden. Sie gelingt am besten, wenn in der ihr zum Grunde liegenden Dichtung viel Pomphaftes und falsches Pathos enthalten sind. Unter den neuern deutschen Travestien von größerem Umfange ist immer noch die travestierte „Aeneis“ von Blumauer die bemerkenswertheste.“ 

Farce (fr., spr. Fars), 1) von gehacktem Fleische mit Eiern, Semmel, Gewürz etc. bereitete Speisen, def. wenn solche in Geflügel, in Fischen, in einem Krautkopf etc. als Gefülltes benutzt od. mit Blätterteig umzogen werden; 2) (sth.), bei den Franzosen u. Italienern kleine dramatische Zwischenspiele (Intermezzi od. Interludien), welche sich auf dem Gebiete der niederen Komik bewegen. Der Name rührt sehr wahrscheinlich von Farce 1) her, indem die F. dazu dient, eine Pause in der Hauptvorstellung auszufüllen, u. mit pikanten Anspielungen u. Localwitzen gewürzt zu sein pflegt.”

Aktuelle und nachvollziehbare Definitionen in neuerer Zeit werden von Wünsch gegeben.

“Eine Parodie ist ein Text, der einen anderen Text dergestellt verzerrend imitiert, daß eine gegen diese Vorlage gerichtete komische Wirkung entsteht.”
 Neben der Parodie gibt es verwandte Phänomene, die sich allerdings mit dem Begriff der Parodie auch überschneiden können.

“Eine Satire ist ein Text, der mit den Mitteln einer oft recht ausgeprägt aggresiven Komik Mißstände jeglicher Art aufdeckt und verspottet. Im wesentlichen handelt es sich demnach um eine Verbindung von Komik und Kritik, wobei die Komisierung des Gegners, ähnlich wie in der Parodie, als Waffe und Wirkungsmittel im Dienste der kritischen Intention eingesetzt wird. Komik und Kritik sind also nicht unabhängig voneinander, sondern die Komik richtet sich gegen den kritisierten Gegenstand mit dem Ziel, ihn zu verspotten und der Lächerlichkeit preiszugebenm um ihn (sozial) zu vernichten oder zu tadeln.”

“Der Terminus ´Kontrafaktur´bezeichnet in Literatur- und Musikwissenschaft Gedichte oder Lieder, die die metrisch-strophische Struktur (Metrum, Vers- und Strophenbau) einer Vorlage übernehmen, aber deren Inhalt (Text) mehr oder weniger tiefgreifend ändern. Es handelt sich also um eine Um- oder Neutextierung (Umdichtung) eines Gedichtes bzw. Liedes, wobei die Imitation der metrisch-strophischen Grundstruktur essentiell ist, während nicht unbedingt die exakte Strophenzahl übernommen werden muß ...”

“Eine Travestie ist ein Text, der einen anderen Text unter Beibehaltung der wesentlichen inhaltlichen Merkmale, aber durch Einkleidung in eine völlig neue, unpassende Sprachform dergestalt verzerrend imitiert, daß eine gegen die Vorlage gerichtete komische Wirkung entsteht. [...,] Die Travestie ist eine Unterart der Parodie ...”

“Das heroikomische Epos oder komische Heldenepos ist ein Typus der Parodie, dessen spezifisches Verfahren darin besteht, kleine und unbedeutende, triviale Ereignisse im hohen Stil des Heldenepos, wie z.B. der Ilias, darzustellen (inhaltliche Substitution bei Wahrung der hohen Stillage). Die komische Wirkung entsteht durch die Diskrepanz zwischen Aufwand und Inhalt.”

“Das Pastiche ist ein Verfahren der Stilnachbildung, das “la maniére, le style” eines Autors, einer Epoche, Schule oder Gattung mit ernsthafter (Plagiat, Stilübung u.ä.) oder parodistischer Absicht imitiert.”

“Ein Cento ist ein aus unveränderten Zitaten eines oder mehrerer Dichter zusammengesetzter Text. [...] Die komische Verzerrung entsteht beim parodistischen Cento durch die Art der Montage, die nicht im Sinne des Originals ist und mehr oder weniger starke Disharmonien erzeugt.”


Am Ende dieses Kapitels wird Literatur zum Thema zitiert, teils belletristischer, teils wissenschaftlicher Natur. Von den vielen Fachbegriffen und sehr ins Detail gehenden Diskussionen sollte man sich nicht abschrecken lassen - man kann sie bei Bedarf übergehen. Es sind aber so viele schöne Beispiele, die auch kommentiert und eingeordnet werden, in den Werken aufgeführt, dass sich die Lektüre auch für den Laien lohnt. Nur ein kleines Beispiel: was passiert, wenn die Parodie vor dem Original da ist - zumindest für die Zuschauer, die erstmals Wagners Tannhäuser sehen, vorher jedoch bereits die diesbezügliche Parodie kennengelernt hatten.
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Conversations-Lexikon oder kurzgefasstes Handwörterbuch (1809-1811), S. 3699 (www.digitale-bibliothek.de/band131.htm)

Travestie. Bilder-Conversations-Lexikon, S. 15230 (www.digitale-bibliothek.de/band146.htm)

Pierer's Universal-Lexikon, S. 74520 (www.digitale-bibliothek.de/band115.htm)

Frank Wünsch, Die Parodie Zu Definition und Typologie Hamburg Kovac 1999

Bürgers Gedichte in zwei Teilen, Zweiter Teil , Hrg. Consentius,Ernst, Berlin 1909, S.92.

Prinz Seidenwurm, Satiren und Farcen des Sturm und Drang, Rütten & Löning Berlin 1968 Hrg. Klaus Hammer

Die respektlose Muse Literarische Parodieen aus fünf Jahrhunderten, Rütten & Loening Berlin 1968

Aloys Blumauer. gesammelte Schriften Gesammt-Ausgabe, Stuttgart 1877 S.381-383    

Odor Verweyen. Günther Witting Die Parodie in der neueren deutschen Literatur Wiss.Buchgesellschaft Darmstadt 1979     

Eduard Grisebach. Die deutsche Literatur 1770-1870 Wien Verlag von L.Rosner 1876 Kapitel “Die Parodie in Oesterreich” S.175-213